Bezirksregierung bittet Kreise um Amtshilfe

Weitere Unterkünfte für Flüchtlinge

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Mediengruppe Kreiszeitung

Minden-Lübbecke - Wie alle Kreise in Ostwestfalen-Lippe ist gestern auch der Kreis Minden-Lübbecke im Wege der Amtshilfe von der Bezirksregierung Detmold verpflichtet worden, Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge bereitzustellen und zu betreiben. Der Kreis habe umgehend mit den Städten und Gemeinden Kontakt aufgenommen und einen besonderen Stab für Flüchtlingsfragen unter der Leitung von Kreisdirektorin Cornelia Schöder eingerichtet, der bereits seine Arbeit aufgenommen habe, teilte Sprecherin Sabine Ohnesorge mit. Ziel sei, möglichst kurzfristig bis Ende der Woche eine Notunterkunft für 300 bis 500 weitere Flüchtlinge im Kreisgebiet bereit zu stellen.

„Natürlich stellen wir uns auch als Kreis dieser äußerst wichtigen Aufgabe“, sagte Landrat Dr. Ralf Niermann. „Wir müssen dafür sorgen, dass wir den Flüchtlingen nach ihrer anstrengenden Flucht ein Stück Schutz und Sicherheit hier bei uns im Mühlenkreis bieten können.“ So sollen laut Bezirksregierung die Menschen aufgenommen werden können, die vor allem aus Richtung Ungarn auf dem Weg in die Bundesrepublik unterwegs sind.

„Wir haben uns darauf verständigt, gemeinsam die Herausforderung zu stemmen, diese Menschen vor der Obdachlosigkeit zu bewahren“, sagte Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl laut Mitteilung der Bezirksregierung. „Für die Unterstützung durch die Landräte bin ich sehr dankbar, zumal es darum geht, dass die Kreise die Einrichtungen in Amtshilfe betreiben.“

Besonders freue sich die Regierungspräsidentin über das große Engagement, das sie in Kommunalverwaltungen, in der Politik, bei Hilfsorganisationen und vor allem bei den vielen ehrenamtlichen Helfern in der Region vorfinde. „Es zeigt sich jeden Tag, dass sich die Bürger Ostwestfalen-Lippes enorm dafür einsetzen, den hier ankommenden Menschen eine würdige Bleibe zu schaffen.“

In OWL gibt es 20 Landeseinrichtungen für Asylsuchende: Die Erstaufnahmeeinrichtung in Bielefeld mit 1600 Menschen, fünf Zentrale Unterbringungseinrichtungen mit 2600 Menschen und 14 Notunterkünfte mit 4000 Menschen. Insgesamt sind etwa 8200 Asylsuchende in den Landeseinrichtungen der Region beherbergt. Die Bezirksregierung ist zuständig für die Notunterkünfte in OWL. Fünf betreibt sie selbst, neun werden von Kommunen in Amtshilfe betrieben.

Da am Wochenende verstärkt Asylsuchende aus Richtung Ungarn in der Region ankamen, hatte die Bezirksregierung nach eigenen Angaben bereits von Sonnabend bis gestern knapp 1000 Plätze organisiert, allerdings nicht im Mühlenkreis.

Der Krisenstab der Bezirksregierung ist seit Montag aktiv. Davor war bereits seit mehreren Wochen eine Arbeitsgruppe damit befasst, die Unterbringung von Asylsuchenden zu organisieren.

Laut Bezirksregierung rechnet das NRW-Innenministerium für diese Woche mit 14000 weiteren Menschen, die in Nordrhein-Westfalen ankommen. Davon sollen 2000 in Ostwestfalen-Lippe untergebracht werden.

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