Superintendent Dr. Rolf Becker verabschiedet sich mit Predigt aus seinem Amt

Abschied und Aufbruch

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Landeskirchenrat Vicco von Bülow, Präses Annette Kurschuss, sowie Pfarrer Friederich Stork und sein Kollege Eberhard Helling verabschiedeten Superintendent Dr. Rolf Becker (mitte) in einem bewegenden Gottesdienst.

Lübbecke - „Caminando va – Leben lebt vom Aufbruch“, so sagt es ein spanisches Kirchenlied. Einen solchen galt es am Sonntagabend mit dem Abschiedsgottesdienst für Superintendent Dr. Rolf Becker und der Entpflichtung von seinem Amt zu feiern. Obgleich der damit verbundene Abschied eigentlich betrübt stimmen sollte, ließ sich die Vielzahl an Gottesdienstbesuchern von der Vorfreude Beckers auf sein neues berufliches Wirkungsfeld bei der Evangelischen Landeskirche in Hannover anstecken.

Zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft, sowie mit Präses Annette Kurschus und Landeskirchenrat Vicco von Bülow „hoher Besucher“ von der Westfälischen Landeskirche aus Bielefeld, ließen es sich nicht nehmen, Becker persönlich viele gute Wünsche mit auf den Weg zu geben.

Erst vor wenigen Wochen hatte sich der scheidende „Chef“ des Kirchenkreises nach einigem zögern kurzfristig, aber wohlüberlegt für die Annahme des Angebotes entschieden, das seiner leidenschaftlichen Passion als Kirchenhistoriker Rechnung trägt (wir berichteten). Bereits zum 1. Juni hatte er sein neues Amt offiziell angetreten. Zu seinem Abschied hatte sich der 57-jährige Seelsorger einen eher leisen Abschied ohne große Grußworte gewünscht. Ein Wunsch, den ihm die Gäste erfüllten.

„Du hast viel Gutes getan, für die Menschen, für den Kirchenkreis, im Verborgenen, zwischenmenschlich und mit Deinem geistlichen Wirken“, so Pfarrer Stork, der bis zur Stellenwiederbesetzung die Geschicke des Kirchenkreises leitet. „Trotz der turbulenten Jahre – in Deiner Amtszeit kam der Umbau der Kirche erst voll und ganz mit ihren Konsequenzen ins Bewusstsein – hast Du Dich immer um Ausgleich und ein gutes Klima bemüht und hast von Amtwegen oft als Blitzableiter hergehalten.“ Auch Pfarrer Helling konnte nur lobende Worte für das Wirken und den Mensch Rolf Becker finden.

„Die Mitglieder dieses Kirchenkreises wissen, was sie an Dir haben. Nicht umsonst haben sie Dir vor drei Jahren für eine weitere Amtszeit ihr Vertrauen ausgesprochen“, so Präses Annette Kurschus, die die Entpflichtung Beckers vornahm. „Du hattest immer einen hohen Anspruch an andere – und an dich selbst. Dein Wirken hat sichtbare Spuren hinterlassen, du nimmst Abschied von Menschen, die dir über die Jahre ans Herz gewachsen sind. Wir wünschen Dir nun die Kraft, loszulassen, frei und bereit zu sein für neue Aufgaben.“ Als Dank der Wertschätzung seines Wirkens zeichnete die Präses den scheidenden Superintendenten mit dem Bronzenen Kreuz der Kirche von Westfalen aus.

Ganz auf den Anlass abgestimmt sorgte die Gottesdienstband Return mit Liedern wie „Lebens(t)räume“, „You’ll receive the power“ und „Caminando va“ für Aufbruchsstimmung und spiegelte mal dynamisch, mal besinnlich das Wechselbad der Gefühle zwischen wider.

In seiner Ansprache nutzte Becker seinerseits die Chance, seinen Weggefährten aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen für ihre Unterstützung, Impulse und Anregungen sowie Menschlichkeit zu danken. „Mit einer Predigt habe ich mich vor zwölf Jahren vorgestellt, mit einer solchen möchte ich mich heute verabschieden“, so Becker als er ein letztes Mal die Kanzel bestieg.

Dieser verlieh er mit seinem Konfirmationsspruch – 1. Korinther 1, 18 – einen sehr persönlichen Charakter. „Das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft.“ Kraft und Stärke, Erbarmen und Barmherzigkeit lägen nah beieinander, um das Leben von Menschen mit anderen Menschen respektvoll und konstruktiv zu gestalten.

Viele Hände hatte Becker nicht nur nach dem Gottesdienst vor der Kirche zu schütteln, sondern auch beim Empfang im benachbarten Gemeindehaus, bei dem viele noch ein wenig länger in gemütlicher Runde verweilten. Denn schließlich wollte ein jeder der Hauptperson des Abends noch einmal persönlich die Hand schütteln und ihm und seiner Familie Glück für den neuen Lebensabschnitt wünschen.

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