17 Raumausstatter absolvieren Ausbildung / Ausstellung in Lübbecke

Räume voller Ideen

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Eindrucksvolle Räume: In der Ausstellung waren die Prüfstücke der Raumausstatter zu sehen.

Lübbecke - Von Viktor Kröker. In der Prüfung zum Gesellen soll die ganze Bandbreite der erlernten Fertigkeiten präsentiert werden. Bei angehenden Raumausstattern kommt da Einiges zusammen. Was die jungen Prüflinge dabei geschneidert, gepolstert und dekoriert haben, zeigten sie jetzt in einer Ausstellung.

Der Ausbildungsbezirk für Raumausstatter erstreckt sich über eine weite Region. Zur Ausstellung ihrer Prüfungsstücke kamen am Sonnabend 17 Prüflinge aus ganz Ostwestfalen-Lippe im Handwerksbildungszentrum Lübbecke zusammen. Im Gepäck dabei: Ein kleiner Ausschnitt eines Raumes, der mit den eigenen Ideen gefüllt wurde.

Kahle Holzkabinen dienten den angehenden Raumausstattern als Präsentationsfläche für ihre Einfälle. Jede dieser fertig ausgestatteten Kabinen offenbarte nicht nur das handwerkliche Geschick ihrer Erschaffer, sondern gab auch Einblicke in das Leben des Kunden, der eine solche Ausstattung bestellt haben könnte. Wie lebt dieser Mensch? Welche Vorlieben hat er? Und wie lässt sich all das im Raum umsetzen? Solche Fragen mussten sich die Prüflinge stellen.

Zu den Vorgaben der Prüfer gehörte es dabei, einen Teppichboden auf Nagelleisten zu verspannen,  eine Mustertapete rapportgenau zu verkleben und eine Raffgardine anzubringen. Zusätzlich sollte eine Sitzgelegenheit mit eigener Polsterung platziert werden. 35 Stunden hatten die Prüflinge Zeit, ihre vorab geplanten Überlegungen handwerklich umzusetzen. Nach der Prüfung ergaben die Resultate eine abwechslungsreiche Ausstellung.

Stolz präsentierten die neuen Raumausstatter ihre Kreationen. So auch Frederike Bohlmeier. Die Lübbeckerin hat ihre Ausbildung in Bielefeld absolviert, ist aber noch viel weiter rumgekommen. Mit Oslo, Wien und London hat sie während ihrer Lehre Hauptstädte in ganz Europa und deren Stile kennengelernt. Für ihr Prüfstück fiel die Wahl auf eine klassische Einrichtung einer britischen Privatbibliothek. Olivgrüne Vorhänge vor weißen Gardinen und einen braunen Polsterstuhl hat Bohlmeier für ihre fiktiven Kunden gefertigt. Im Sinn hatte sie dabei ein akademisches Ehepaar, Mitte 50. „Es ist eine unglaubliche Erleichterung, dass die Arbeit jetzt endlich fertig ist“, freut sich Bohlmeier über die bestandene Prüfung: „Nur das alles heute Abend wieder einzureißen, das wird traurig.“

Vincent Schwegmann kommt aus Gütersloh und wollte eigentlich „irgendetwas mit Medien machen“. Nach einem Jahrespraktikum bei der Raumaustattermeisterin Johanne Lutze hat er aber entdeckt, dass er in diesem Beruf ebenso kreativ sein und zusätzlich sein handwerkliches Geschick einsetzen kann. Demnächst möchte er seine Ausbildung mit einem Architekturstudium weiter ausbauen. Passend dazu hat sich Schwegmann auch einen Architekten als Kunden erdacht, jedoch im Bereich Landschaftsgestaltung. Mit grauen Farben und dem funktionalen Raffrollo spricht er die technischen Aspekte seines Auftraggebers an, während das Pflanzenmuster auf der Tapete und der Leinenstoff die natur-affine Seite bedient.

Einen besonders speziellen Auftraggeber hatte Lis Schlingmann im Sinn. Die 22-Jährige aus Hille hat für eine gleichaltrige Studentin gearbeitet, die im Internet über Essen und Dekorationen schreibt. Damit die Deko ihrer Kundin gut zur Geltung kommen kann, hat Schlingmann ihren Raum mit hellen grauen bis weißen Tönen gestaltet. Allein die langen Schals am Fenster weisen bunte Akzente auf, nämlich in den Farben ihres Websitelogos, das Schlingmann ebenfalls für sie entworfen hat.

Für Absolventen mit besonderen Leistungen folgt am 19. September noch eine Siegerehrung in der Lübbecker Stadthalle. Der Gewinner darf am Landeswettbewerb für Raumausstatter teilnehmen.

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