Kreispolizeibehörde bietet Infoveranstaltung in der Notunterkunft in Häverstedt

Asylbewerber lernen deutsche Verkehrsregeln

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Stephan Spanke (rechts) und sein Kollege Michael Langer gaben den Flüchtlingen Tipps zum Fahrradfahren.

Minden-Lübbecke - Damit die Flüchtlinge im Mühlenkreis sicher auf den Straßen unterwegs sein können, hat die Polizei eine Infoveranstaltung für die Asylbewerber gegeben, die laut Mitteilung der Beamten auf reges Interesse stieß.

Die heimische Kreispolizeibehörde hatte in der vergangenen Woche erstmals eine Informationsveranstaltung für Flüchtlinge zur Verkehrssicherheit angeboten. Ziel: Den Asylsuchenden die Grundregeln im Straßenverkehr vermitteln und dadurch Unfälle verhindern. Die Resonanz war groß: Rund 200 Flüchtlinge füllten das Essenszelt auf dem Gelände der Notunterkunft in Häverstädt. Bei der rund einstündigen Veranstaltung gaben Verkehrssicherheitsberater Michael Langer und Stephan Spanke einen ersten Einblick in die deutschen Verkehrsregeln. Insbesondere gingen die Beamten auf das sichere Radfahren ein.

Drei ehrenamtliche Dolmetscher für Dari (Afghanistan), Arabisch und Albanisch sorgten dafür, dass die Flüchtlinge die Polizisten verstanden. Bilder und Piktogramme unterstützten optisch den Vortrag. So erläuterten die Verkehrssicherheitsberater die Vorschriften zur Nutzung der Geh- und Radwege, die wesentlichen Vorfahrtsregeln und die wichtigsten Verkehrszeichen. Da zahlreiche Flüchtlinge mittlerweile ein Fahrrad nutzen, stießen die Erläuterungen zur Sicherheit beim Fahrradfahren auf großes Interesse. Insbesondere vertieften die Beamten die Themen Helm, Kindersitze und Beleuchtung.

Hintergrund der Initiative ist Angaben der Beamten zufolge unter anderem ein Verkehrsunfall, bei dem vor einigen Wochen in Porta Westfalica ein afghanischer Asylbewerber auf seinem Rad schwer verletzt wurde.

Eröffnet wurde der Nachmittag durch den Leiter der Direktion Verkehr, Björn Brocks. Der Polizeirat arbeitete selbst ein Jahr lang in Afghanistan und unterstützte den Aufbau der Sicherheitskräfte. Sein Dank galt besonders den Johannitern, die für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Neben der Verkehrssicherheit vermittelten die Beamten den Flüchtlingen zudem die Rolle der Polizei als Partner und Helfer.

Die Ordnungshüter planen ähnliche Veranstaltungen im Kreis und hoffen dabei auf die Unterstützung weiterer Kooperationspartner. Dazu werden bereits erste Gespräche geführt, heißt es in der Mitteilung. Außerdem ist vorgesehen, Multiplikatoren für spätere praktische Radfahrtrainings zu gewinnen.

Rund 300 Flüchtlinge sind derzeit in der Unterkunft in Häverstädt untergebracht. Sie stammen unter anderem aus Syrien, Afghanistan, den Balkanländern, aber auch aus Indien, Bangladesch sowie aus Pakistan und der Mongolei, informiert die Behörde abschließend in ihrem Schreiben.

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