Erdbohrungen auf dem Campus Minden

Wärme kommt aus der Tiefe

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Auf dem Campus Minden werden derzeit in 90 Meter tiefe zwei Erdsonden für Geothermie in den Boden gebracht.

Minden - In Deutschland nimmt die Nutzung regenerativer Energien stark zu. Doch viele dieser Ressourcen werden laut Mitteilung der Fachhochschule Bielefeld noch nicht optimal genutzt. Vor Geothermie schreckten zudem viele Privatkunden wegen der hohen Kosten für die Bohrungen zurück. Diese würden benötigt, um die Wärme aus dem Untergrund als regenerative Energiequelle zu nutzen. Damit sei sie im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie eine kontinuierlich vorhandene und fast überall verfügbare Ressource. Doch wie kann man die Bohrkosten senken und die Erdwärme effizienter machen? Am Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld forschen nun Wissenschaftler des Forschungsschwerpunkts „InteG-F – Gebäudetechnologie“ an der Optimierung von Erdwärmesonden.

Die Wissenschaftler untersuchen laut Mitteilung anhand mehrerer Bohrungen eine mögliche Effizienzsteigerung durch Dämmung des Sondenrücklaufs. Dafür wurden zwei 90 Meter tiefe Bohrungen vorgenommen. In die Bohrungen wird bei der Gewinnung von Erdwärme mittels zweier Wärmepumpen eine kalte Sole in den Untergrund gepumpt.

Dort erwärmt sich die Sole und bringt die Wärme nach oben. „Indem wir nun den Rücklauf einer Erdwärmesonde gedämmt haben, erhoffen wir uns eine erhöhte Leistung und damit auch einen geringeren Energieverbrauch der Wärmepumpe“, erklärt Ingenieur Hans-Georg Gülzow, Professor für Grundbau und Bodenmechanik am Campus Minden. Für den direkten Vergleich werde eine unveränderte Sonde installiert. Beide Erdwärmesonden seien bis auf die Dämmung identisch und würden simultan betrieben. Sie unterstützen nach den ersten Messungen und Tests mit jeweils sechs Kilowatt die herkömmlichen Erdgasheizanlagen des Gebäudes F, das ist das so genannte Offiziershaus, auf dem Campus Minden.

„Um das ganze Gebäude zu beheizen, wären mehr Bohrungen nötig gewesen“, sagte Gülzow. Im Langzeittest über den Winter werden die beiden Geothermieanlagen zur Unterstützung der Ergebnisse weiter beobachtet und gemessen, heißt es in der Mitteilung. „So soll im direkten Vergleich die Effizienzsteigerung der gedämmten Anlage ermittelt werden“, so Gülzow.

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