Luise Biebusch vollendet heute ihr 100. Lebensjahr

Leben von schwerer Arbeit geprägt

Vier Generationen auf einen Blick: Luise Biebusch, die heute ihr 100. Lebensjahr vollndet, mit Tochter Lisa Redeker, Enkelin Kerstin Plüscher und Urenkelin Jenny Plüscher.

Rahden - WEHDEM/OPPENDORF (ges) · Die Zeit ist für Luise Biebusch geborene Klöcker seit dem 90. und 95. Wiegenfest nicht stehen geblieben. Insbesondere an der Gesundheit der Hochbetagten haben die vergangenen fünf Jahre genagt.

        Weil sich Luise Biebusch von einem Beckenbruch vor knapp zwei Jahren und einer anschließenden Lungenentzündung nicht wieder richtig erholt hat und seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen ist, empfängt sie ihre Gäste anlässlich des 100. Geburtstages heute nicht mehr – wie noch vor zehn und fünf Jahren – in der gewohnten Umgebung in Oppendorf, sondern im Seniorenhaus „Stemweder Berg“ in Wehdem. Für morgens haben sich offizielle Gratulanten des Kreises Minden-Lübbecke und der Gemeinde Stemwede angesagt, für den Nachmittag hat Tochter Lisa eine Kaffeetafel für die Familie vorbereitet. Seitens der Kirche wird Pfarrer Günter Kreher Glück- und Segenswünsche übermitteln.

Wenn sich die Hochbetagte heute mit ihren Gratulanten unterhält, dann werden ganz sicher Erinnerungen wach: An die Kinderjahre der Jubilarin beispielsweise, die sie in Schwege bei Hunteburg mit zwei Brüdern verlebte. Dort stand vor hundert Jahren ihre Wiege. Die Schule besuchte sie im sechs Kilometer entfernten Hunteburg. Dort wurde sie auch konfirmiert. Nach der Schulzeit war sie in der Land- und Hauswirtschaft tätig – zunächst in Bad Essen und Wehrendorf, später im früheren Mühlenbetrieb Sander in Oppendorf. Als der Vater schwer erkrankte, kehrte sie vorübergehend noch einmal nach Hause zurück, bevor sie am 18. Oktober 1935 mit Heinrich Biebusch aus Oppendorf vor den Traualtar trat und fortan in der Osterheide in Oppendorf wohnte. Während der Ehemann in der Ziegelei Dröge in Niedermehnen den Lebensunterhalt für die Familie verdiente, versorgte die Jubilarin die kleine Landwirtschaft. Ein schwerer Schicksalsschlag war im August 1945 die Mitteilung, dass ihr Ehemann im Krieg gefallen sei.

Die Folgejahre waren für Luise Biebusch von Arbeit geprägt. Sie zog allein ihre drei Töchter im Alter von vier bis acht Jahren groß und versorgte mit Unterstützung von Schwiegermutter Henriette und ihrer Tante Line Haus und Hof. „Sie hat damals mit Energie und Zielstrebigkeit das Leben gemeistert“, erinnert sich Tochter Lisa bis heute. „Vermutlich ist unsere Mutter so alt geworden, weil sie jahrzehntelang so schwer geschuftet hat“, ergänzt sie.

Bis vor zwei Jahren lebte die Jubilarin mit Tochter Lisa, Schwiegersohn Heinz Redeker und Enkel Detlef am Osterheider Ring 24 in Oppendorf unter einem Dach und wurde dort von der Familie liebevoll umsorgt. Als Luise Biebusch gesundheitlich abbaute, auf den Rollstuhl angewiesen war und vergesslicher wurde, bemühte sich Tochter Lisa um einen Platz im Seniorenhaus „Stemweder Berg“, wo sich die Hochbetagte inzwischen gut eingelebt hat.

Zu den Gratulanten zählen heute auch Tochter Leni, die mit Friedel Benker aus Lemförde verheiratet ist und mit ihrer Familie in Oppenwehe wohnt. Die dritte Tochter Elfriede ist mit Heinz Wenz verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Bergheim bei Bonn.

Acht Enkelkinder und elf Urenkel im Alter von elf bis 29 Jahren bilden bereits die nächsten Nachkommensgenerationen der Jubilarin.

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