Stefan Kagl spielt in St. Andreas Kirche Werke von Johann Sebastian Bach

Orgelsommer endet mit hochkarätigem Finale

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Der international bekannte Stefan Kagl widmete den Abschlussabend des Orgelsommers den Werken von Johann Sebastian Bach.

Lübbecke - Der Orgelsommer endete mit einem hochkarätigen, international bekannten Organisten in der Lübbecker St. Andreas-Kirche, wo er auch begonnen hatte. Viele Zuhörer hatten sich an diesem warmen Augustabend eingefunden, um das Konzert des gebürtigen Müncheners Stefan Kagl zu hören, der als Organist am Münster in Herford und durch seine Konzerte auch im Ausland international bekannt ist.

Das Programm war keinem geringeren gewidmet als dem Barock-Komponisten Johann Sebastian Bach, dessen 330. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Darüber hinaus tauchte noch eine zweite Größe im vom Organisten zusammengestellten Programm auf – und zwar Albert Schweitzer, dessen 50. Todestag sich 2015 jährt. Als Arzt ist Schweitzer den meisten ein Begriff, jedoch war er darüber hinaus auch leidenschaftlicher Organist, Philosoph und einer der größten Bach-Interpreten, der dem Barockgenie mit seiner Bach-Biografie ein Denkmal setzte.

Kagl hatte sich intensiv mit Bachs Lebenswerk auseinandergesetzt, was seinem Vortag anzumerken war. Er begann das Konzert mit dessen Monumentalwerk für Orgel, „Präludium und Fuge e-Moll“, einem majestätischen Werk mit strahlendem Charakter und vielen miteinander verwobenen Melodie-Ebenen aus der späten Schaffenszeit des Komponisten. Diesem Spätwerk stellte Kagl eine Jugendkomposition gegenüber, das „Präludium und Fuge D-Dur“, dem das Grundmuster der klassischen Fuge fehlte, das aber durch seine fanfarenartige Figur Berühmtheit erlangte.

Im weiteren Verlauf des Konzerts spielte Kagl ebendie Werke des Thomaskantors, die zu Schweitzers Lieblingsrepertoire zählten und die der große Humanist ebenfalls musikwissenschaftlich ausgelegt hatte. Dazu zählten zwei gedämpfte und ernste Stücke über Krankheit, Tod und Auferstehung, und zwar die Choralvorspiele „Alle Menschen müssen sterben“ und „Wenn wir in höchsten Nöten sein“. Der getragene Charakter wurde in dem Choral „An Wasserflüssen Babylons“ mit seinem später sintflutartigen Anschwellen in der Melodie fortgesetzt.

Erst Bachs Frühwerk, die leichtfüßige „Canzona d-Moll“ mit ihrer typisch italienischen Registrierung, setzte in ihrer Heiterkeit einen Kontrast zu den vorangegangenen Werken. Die Choralvorspiele „Jesu meine Freude“ und „Jesus meine Zuversicht“ zeigten Bachs festgegründeten Glauben, den auch Schweitzer teilte.

Die Zugabe Kagls war das sehr humorvolle „Swinging Bach“ der amerikanischen Komponisten Porter Heaps und Lloyd Norlin, das mit seinem jazzigen Rhythmus sehr gut ankam. Im Anschluss an das Konzert hatten die Konzertbesucher Gelegenheit, den Orgelwein des Orgelbauervereins Lübbecke vor der Kirche zu kosten, wovon reger Gebrauch gemacht wurde.

IL

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