Auftritt in der St.-Andreas-Kirche

Harmonisch und experimentierfreudig

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Das Ensemble „Cellissimo“ trat in der Lübbecker Kirche auf. Das Programm rankte sich um Johann Sebastian Bach und um südländische Komponisten, die er geprägt hatte.

Lübbecke - Die Lübbecker Musikschule Pro Musica hat bereits etliche Preisträger von Jugend Musiziert oder anderen namhaften Wettbewerben hervorgebracht. Auch aus dem bekannten Ensemble „Cellissimo“ sind junge Cellisten von Lehrerin Kathrin Langewellpott unterrichtet worden. Nun hat das Ensemble der Musikschule Porta Westfalica unter der Leitung von Oliver Krüger sein zehnjähriges Bestehen mit einem Konzert in der St.-Andreas-Kirche in Lübbecke gefeiert.

Kirchenmusikdirektor Heinz-Hermann Grube begrüßte die Gäste im Namen der Kirchengemeinde und der Musikschule Pro Musica, die das Konzert veranstaltet hatte. Das Ensemble, das mit seiner Arbeit bereits viele Preise gewonnen hat, habe allen Grund zum Feiern, freute sich Grube und gab den Altarraum als Podium für junge Künstler frei.

Das Programm, das sich die jungen Musizierenden ausgesucht hatten, rankte sich um die Barockgröße Johann Sebastian Bach und um südländische Komponisten, die er durch seine Kompositionen geprägt hatte. Der Brasilianer Heiter Villa-Lobos, der die Bachsche Kompositionstechnik geschickt mit brasilianischen folkloristischen Elementen verknüpft, war mit zwei Werken vertreten. Musikstudentin Lisa Janine Schell, die nicht nur Cello im Ensemble spielte, sondern auch sang, trat hier als Solistin mit ihrem glasklaren Sopran in den bekannten „Bachianias Brasileiras“ auf. Aber auch Tango-Legende Mariano Mores gehört zum festen Repertoire des Ensembles. Mit ausgefeilter Dynamik und spannenden Echoeffekten brachten die jungen Cellisten die Sehnsucht und Dramatik des argentinischen Tango rüber, die zuweilen durch einen leichten Dreier-Takt aufgelockert wurden.

Die „Cumparsita“, einer der meist gespielten Tangi mit seinem brillanten Glissando am Schluss, durfte an diesem Abend nicht fehlen. Eine äußerst bemerkenswerte Interpretation lieferte das Ensemble mit dem „Lied der Vögel“ von Pablo Casals.

Jeder der jungen Cellisten könnte auch solistisch auftreten. Die meisten konnten bereits Auszeichnungen in der Solowertung aufweisen, wie Maja Gieseking aus Minden, die neben Johann Sebastian Bach auch die „Spanische Fantasie“ von Gabriel Koeppen vortrug. Mit ihrem Spiel beeindruckte sie, insbesondere als sie im Flamencorhythmus den Bogen über die Saiten springen ließ.

„Cellissimo“ präsentierte sich als harmonisches und experimentierfreudiges Ensemble, das die ganze Bandbreite des Cellos mit Glissandi und Pizzicato, sogar mit Klopfen auf den Rumpf am oberen und unteren Ende des Instrumentes, auslotete. Es beherbergt zwei Spielergenerationen aus aktuellen Mitgliedern und Ehemaligen, darunter Charlotte Strenger, die aber nicht im Konzert mitwirkten. Zu hören waren neben den Solistinnen: Johanne Crämer, Solveigh Sasenberg, Constantin Varvaras, Tobias Plöger, Elisa Dorothee Adam, Ruth Meisinger, Thomas Kehnen, Jasper Poier und Ensembleleiter Oliver Krüger.

IL

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