Facebook-Einladung ruft 100 ungebetene Gäste auf den Plan

Chaoten sprengen Videoabend

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Mediengruppe Kreiszeitung

Porta Westfalica - Als gemütlicher Abend unter Freunden war eine Privatveranstaltung einer 16-Jährigen am Samstagabend in Porta Westfalica-Lerbeck geplant. Sie endete mit einem Notruf bei der Polizei sowie Angriffen auf die alarmierten Polizeibeamten. Wie die Polizei mitteilt, konnten die Beamten erst mit einem Großaufgebot von Einsatzkräften Herr der Lage werden. Sie setzte Pfefferspray ein, sprach 55 Platzverweise aus und nahm vier Menschen in Gewahrsam.

Gegen 23.25 Uhr klingelte auf der Einsatzleitstelle der Polizei in Minden der Notruf. Die Anruferin berichtete den Beamten, dass es vor ihrem Wohnhaus zu Streitigkeiten zwischen Partygästen und Unbekannten gekommen sei. Daraufhin entsendete die Leitstelle einen Streifenwagen.

Bereits als die Beamten in den Rosenweg einfuhren, begegnete ihnen eine Gruppe von rund 20 bis 30 Personen. Während einige von ihnen flüchteten, gaben Zeugen an, dass auf der Privatfeier ungebetene Gäste aufgetaucht seien. Diese hätten vermutlich von Unbekannten über Facebook und WhatsApp von der Veranstaltung erfahren.

Als sich die Streifenwagenbesatzung weiter der Wohnung näherte, stand ihnen eine Gruppe von rund 80 bis 100 Personen gegenüber. Diese rotteten sich laut Polizei sofort zusammen, zogen zum Teil ihre T-Shirts vors Gesicht oder die Kapuzen ihrer Pullis über den Kopf. Anschließend flogen aus der Menschenmenge Glasflaschen und Böller in Richtung der Beamten. Die Polizeibeamten konzentrierten sich zunächst auf den Schutz der zuerst angetroffenen kleineren Gruppe und forderten Verstärkung an.

Mithilfe von sieben weiteren Streifenwagenbesatzungen und zwei Diensthundeführern brachten die Einsatzkräfte die Situation schließlich unter Kontrolle. Dabei wurden sie den Angaben zufolge mit Flaschen beworfen und rüde beschimpft, sodass die Beamten auch Pfefferspray einsetzten. Hierbei seien viele der Aggressoren durch anliegende Gärten geflüchtet, so die Polizei. Ein Großteil habe aber unter Kontrolle gebracht werden können.

Zur anschließenden Personalienfeststellung der Festgehaltenen im Alter von 14 bis 22 Jahren wurden die heimischen Kräfte von weiteren fünf Streifenwagenbesatzungen der umliegenden Behörden unterstützt. Insgesamt sprachen die Beamten 55 Platzverweise gegen Personen aus den Bereichen Porta Westfalica, Minden, Rinteln, Bückeburg, Löhne und Bünde aus. Vier Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren mussten von ihren Eltern auf der Polizeiwache Minden abgeholt werden.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden weder Polizeibeamte noch Randalierer verletzt. Die genauen Hintergründe des Tumults bedürfen weiterer Ermittlungen. Die Polizei weist aus gegebenem Anlass darauf hin, beim Umgang mit den sozialen Medien extremste Vorsicht walten zu lassen. Ein unkontrolliertes Versenden oder Teilen von Nachrichten könne mit ungeahnten Folgen im Chaos enden.

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