Freilichtbühne Nettelstedt feiert Premiere

Berühmte Streiche vor wunderschöner Kulisse

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Wer kennt diese Szene nicht? Lausbube Michel hängt in der Suppenschüssel fest.

Nettelstedt - Welcher Junge träumt nicht davon, seinen Mitmenschen nach Herzenslust Streiche zu spielen? Astrid Lindgrens jugendlicher Held Michel von Lönneberga setzt diese Träume schneller in die Realität um, als seinem Umfeld lieb ist. Dabei will er doch eigentlich nur ausprobieren, ob seine Ideen auch funktionieren. Von der Originalität von Michels Abenteuern konnten sich die Besucher des Familienstücks „Michel in der Suppenschüssel“ jetzt selbst überzeugen. Vor ausverkauftem Haus und bei sommerlichen Temperaturen feierte die Freilichtbühne Nettelstedt eine gelungene Premiere.

Schon der Beginn, als Michel bereits über die Bühne stürmte, bevor der erste Vorsitzende Thomas Kracht der Regierungspräsidentin aus Detmold einen Blumenstrauß für ihr Grußwort überreichen konnte, war programmatisch. Jedoch nahm es Marianne Thomann-Stahl mit Humor und betonte die Wichtigkeit von Freilichtbühnen, die sich nicht hinter dem Stadttheater verstecken müssten. Von den sechs Freilichtbühnen in Ostwestfalen-Lippe lobte sie Nettelstedt als herausragend wegen ihrer wunderschönen Kulisse.

Kracht war sichtlich erfreut über den großen Zulauf und sprach allen Mitwirkenden seinen Dank aus, insbesondere Regisseur Claus Martin, der eine überragende Inszenierung nach nur siebenwöchigen Proben auf die Beine gestellt habe.

Die ländliche Idylle der Freilichtbühne mit ihren zahlreichen Handlungsplätzen war natürlich wie geschaffen für das fiktive Lönneberga in Schweden. So hatte Michel, großartig mit viel Elan gespielt von Aaron Kracht, viele Orte, an denen er seine Kreativität ausprobieren konnte. Angefangen von den eingefetteten Stiefeln, die er mit Wasser füllte, um zu prüfen, ob sie auch wirklich wasserdicht waren, über die bekannte Nummer mit der Suppenschüssel bis zu seiner Methode, einen Zahn zu ziehen – Michels Ideenreichtum hätte bestimmt noch weitere Stunden füllen können.

Viel Freude hatten die Zuschauer auch bei den Szenen mit Michels Vater Anton (Jens Hildebrandt), der herrlich in Rage geriet, als das Wasser aus seinen Stiefeln spritzte. Stark gespielt war auch die wehleidige Magd Lina (Anna-Lena Peper), die den Sprung von der ersten Leitersprosse fürchtete, aber nicht zu schüchtern war, um Gehilfe Alfred (Matti Kracht) schöne Augen zu machen. Fürsorglich zeigte sich Michels Mutter Alma (Charlotte Seger), die ihren Zögling auch dann noch in Schutz nahm, als ihr Mann sich den Zeh in der von Michel aufgestellten Mausefalle klemmte. Eine schillernde Nebenfigur, die für viele Lacher unter den Zuschauern sorgte, war die ungeduldige Arzthelferin (Merle Kracht), die Michels Eltern zunächst rigoros abwies. Wolfgang Hovemeyer verkörperte in seiner ruhigen Art den typischen Landarzt.

Nicht nur das junge Publikum amüsierte sich köstlich, auch die Erwachsenen lachten laut, als etwa der Kinderchor auf der Bühne immer das letzte gesprochene Wort einer Szene aufgriff, um damit ein bekanntes Lied zu starten. Weitere Mitwirkende waren: Gwynne Tame als Michels Schwester Ida, Moira Metje als Polizist, Siegfried Bollhorst als Dieb Rabe, Monika Möhlmann als schwarz sehende Krösa Maja, Arne Bringewatt als Bulte, Janina Schmale als verkniffene Chorleiterin, Emily Fründ als Assistentin, Mareen Kracht mit Henri als Mutter und Kind sowie die zahlreichen Kinder als Chormitglieder und die Darsteller in den Volksszenen. Die Spielleitung hatte das Trio Maike Zelle, Melanie Fründ und Maren Wulff.

Der große Applaus beim Schlusslied war ein verdientes Lob für die außerordentliche Leistung des gesamten Ensembles.

IL

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