Doris Oetting aus Minden ist stolz auf ihren Debütroman „...am größten aber ist die Liebe“

Familiengeheimnisse und ganz viel Gefühl

Doris Oetting hat jetzt ihr erstes Buch veröffentlicht und sich damit einen lang gehegten Traum erfüllt. - Foto: privat

Minden - Von Anika Bokelmann. „Ein jeder hat sein Los und leicht ist keines“, wusste schon Hermann Hesse. Mit diesem Zitat beginnt der Debütroman von Doris Oetting. In „...am größten aber ist die Liebe“ erzählt die Mindenerin die Geschichte einer Frau, die nicht nur über Umwege ihr privates Glück findet, sondern auch ihre Familiengeschichte aufarbeitet.

Der rund 350 Seiten umfassende Roman ist an zwei Erzählschienen aufgebaut – während Hedi Kofler im frühen 20. Jahrhundert als Hausmädchen mit den Problemen als junges Mädchen zu kämpfen hat, so wird Carola Seifert im Jahr 2011 mit Trauer und Einsamkeit konfrontiert.

Die ersten Ideen zu dem Buch kamen der 46-Jährigen bei einem Reha-Aufenthalt. „Als ich erstmal angefangen hatte zu schreiben, kamen die Ideen zusammen“, erinnert sich die gebürtige Lübbeckerin. Schon immer habe sie gerne geschrieben, so Oetting und verrät: „Meine Aufsätze in der Schule wurden immer viel zu lang.“ Zudem habe sie immer viele Bücher im Regal und irgendwann den Wunsch gehabt, auch ein eigenes Werk dazwischen zu finden.

Angefangen hat Doris Oetting mit dem historischen Teil, nachdem ihr ein Bildband über Travemünde in die Hände gefallen war. Nach einer Vor-Ort-Recherche, die sie mit ihrem Ehemann unternahm, begann sie den Schreibprozess, der rund anderthalb Jahre dauerte. „Insgesamt habe ich länger an dem Buch gearbeitet, weil es auch Ruhephasen gab.“

In dem Roman geht es zwar in erster Linie um die Liebe, aber auch um die Arbeitsverhältnisse früherer Zeiten und den Zusammenhalt innerhalb von Familien. Die Orte, Travemünde und Oldenburg, hat Oetting bewusst gewählt. „Ich wollte die Handlung in der Nähe spielen lassen, damit ich mir auch selbst ein Bild machen kann“, so die Neu-Autorin.

Zum Buch: Carola Seifert bleibt nach dem Tod ihrer Großmutter nur eine halbe Muschel mit eingeritzten Initialen als Erinnerung. Die 40-Jährige, die seit ihrer Scheidung als Single in Oldenburg lebt, spürt schon lange, dass über ihrer Familie ein Geheimnis liegt. Als sie beruflich nach Travemünde muss, lernt sie Alexander Leikert kennen. Die Protagonisten des zweiten Erzählstrangs kommen sich näher und bauen sich eine gemeinsame Zukunft auf. Diese droht einzubrechen, denn auch Alexander ist im Besitz einer Muschelhälfte.

Mit dieser werden die beiden Geschichten verbunden, wodurch sich für den Leser erst nach und nach das Gesamtbild der Familiengeschichte eröffnet. Auch wenn die Geschichte um Carola Seifert frei erfunden ist, erkennen einige Bekannte Oetting in manchen Denkmustern und Passagen wieder.

Oetting, die Vollzeit als Kontakterin in einer Werbeagentur tätig ist, beginnt jedes Kapitel in ihrem Erstlingswerk mit einem Zitat – und das aus gutem Grund: „Ich finde, dass wir Zitate viel zu selten im Alltag nutzen und uns nach ihnen richten.“ Zudem geben die Weisheiten stets einen Ausblick auf den nachfolgenden Abschnitt, erklärt Oetting weiter.

Der Roman „...am größten aber ist die Liebe“ ist bei „Das Buch“ in Rahden und in der „Bücherstube“ in Lübbecke erhältlich. Dort wird es sicherlich auch die weiteren Werke von Doris Oetting geben, denn die 46-Jährige ist bereits an ihrem nächsten Buch dran. „Das hat aber einen völlig anderen Hintergrund“, gibt sie einen ersten Ausblick.

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