Werbegemeinschaft diskutiert

Markt: Planer ziehen Pause in Betracht

Pr. Ströhen - Was tun, wenn der Großteil derer, für deren Wohl eine Veranstaltung ausgerichtet wird, nicht mitzieht? Auf diese Frage gab Hans Junchen als Vorsitzender bei der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft Pr. Ströhen am Montag eine klare Antwort: „Eine wie bisher von der Werbegemeinschaft organisierte Gewerbeschau wird es auf dem Pr. Ströher Markt dieses Jahr nicht geben.“

Da ohne Gewerbeschau auch das übrige Marktgeschehen neuer Reize bedürfe, spreche derzeit alles dafür, dass der Markt ein Jahr pausieren solle, um gestärkt mit neuen Ideen und einem neuem Konzept 2015 wieder anzutreten, so Junchen. Beschlossene Sache ist das aber noch nicht.

Recht positiv blickten er und rund 30 Gewerbetreibende auf 2013 zurück. Mit drei neuen Mitgliedsbetrieben ist die Zahl auf 53 Unternehmen im Zusammenschluss angewachsen, die rund 530 Arbeitsplätze bieten. Der Weihnachtsmarkt, der das nächste Mal ganz unter der Regie des Gasthauses Buschendorf läuft, sei gut angenommen worden, so Junchen. Auch mit der Vergabe des Herbstmarktes an Veranstalter Ulrich Bruns habe man den richtigen Schritt getan.

„Es sind zwei Aspekte, die uns letzten Endes doch zum Pausieren bewegt haben“, erläuterte Junchen. Geschäftsführer Klaus-Dieter Hoffmann sagte, es werde immer schwieriger, die örtlichen Betriebe zum Mitmachen zu motivieren. „Dabei ist die Gewerbeschau doch zur Präsentation der örtlichen Leistungsfähigkeit gedacht.“

Hoher Aussteller-Anteil aus dem Umland

Mit einem sehr hohen Anteil auswärtiger Aussteller beim sei diese Zielsetzung zuletzt nicht erfüllt worden. „Zwölf präsente Ortsbetriebe von 53 möglichen ist zu wenig. Bevor wir tatsächlich eine Bauchlandung machen, ist es sinnvoller, ein Jahr zu pausieren und ein handfestes neues Konzept oder eine Alternativveranstaltung zu entwickeln“, meinte Vorsitzender Junchen. Die im Vierjahresrhythmus stattfindende Gewerbeschau im Industriegebiet lasse zudem Raum für neue Impulse.

Neben den Motivationsproblemen werde auch die Beschickung des Vergnügungsmarktes schwieriger. „Für die Schausteller rentiert sich solch ein kleiner Markt nicht mehr“, so Junchen.

„Wenn ich was erreichen will, muss ich nach vorne gehen“, warf Ehrenvorsitzender Martin Dieker ein. Auch beim Wiederauflebenlassen des Marktes 1992 sei eine Motivation der Betriebe schwierig gewesen. „Wir machen das alle ehrenamtlich nebenher. Es hat irgendwann keiner mehr Bock, erfolglos Klinken zu putzen“, machte Wolfram Kölling seinem Unmut Luft. Die Frage Diekers, worin dann zukünftig das Betätigungsfeld der Werbegemeinschaft und seines Vorstandes läge, beantworteten Junchen und Hoffmann vorausschauend: Information und Dorfentwicklung:

„Die Marktbeschickung ist und war nie unsere eigentliche Aufgabe“, stellte Hoffmann heraus. „Wir wollen uns mehr um die Belange der Betriebe kümmern“, so Junchen. Die Planung von Vortragsveranstaltungen, aber auch das Engagement für die bauliche und gewerbliche Dorfentwicklung zählten hierzu. „Eine stärkere Einflussnahme auf den Stadtrat zwecks Ausweisung weiterer Gewerbegebiete in Pr. Ströhen geht uns ebenso an wie das Thema Baugebietsausweisung und das Angebot an Mietwohnungen für junge Familien.“

„Wir sind weiterhin eine starke Gemeinschaft. Dass kontrovers diskutiert wurde, ist fruchtbringend für uns alle“, zog Junchen gestern ein positives Fazit aus der Versammlung. Der neue Vorstand komme bald zusammen, um zu entscheiden, ob ein Markt – in welcher Form auch immer – stattfinde oder nicht. „Wir hoffen zudem auf eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Entwicklung eines Präsentationskonzeptes beschäftigt, das die Betriebe anspricht.“ Konstruktive Ideen gäbe es reichlich.

Aus gegebenem Anlass wies Junchen am Montag darauf hin, dass nur die Präsentation der Basisinformationen in der Rahden-App kostenfrei sei. „Alles andere wird von dem von der Stadt mit der Umsetzung beauftragten Unternehmen kräftig in Rechnung gestellt.“ · Art

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