Life House Rock fast vom Schnee verweht

Metal-Night: Bronchiale Naturgewalt

Laut ist nicht laut genug: „Melodic Inc.“-Frontmann Lance trieb die Dezibelzahlen bei der Metal-Night im Life House in Wehdem mit seinem Megophon noch weiter in die Höhe.

Wehdem - (mk) · Am Sonnabend verschanzte sich ganz Stemwede hinter dicken Türen und zog sich mit Tee und Kuscheldecke ins heimische Wohnzimmer zurück. Ganz Stemwede? Nein. Eine kleine Gruppe Jugendlicher leistete im Wehdemer Life House erbitterten Widerstand gegen Sturmtief „Daisy“ und bot der Winter-Lethargie mit guter Laune und krachendem Metal-Sound die Stirn.

        Zugegeben: Zu dem „New Year Metal“-Konzert, mit dem das Life House das neue Jahr seit nunmehr vier Jahren lautstark zu begrüßen pflegt, fanden sich auf Grund der Wetterverhältnisse nur um die 20 Rockjünger und somit deutlich weniger zahlende Gäste als in den vorherigen Jahren ein. Life House-Mitarbeiter Hauke Winkelmann, der für die Veranstaltung verantwortlich zeichnete, hatte damit gerechnet und sogar mit dem Gedanken gespielt, das Konzert abzusagen. Am Ende entschied er sich aber doch dagegen. „Wenn der Abend den Bands nur fünf neue Fans beschert, dann hat er sich schon gelohnt.“

So gesehen war die Veranstaltung ein voller Erfolg, denn den einen oder anderen Fan dürften „4th Part on Triptych“ aus Hille und „Melodic Inc.“ aus Stolzenau durch ihre ambitionierten und stimmgewaltigen Auftritte sicherlich dazu gewonnen haben – zum Pogen und Herumspringen konnten die Bands die wenigen Zuhörer immerhin animieren.

Dennoch: Auch für die Künstler lief wahrlich nicht alles nach Plan. Während die geladene Band „Nika Revolt“ aus Osnabrück gar nicht erst zum Konzert erschien (drei der vier Band-Mitglieder waren erkältet), schlugen sich „4th Part on Triptych“ mit kaputten Verstärkern und den Tücken der Technik herum. „Melodic Inc.“ musste hingegen ohne zweiten Gitarristen auskommen, weil dieser unterwegs im Schnee stecken geblieben war. Für einen kurzen Moment sah es tatsächlich so aus, als sei die Veranstaltung vom Winde ver(schnee-)weht. Für einen ganz kurzen. Denn was eine echte Rockerseele ist, den können derlei Winter-Wi-drigkeiten nicht abschrecken. Vielmehr galt nun das Motto: Jetzt erst Recht!

„Wir machen Punkrock, Hardcore und Metal, weil das die beste Möglichkeit ist, Frust und negative Gedanken zu verarbeiten. Und heute bekommt auch Daisy ihr Fett weg“, erklärte der 31-jährige „Melodic Inc.“-Frontmann Lance. Ob die Inbrunst der vier (in voller Besetzung fünf) Rocker aus Stolzenau tatsächlich auf Sturmtief Daisy zurückzuführen ist, sei dahingestellt. Fest steht jedoch: Durch ihr Musik gewordenes Protestgeschrei, dessen ohrenbetäubende Lautstärke mitunter noch durch ein Megaphon gesteigert wurde, und den donnernden Punk-Metal-Sound wurde „Melodic Inc.“ an diesem Abend selbst zu einer Naturgewalt – und zwar zu einer brachialen.

Die um die zehn Jahre jüngeren Mitglieder von „4th Part on Triptych“, die sich selbst als christliche Metalchor-Band bezeichnen und vor drei Jahren in der JVA in Werl gastierten, hielten es dagegen etwas verspielter. DJ Daniel Wassmann reicherte die Rockmusik mit Elektro-Sound vom Mischpult an und Sänger Sebastian Heitkamp sorgte mit seiner samtweichen Stimme sogar für Gänsehaut. Sobald sich jedoch „Shouter“ Andreas Boldt in Position brachte und das neue Song-Repertoire der Band wütend ins Mikrophon brüllte, musste sich selbst die hartgesottene Metalgemeinde warm anziehen – und das nicht nur wegen Sturmtief Daisy.

Profile der Bands im Internet: http://www.myspace.com/melodicinc.

http://www.4thpartontriptych.de.

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