Professorin Gabriele Krone-Schmalz zu Gast beim Kreislandfrauentag in Lübbecke

Gespräche über Weltpolitik und Landwirtschaft

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Referentin Gabriele Krone-Schmalz (l.) ließ in ihrem Vortrag ein vielschichtiges Russland-Portrait entstehen. 

Lübbecke - Von weltpolitischen Zusammenhängen über Kommunalpolitik bis hin zur Modenschau wurde auf dem Kreislandfrauentag in Lübbecke viel geboten. Bis auf den letzten Platz war die Stadthalle am Donnerstagabend gefüllt, im Publikum saßen viele Ehrengäste wie die Bürgermeister und deren Stellvertreter aus den angrenzenden Kommunen, Mitglieder des Landtags, Stellvertreter der Banken sowie engagierte Landfrauen aus der Region. Der prominenteste Gast war zweifelsohne die Journalistin und Auslandskorrespondentin Professorin Gabriele Krone-Schmalz, die nicht nur über die Rolle Russlands aus Sicht des Westens, sondern auch über die Rolle der USA und Europa aus der Perspektive Russlands berichtete.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Anna Ott, Musiklehrerin in Kirchlengern, und ihrem Akkordeonensemble. Passend zum Thema erklangen russische Folklore sowie europäisches Liedgut.

Marlies Klocke, Vorsitzende der Landfrauen Minden-Lübbecke, erläuterte in ihrem Grußwort das Motto des Abends „Wir tragen Verantwortung“, das gleichzeitig das Jahresthema des Landfrauenverbandes ist. Aber nicht nur Landfrauen trügen Verantwortung bei Themen wie Equal-Pay, Ernährungsbildung, Mütterrente und Integrationspolitik. Alle Menschen sind laut Klocke dazu aufgerufen, in einer sich wandelnden Zeit Verantwortung zu übernehmen.

Ein Lob auf engagierte Landfrauen sprach die stellvertretende Landrätin Kirstin Korte aus. Als Fürsprecherinnen des ländlichen Raums brächten die Landfrauen wichtige Ideen und Projekte „mit Sachverstand und Herzblut“ ein. Dass sie sich für wichtige Themen interessierten, könne man schon daran ablesen, dass sie Krone-Schmalz eingeladen hätten.

Die Russlandkennerin und Autorin nahm dann auch das Publikum für eine Stunde gefangen mit ihren detaillierten Ausführungen und ihrem breitgefächerten Wissen. Ausgehend von ihrem Buch „Russland verstehen“ erläuterte Krone-Schmalz, dass das Verstehen eines Landes einer fundierten Bewertung vorausgehen müsse. Die zierliche Frau mit dem charakteristischen Haarschnitt stellte gewagte Thesen auf und kritisierte die Haltung Deutschlands von der „Gorbi-Manie zur Putin-Phobie“.

Die Referentin maß Europa und dem Westen einen großen Teil der Verantwortung für die derzeitige weltpolitische Lage bei. Ihrer Meinung nach habe der Westen verpasst, Russland mit einzubeziehen in die Sicherheitspolitik. Für ein besseres Verständniss des „Landes der Widersprüche“ stellte Krone-Schmalz die drei Revolutionen Russlands in den vergangenen 25 Jahren dar: von der Plan- zur Marktwirtschaft, von der Diktatur zu rechtsstaatlichen Strukturen und von der Sowjetunion zum Nationalstaat.

Im zweiten Teil des Abends standen kommunalpolitische Themen im Vordergrund. Petra Bentkämper, Vizepräsidentin des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbandes, griff das Thema Verantwortung auf, das sich durch das Jahresprogramm der Landfrauen ziehe. Sie nannte unterschiedliche Projekte wie das Landfrauen-Telefon, das mit einem Team von sechs Frauen im nächsten Jahr wiederbelebt werden soll. Auch die Kampagne „Pumps auf dem Bauernhof“, bei der sich Frauen von Hof zu Hof unterhielten, soll weiter laufen.

Ein großes Projekt des Deutschen Landfrauenverbandes sei ein Beitrag zur Entwicklungshilfe: Im westafrikanischen Ghana sei ein Projekt über Ernährung und Weiterverarbeitung in Planung.

Über Landfrauen in der Politik referierte Bianca Winkelmann, Ortsvorsteherin von Pr. Ströhen und Kandidatin für die NRW-Landtagswahl 2017. Die engagierte Landwirtin vertrat unter anderem die Interessen ihres Berufsstandes und ermunterte Landfrauen, politisch aktiv zu werden.

Modische Impressionen der Herbst- und Wintersaison rundeten den Abend ab, bevor Annegret Flömer als stellvertretende Vorsitzende des Landfrauenverbands nochmals auf das Berufsbild des Landwirtes einging. In der Pause und auch am Ende des Abends gab es viel Gelegenheit für Austausch und geselliges Beisammensein. 

IL

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