Delegation der Bezirksregierung Detmold überreicht Urkunde an Gemeindeverwaltung / Titel ist für zehn Jahre sicher

Levern bleibt anerkannter Erholungsort

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Levern ist und bleibt für weitere zehn Jahre ein staatlich anerkannter Erholungsort: Marion Schostag-Grondorf (3.v.l.) überreichte Bürgermeister Gerd Rybak (l.) im Beisein von (v.l.) Britta Büker, Dieter Lange (Leiter des Fachbereiches Zentrale Dienste), André Gaidies und Sabine Denker gestern die entsprechende Urkunde. ·

Levern - Von Kai PröpperZehn weitere Jahre darf die Stemweder Ortschaft Levern den Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“ tragen. Bei der Überreichung der Urkunde rührten Bürgermeister Gerd Rybak und Tourismusbeauftragte Sabine Denker gestern kräftig die Werbetrommel für den Stiftsort, damit die Mitarbeiter der Bezirksregierung Detmold diesen vielleicht auch mal außerhalb von dienstlichen Terminen bereisen.

Wie wäre es zum Beispiel einmal mit einem Betriebs ausflug in den historischen Ortskern? Sachbearbeiterin Britta Büker und die juristischen Dezernenten Marion Schostag-Grondorf und André Gaidies schienen nicht abgeneigt. Bürgermeister Gerd Rybak freute sich sehr, sie im Leverner Verwaltungsgebäude begrüßen zu dürfen.

Die alte, 1984 ausgestellte Urkunde hat nun ausgedient. Sie hatte bisher Bestand. Um die neue Version habe man „lange gekämpft“, betonte der Verwaltungschef. Die Zeiten, in denen der Ort zahlreiche Kurgäste empfange, seien vorbei. Den letzten Punkt der Anforderungen hatte die Gemeinde mit einem Klimagutachten erfüllt.

„Sie haben den Kur- und Erholungsorte-Tüv bestanden“, sagte Marion Schostag-Grondorf lächelnd und überreichte die Urkunde, die dem Ort das begehrte Prädikat zuspricht. „Sie haben es geschafft.“ Ein wenig ärgerte sie sich darüber, nicht vorher in die Akten geschaut zu haben. Dann, so die Dezernentin, hätte sie die Überreichung auf 2014 verschoben. Levern ist kommendes Jahr seit 30 Jahren Träger des Titels.

Gerd Rybak erwähnte die Bemühungen der Investoren Karl Hölscher und Helmut Richter, die das alte Badehaus wieder in Schuss bringen wollten und „von einem Gesundheitspark geträumt haben“. Sie hätten sich stark bemüht, doch trotz einer Machbarkeitsstudie keinen Pächter gefunden. „Dabei sind die Quellen von herausragender Qualität“, so der Bürgermeister. Es könne dort mit viel Glück und Geld etwas entstehen.

Zufrieden berichtete er der Delegation vom alten Amtshaus und dem Entscheid, dieses nach 40 Jahren Diskussion wieder der Verwaltung zuzuführen. „Das wird ein schöner Anlaufpunkt in Levern.“

Im Ortskern sei es der Gemeinde zudem geglückt, die ehemalige Stiftskurie von Schele zu Kuhoff zu verkaufen. Dort soll (wie berichtet) ein Café entstehen. „Es ist Leben da“, sagte Rybak zufrieden.

Der Bürgermeister hofft, dass die Auszeichnung Levern „gute Dienste“ tut und der Titel eine Werbewirkung entfaltet, die weiterhin Menschen in den Süden Stemwedes lockt.

Unter anderem dank des rührigen Heimatvereins und seinen Führungen durch den historischen Ortskern sowie dem Erlebnisrestaurants Rila erleben mit seinen Gärten und dem Wohnmobilstellplatz ziehe es viele Menschen in den Stiftsort. Der Heimatverein führe jährlich rund 1 500 Besucher herum, das Restaurant verzeichne einen Zulauf von 50 000 pro Jahr. Auch die Kolthoffsche Hofmahlmühle und die dazugehörigen Mahl- und Backtage lockten viele Besucher an, doch kämen diese längst nicht mehr in Bussen angefahren.

Dass in Levern nicht alles rund läuft, verschwieg Rybak jedoch auch nicht. So erwähnte er beispielsweise das Traditions-Textilhaus Stegemöller, das im Sommer dieses Jahres seine Türen schließen wolle.

Windkraft: Keine

Gefahr für Titel

In Pr. Oldendorf wollen Investoren bekanntlich Windräder errichten. Das kritisierten auch einige Stemweder. Sollten die geplanten Windkraftanlagen dort gebaut werden, ist Leverns Erholungsort-Titel laut Marion Schostag-Grondorf nicht in Gefahr. Sie könne sich nicht vorstellen, dass Windkraftanlagen einen entscheidenden Einfluss auf die Erholung im Ort haben würden, so die Dezernentin. Anders sei die Sachlage, wenn der Stiftsort ringsum von Anlagen eingekesselt werde.

Nach einer Änderung des NRW-Kurortgesetzes vor einigen Jahren werden bestehende Kur-, Bade- und Erholungsorte fortan alle zehn Jahre unter die Lupe genommen. Sie müssten dann unter anderem nachweisen, dass der Flächennutzungsplan immer vor dem Hintergrund der Erholung fortgeführt wurde und wird. Plane eine Kommune beispielsweise die Ansiedlung von verkehrsintensiver Industrie, sei dies nicht in diesem Sinne, erklärte Schostag-Grondorf.

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