Peter Buckermann leistete in Südafrika Pionierarbeit

„ZF Lemförder kam 1993 ins Spiel“

Der seit 2001 in Rahden wohnende Peter Buckermann leistete in Rosslyn für drei Jahre Pionierarbeit beim Aufbau von ZF Lemförder Südafrika.

Dielingen - Von Gerhard Scheland· Wenn der 49-jährige Peter Buckermann aus dem schwarzen Ledersessel seines Dielinger Büros in den wolkenverhangenen Himmel schaut, dann wandern seine Gedanken 9 000 Kilometer gen Süden zum Kap der guten Hoffnung in Südafrika – zumeist dienstlich, manchmal auch ein klitzekleines bisschen privat.

        Der seit sieben Jahren in Rahden wohnende Maschinenbau-Ingenieur sitzt in der Chefetage der ZF Lemförder GmbH am Standort Dielingen. Er ist Leiter der Region Europa und Südamerika/Afrika des strategischen Geschäftsfeldes Achssysteme und damit auch verantwortlich für das Werk Rosslyn von ZF Lemförder. Die südafrikanische Produktionsstätte für Achssysteme blickte erst jüngst auf ihr zehnjähriges Bestehen zurück.

Peter Buckermann war von 1999 bis Mitte 2001 maßgeblich am Aufbau von ZF Lemförder Südafrika beteiligt. Drei Jahre lang hat er im nördlich von Johannesburg gelegenen Rosslyn Pionierarbeit für das südafrikanische Achssystemgeschäft geleistet. Ihm oblag nicht nur der organisatorische Teil des Aufbaus, er war auch Personalchef, Manager und Direktor des damals neuen ZF-Standbeins. „Zunächst musste step by step eine vorhandene Halle auf die Belange unseres Unternehmens umgestrickt werden“, erinnert sich der 49-Jährige. Gerade in der Anfangszeit sei die Produktionshalle ständig erweitert und modernisiert worden. „Heute werden dort auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern Achssysteme in großer Vielfalt produziert, praktisch zwischen 80 und 90 unterschiedliche Varianten, theoretisch sogar mehr als 200“, berichtet er.

Als ZF Lemförder in Südafrika vor wenigen Wochen in einem würdigen Rahmen mit einer hochkarätigen Gästeschar aus Politik und Wirtschaft das zehnjährige Bestehen feierte, zählte natürlich auch Peter Buckermann, ebenso wie Reinhard Buhl, der Vorsitzende der ZF-Geschäftsführung, zu den mehr als    80  Gästen.

Als sich die Wege von ZF Lemförder und Peter Buckermann erstmals kreuzten, lag hinter dem am Niederrhein in der Nähe von Emmerich aufgewachsenen Jung-Ingenieur bereits eine bewegte berufliche Karriere. Der Sohn einer Gärtnersfamilie verlebte seine Kindheit mit acht Geschwistern. Seiner Regelschulzeit schloss sich der Besuch einer so genannten Gewerbeschule an, bevor er bei Mercedes in Emmerich den Beruf des Automechanikers erlernte. Während der Bundeswehrzeit weitete er seine Kenntnisse auf den Bereich Autoelektrik aus. Sein Fachabitur legte er in Mülheim/Ruhr ab, 1983 folgte in Düsseldorf ein Studium der Fachrichtung Fertigungstechnik.

Im Mai 1987 erhielt der heute 49-Jährige bei BMW die Chance, sein theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen. „Das war damals eine tolle Zeit, gleich vier unterschiedliche Stellen wurden mir in dem Unternehmen angeboten“, weiß Buckermann bis heute. Bei seiner Tätigkeit bei dem bayerischen Auto-Giganten machte er auch bereits erste Erfahrungen mit Südafrika – privat bei einem 3 500-Kilometer-Trip von Durban bis Kapstadt, von 1991 bis 1993 beruflich für BMW als Lieferantenentwickler.

Obwohl Buckermann damals gerade seine spätere Ehefrau Christine kennen gelernt hatte, ging er allein nach Südafrika. 1993 kehrte er zu BMW Deutschland zurück, wechselte in den Einkauf und war für den Bereich Outsourcing Achssysteme verantwortlich. Dafür also, was BMW selber machen wollte und was vergeben werden konnte. „In der Zeit kam ZF Lemförder ins Spiel“, blickt der 49-Jährige zurück, „weil die Auftragsvergabe für die Produktion der Achssysteme für den 3er BMW in Durban anstand und ZF Lemförder den Zuschlag erhielt“.

Wenige Jahre später wurden sich zwei große Unternehmen einig, dass Peter Buckermann von BMW zum Zulieferer vom Stemweder Berg wechselt. Die Verhandlungen führte damals noch Bernd Habersack, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Mit der Order, in der Nähe von Johannesburg ZF Südafrika aufzubauen, trat Peter Buckermann Anfang August 1998 „mit Kind und Kegel“ die weite Reise auf den anderen Kontinent an: Mit Ehefrau Christine, dem zweieinhalbjährigen Sohn Julius und der gerade achtmonatigen Tochter Anna. Als engster Mitarbeiter stand ihm damals der schon über 60-jährige Projektleiter Heinrich Muhr zur Seite. „Die Aufgabe war aufregend und spannend zugleich, weil wir zu der Zeit beim Aufbau eigener Systemwerke noch recht unerfahren waren“, gibt Buckermann zu. „Es ging aber gleich in die Vollen“, erinnert er sich, „weil schnell eine Systemlösung für Vorder- und Hinterachse sowie Differenzialgetriebe gefunden werden musste“.

Bei der Einweihung des Werkes im Jahre 1999 standen 230 Mitarbeiter für die Komponentenproduktion und Achsmontage auf der Lohnliste, heute kommt der südafrikanische Produktionsstandort im Systemgeschäft mit 150 Beschäftigten aus – ausschließlich Südafrikaner und Namibianer. Geschäftsführer ist der Südafrikaner Ben Roos, dessen Chef wiederum Peter Buckermann in der technischen Zentrale von ZF Lemförder in Dielingen ist.

Natürlich waren die drei Jahre in Südafrika für den 49-Jährigen und seine Familie auch im privaten Bereich ein unvergessliches Erlebnis. „Während meines Urlaubs sind wir nicht nach Hause gefahren, sondern haben die Zeit genutzt, um Land und Leute kennen zu lernen. Wir sind in den Drakensbergen gewandert und im Indischen Ozean geschwommen, kurz: wir haben die Zeit in Südafrika genossen.“ Allerdings hat es auch ein paar tragische Erlebnisse gegeben, „denn die Kriminalität ist in Südafrika immer noch ein großes Problem“.

Während sich die beruflichen Verbindungen zu Südafrika für Peter Buckermann heute überwiegend am Schreibtisch seines Büros in Dielingen abspielen, plant er für das kommende Jahr auf der privaten Schiene gemeinsam mit Rahdener Freunden einen Zwei-Wochen-Trip an die frühere Stätte seines Wirkens. Als Fußballfan hat er WM-Karten für vier Spiele der Deutschen Nationalmannschaft geordert – in Durban, Pretoria und Johannesburg. „Am 19. Juni geht es los“, freut er sich auf das sportlich-private Abenteuer.

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