Mal- und Backtag in Wehe im Zeichen des Bieres

Maibock und frische Rosinenbrötchen

Nachdem Heinrich Wiegmann (rechts) mit einem gezielten Hammerschlag das Bier zum Schäumen gebracht hatte, stieß er mit Gerd Walsemann, Friedrich Rohlfing, Hartmut Heinen und Wilhelm Krömer (von links) auf den „Tag des Bieres“ an der Weher Bockwindmühle an.

Rahden - WEHE (ges) · Schlechtes Wetter gibt es nicht, höchstens die falsche Bekleidung. Das mögen sich die Jagdhornbläser des Hegerings Rahden am Sonntagvormittag gedacht haben, als sie bei Nieselregen den zweiten Mahl- und Backtag an der Weher Bockwindmühle ganz zünftig mit Jagdsignalen eröffneten.

 Während die Hobbybäcker im alten Backhaus schon alle Hände voll zu tun hatten, litt der Besuch am Vormittag noch unter den widrigen Witterungsbedingungen. Erst am Nachmittag, als sich der Himmel aufklarte und ab und an sogar ein paar Sonnenstrahlen das Mühlengelände in ein frühlingshaftes Licht tauchten, füllten sich das Müllerhaus und die Mühlenscheune. Und auch an den Verkaufsständen, die eigens für den Aktionstag aufgebaut waren, herrschte reger Betrieb. Es gab diesmal Säfte, Gelees und Marmeladen, Stauden und andere Pflanzen für den Garten sowie klassischen Schmuck und Magnetschmuck. In der Mühlenscheune informierte eine kleine Ausstellung über „Frühlingsdeko aus Naturmaterialien“.

In der Mühlenscheune hatte auch der 78-jährige Helmut Winkelmann aus Wehe einen Stand aufgebaut. Er zeigte dort eine Auswahl seiner mit einer Motorsäge geschaffenen Skulpturen aus Holz und stellte sein Buch „Der Junge vom Fluss vor“. Eine knapp 100-seitige Biografie des gebürtigen Wehers mit selbst gemaltem Titelblatt. Mehr als zehn Jahre hat der Hobby-Autor an dem Buch gearbeitet, das im Buchhandel unter der ISBN-Nummer 978-3-86805-069-1 oder im Internet erhältlich ist. Winkelmann las Passagen aus seinem Buch vor und verkaufte auch mehrere Exemplare.

In seinem Buch beschreibt Helmut Winkelmann den 1932 geborenen Werner, der im Elternhaus am Fluss einige unbeschwerte und glückliche Jahre verlebte. Bis der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die Lage verschärfte. Der Vater musste zur Wehrmacht einrücken, der kleine Werner in der Landwirtschaft helfen sowie Altmaterial und Heilkräuter sammeln. In der Schule war der wöchentliche Jungvolkdienst ausgefüllt mit Leibesübungen, Marschieren, Singen und Spielen im Gelände.

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches und dem Einmarsch der Alliierten kam Werner zu der Erkenntnis, dass er und viele andere für Zwecke der nationalsozialistischen Idee missbraucht worden waren.

Mit dem Fluss beschreibt Winkelmann in seiner Geschichte die frühere kleine Aue. Auch der Wasserlauf macht eine Entwicklung durch: Vom Urstrom mit einer fast paradiesisch anmutenden reichen Pflanzen- und Tierwelt bis zu einem sterilen Kanal ohne jegliche Flora und Fauna.

Neben dem literarischen Teil gab es natürlich auch wieder Köstlichkeiten für den Gaumen. Schon mittags servierten die Helfer im Müllerhaus frischen Rhabarber- und Butterkuchen sowie die beliebten Dinkelwaffeln mit Kirschen und Schlagsahne. Zudem holten die Hobbybäcker in schöner Regelmäßigkeit Rosinenbrötchen und -brot aus dem steinernen Backofen. Auch das pizzaähnliche Biertreberbrot mit dicker Kräuterbutter auf gebackenem Maibock-Teig.

Apropos Maibock: Aus Anlass des bevorstehenden „Tages des Bieres“ hatte die Mühlengruppe mit Heinrich Wiegmann an der Spitze die Lübbecker Barre-Brauerei bei der Gestaltung des Aktionstages mit ins Boot geholt. Im Beisein des Vorsitzenden des Kreismühlenvereins, Wilhelm Krömer, des Geschäftsführers (und Kreiskämmerers) Hartmut Heinen, des Mühlenbauhofleiters Friedrich Rohlfing, von Kreisvorstandsmitglied Irmgard Köster aus Levern, die die Interessen der Mühlengruppen des Nordkreises vertritt, sowie des Weher Ortsvorstehers Heinz Grundmann, brachte Wiegmann nach kurzer Einweisung durch Gerd Walsemann, den Repräsentanten der Barre-Brauerei, zum Auftakt des Tages mit nur einem gezielten Schlag mit dem Holzhammer ein Fass „Maibock“ zum Schäumen.

Wilhelm Krömer nutzte seinen Besuch in Wehe, um kurz auf die Historie der Weher Bockwindmühle, die vor 360 Jahren erstmals in bis heute erhaltenen Urkunden erwähnt wird und sich seit 19 Jahren im Besitz des Kreismühlenvereins befindet, einzugehen. Zudem bedankte er sich bei der Eröffnung des Aktionstages bei den rührigen Mitgliedern der Weher Mühlengruppe. „Allein heute sind wieder 20 Helferinnen und Helfer im Einsatz, um den Besuchern einen schönen Tag zu bescheren.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Föhnsturm fegt über Garmisch-Partenkirchen - Bilder von den Schäden

Föhnsturm fegt über Garmisch-Partenkirchen - Bilder von den Schäden

Wie fahrradfreundlich ist Deutschland?

Wie fahrradfreundlich ist Deutschland?

Sido-Konzert im ausverkauften Pier 2

Sido-Konzert im ausverkauften Pier 2

Was Hunde im Alter brauchen

Was Hunde im Alter brauchen

Kommentare