Claus Kynast gibt nach 14 Jahren den Vorsitz der Kreisgruppen-Polizeigewerkschaft ab / Frank Vogt übernimmt das Amt / Flüchtlinge beschäftigen noc ...

Die Belastung für Polizeibeamte nimmt immer mehr zu

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Gäste und Gewählte blickten bei der Mitgliederversammlung auf die kommenden Aufgaben: (v.l.) Dr. Ralf Niermann (Landrat), Arnold Plickert (Landesvorsitzender der GdP NRW); Frank Vogt (neuer Vorsitzender der Kreisgruppe), Udo Linnenbrink (Vorsitzender GdP Bezirk Detmold) und Stefanie Weber (stellvertretende Vorsitzende).

Minden-Lübbecke - Viele Aufgaben werden in den kommenden Monaten und Jahren noch auf die Polizisten zukommen. Dabei sind sie auf eine entsprechende Personalstärke angewiesen, machten die Beamten nun während der Mitgliederversammlung der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Kreisgruppe Minden-Lübbecke, deutlich. Über die Versammlung im Landgasthaus Rohlfing in Minden-Uphausen berichtet die Gewerkschaft nun in einer Pressemitteilung.

Nach dem Geschäfts- und Kassenbericht sowie der Entlastung des Vorstands galt das Augenmerk der Gewerkschaftler der Wahl eines neuen Vorsitzenden. Zuvor wurde Claus Kynast noch einmal der Dank für 14 Jahre Arbeit als Vorsitzender ausgesprochen. „Es waren 14 Jahre mit großen Veränderungen, zuletzt geprägt durch steigende Gewalt gegen Polizeibeamte, Personalmangel und Aufgabenzuwächse“, erinnerte sich Kynast. Für ihn überwog in all den Jahren stets die Freude an der Arbeit, unterstrich Kynast. Sein Engagement dankten ihm die Mitglieder mit viel Applaus.

Im Anschluss stellte sich Frank Vogt, 47-jähriger Polizeihauptkommissar aus Porta Westfalica und Dienstgruppenleiter bei der Polizeiwache Bad Oeynhausen, für den Vorsitz der Kreisgruppe zur Wahl. Die Mitglieder sprachen ihm einstimmig bei einer Enthaltung ihr Vertrauen aus.

Die Mitglieder wählten mit gleichermaßen überzeugendem Ergebnis ihre 26-jährige Kollegin Stefanie Weber zur stellvertretenden Vorsitzenden. Steffi Weber wohnt in Bünde und ist seit drei Jahren bei der Polizeiwache Lübbecke im Wach- und Wechseldienst. Mit Frank Vogt (Vorsitzender), Holger Tschense (stellvertretender Vorsitzender), Burghardt Lübker (Kassierer), Joachim Odermann (Schriftführer), Eberhard Hillebrand (Vorsitzender der Seniorengruppe), Christian Förster (Vorsitzender Junge Gruppe) und Mario Könemann (Pressearbeit) ist der Vorstand der GdP-Kreisgruppe wieder komplett.

In seiner Antrittsrede gab Vogt erste Hinweise zur künftigen Ausrichtung der gewerkschaftlichen Arbeit. Er wandte sich auch mit Wünschen an Adi Plickert, GdP-Landesvorsitzender und stellvertretender Bundesvorsitzender, dafür Sorge zu tragen, dass Ostwestfalen-Lippe polizeilich und personell nicht gegenüber den großen Polizeibehörden abgehängt wird.

Landrat Dr. Ralf Niermann dankte Claus Kynast für dessen Einsatz für die Beschäftigten der Kreispolizeibehörde. Sein Dank galt auch den Polizisten, die sich aktuell im Kreis der besonderen Herausforderung durch die Vielzahl der Flüchtlinge stellen müssen.

Plickert stellte in einem Referat die wesentlichen Punkte der GdP-Arbeit der vergangenen Monate heraus. Mit dem Hinweis auf die weiterhin zu geringe Personalstärke der Polizei legte er den Finger in eine große Wunde. Die aktuelle Erhöhung der Einstellungszahlen in NRW auf fast 1900 Stellen sei zwar erfreulich, könne aber nur ein erster Schritt sein.

Dies sehen auch die Mitglieder der GdP im Kreis Minden-Lübbecke so. Ob im Schichtdienst oder den belastenden Deliktsfeldern der Kripo – mit einer 41-Stunden-Woche und dauerhafter Mehrdienstleistung wird die Belastung der Polizisten laut Mitteilung irgendwann zu groß werden. Kritik übte Plickert an dem Bericht der Expertenkommission und seinen Ergebnissen. Großbehörden und Zentralisierung seien für die polizeiliche Arbeit nicht zielführend.

Des Weiteren ging Plickert auf die Flüchtlingsproblematik ein, die „die Polizei und die Gesellschaft vielleicht sogar noch für Jahre beschäftigen wird“. Im Kern sieht die GdP eine Problemlösung nur in den Herkunftsländern und auf internationaler Ebene.

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