Vertreter von Stemweder Firmen informieren sich in der Begegnungsstätte über das Konzept „Ökoprofit“

Mehr Gewinn für Unternehmen durch Umweltschutz

Referenten und Gastgeber hoffen, dass sich das Label vielleicht bald auch in der Gemeinde Stemwede finden lässt (v.l.): Marco Kruska, Professor Dr.-Ing. Johannes Weinig, Birgit von Lochow, Gewerbevereinsvorsitzender Adolf Ey und Bürgermeister Gerd Rybak. ·
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Referenten und Gastgeber hoffen, dass sich das Label vielleicht bald auch in der Gemeinde Stemwede finden lässt (v.l.): Marco Kruska, Professor Dr.-Ing. Johannes Weinig, Birgit von Lochow, Gewerbevereinsvorsitzender Adolf Ey und Bürgermeister Gerd Rybak. ·

Wehdem - Abfall, gefährliche Stoffe, Umweltcontrolling, Organisation des betrieblichen Umweltschutzes, Stromanalyse, Rechtsaspekte, Energie, Beschaffung und Materialkosten sowie Arbeitsschutz und Projektmanagement sind Themen, mit denen sich Unternehmen auseinandersetzen, die das Label „Ökoprofit“ anstreben.

Über das Konzept und dessen Auswirkungen auf die beteiligten Firmen sprach am Montagabend Marco Kruska von der AG-Wirtschaft Minden in der Wehdemer Begegnungsstätte.

Dabei wurde er von Professor Dr.-Ing. Johannes Weinig von der Fachhochschule Bielefeld, Campus Minden, Vorsitzender der Zertifizierungskommission, unterstützt. Weinig lieferte zusätzliche Zahlen, denn die FH Bielefeld ist ebenfalls mit „Ökoprofit“ ausgezeichnet und „steht dem Programm mit Untersuchungen sowie Rat und Tat zur Seite“, wie Weinig betonte.

Rund 15 Vertreter heimischer Firmen waren der Einladung der Gemeinde Stemwede, den Wirtschaftsförderern und dem Gewerbeverein gefolgt. „Ökoprofit“ steht für „Ökologisches Projekt für Integrierte Umwelt-Technik“. Es handelt sich dabei um ein Kooperationsprojekt zwischen der Wirtschaft, Verbänden, Institutionen und dem Kreis Minden-Lübbecke. Entwickelt wurde das Konzept Anfang der 90er-Jahre in Graz. Zum Ziel hat „Ökoprofit“ die Senkung der Betriebskosten, wobei das System gleichzeitig die natürlichen Ressourcen schonen will. Durch aufeinander abgestimmte Maßnahmen wird es Unternehmen ermöglicht, Kosten zu senken und ihre Öko-Effizienz zu steigern.

„Gewinn durch Umweltschutz“, lautet das Ziel von „Ökoprofit“, das laut Kruska zwei „widersprüchliche Begriffe zusammenbringt“. Durch umweltfreundliche Maßnahmen und Reduzierung der Betriebskosten soll einerseits der Profit gesteigert, andererseits der Ruf des Unternehmens verbessert werden. „Wir optimieren ihr Unternehmen“, warb Kruska mehrfach für das Projekt, dessen nächste Einsteigerrunde im Herbst beginnt. Für zehn Firmen besteht dann die Möglichkeit, sich in Workshops mit Umwelttechnologien zu beschäftigen und sich mit anderen Firmen auszutauschen und Netzwerke zu gründen. Zielgruppe sind laut Kruska „kleine bis mittlere und kommunale Betriebe“. Rund 15 Monate dauert das Umweltmanagementsystem. In dieser Zeit werden die Firmen von unabhängigen Fachberatern begleitet und auf Verbesserungsmaßnahmen aufmerksam gemacht.

„Die Investitionen rechnen sich in der Maße nach etwa einem Jahr“, erklärte der „Ökoprofit“-Experte und wies darauf hin, dass das Label vielfach als Vorstufe für weitere Zertifizierungen genutzt werde. Auch Maßnahmen, die im Vorfeld umgesetzt worden seien, könnten angerechnet werden, um den Aufgabenkatalog zu erfüllen, beantwortete Kruska die Frage eines interessierten Gastes, der sich vorstellen konnte, sein Unternehmen bei „Ökoprofit“ anzumelden.

Rund 50 Firmen und Institutionen haben seit der Einführung von „Ökoprofit“ im Mühlenkreis im Jahr 2001 am Programm teilgenommen – vom Taxiunternehmen über das Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen bis hin zum Kreishaus. „Nordrhein-Westfalen ist eine Hochburg von ‚Ökoprofit‘“, betonte Marco Kruska. Für die Unternehmen entstehe neben dem Mehrwert durch Umweltschutz auch ein besseres Verständnis als Team, denn „jeder Mitarbeiter muss mitgenommen werden“.

Sollte ein Stemweder Unternehmen sich für eine Kooperation mit „Ökoprofit“ entscheiden, dann steht auch Birgit von Lochow, Leiterin des Fachbereiches Bau und Planung der Gemeinde Stemwede, bei weiteren Fragen zum Prozedere zur Verfügung. · abo

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