Anna und Stefan Walter genießen ihre Freiheit überall in der Natur

Lebenskünstler mit Malstiften im Gepäck

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Auf Papier gebannt: Anna Walter hat sich als Motiv eine große Buche im Stemweder Berg ausgesucht. Mit Rötelstiften skizziert sie den Baum. ·

Stemwede - Von Heidrun MühlkeWer Anna Walter in ihrem Atelier besuchen will, muss Glück haben. Das Atelier der freischaffenden Künstlerin ist nämlich überall – irgendwo, wo sich schöne, naturverbundene Motive finden lassen. Zurzeit malt sie Bäume. Und wo könnte es schönere und vielfältigere Motive geben, als im Stemweder Berg?

Auf ihrer Staffelei klemmt ein großes Blatt Papier. Darauf entsteht das Bild einer uralten Buche. Gemalt mit Rötelstift. Detailgetreu sind Rinde und Astlöcher zu erkennen, Blätter die sich im Wind wiegen genauso wie ein abgebrochener, dicker Ast, der noch ein wenig Halt an einem Stück Borke findet.

„Es sind die vielen Kleinigkeiten, die ein Bild ausmachen“, sagt Walter, „sie scheinen erst gar nicht wichtig und sind meistens erst beim genauen Hinsehen erkennbar“.

Ihre Bilder sollen positive Energie herüberbringen, sagt sie. So wie das Bild von der Buche. „Es ist ein todkranker Baum. In meinem Bild soll er mit all seiner Kraft dargestellt sein. Ich möchte das positive Bild erhalten, das er vielen Wanderern vermittelt hat, die schon an ihm vorbeimarschiert sind.“ Dabei kommt ihr persönliches Bedürfnis nach Harmonie und dem Einklang mit der Natur in warmen Farben und lebendiger Ausstrahlung zum Ausdruck.

Bevor sie beginnt, ein Bild zu malen, müsse sie sich in die Umgebung einfinden, sagt die Espelkamper Künstlerin. Gemeinsam mit ihrem Mann Stefan ist sie unterwegs in einem alten knallig bunt bemalten Kleinbus, der sofort ins Auge sticht. „Hier schlafen und wohnen wir, wenn wir unterwegs sind“, erklären die beiden Lebenskünstler, die lediglich noch eine Postadresse in ihrem Heimatort Espelkamp haben.

Stefan Walter ist eigentlich von Beruf Maler und Lackierer, aber auch er bezeichnet sich als Aussteiger. „Wir genießen das Leben. Für uns ist es jetzt schön, genauso wie es ist “, sagt der 53-Jährige. Ihren Lebensunterhalt würden sie von Erspartem bestreiten.

Schon viel seien sie in der Welt herumgekommen: Skandinavien beispielsweise könne er inzwischen ohne Straßenkarte bereisen. Die Menschen würden ihnen größtenteils sehr herzlich begegnen, wie jüngst in Westrup, als Anna Walter ein Bild am dortigen Spielplatz malte. „Morgens kamen oft Jogger an unserem Bus vorbei, klopften fröhlich an die Tür und riefen ‚Aufstehen‘. Das war richtig toll – fast schon heimelig“, sagt Stefan Walter. Aber wenn sie in größeren Städten Station machten, wäre das längst nicht so, erzählen die beiden. „Dort sind die Menschen eher misstrauisch.“

Für Anna Walter ist es wichtig, einige Zeit in einer neuen Umgebung zu verbringen, um in die Atmosphäre einzutauchen, bevor sie zu malen beginnt. Im Jahr 1974 sei sie aus Russland nach Deutschland gekommen und habe dort den gebürtigen Espelkamper Stefan Walter kennengelernt, erzählt die 51-Jährige.

Der Kunst und im Besonderen der Malerei hat sich die Malerin schon vor vielen Jahren verschrieben. Da war es dann nur folgerichtig, dass sie zunächst ihren Abschluss an einer Kunstschule absolvierte, um sich anschließend stetig weiterzuentwickeln. Dafür besuchte sie viele Kunst- und Malkurse des Diepholzer Künstlers Janusz Duda-Remi.

Ob sie ihre Bilder auch verkauft? „Ja“, lacht sie, aber nur mit Einschränkung. „Menschen, denen ich meine Bilder verkaufe, müssen meine Werke fühlen!“ Wenn das nicht gegeben ist, könnte man sich weder im vierstelligen, noch im fünfstelligen Bereich einigen. Ihre Bilder präsentiert die Künstlerin auch auf ihrer Internetseite.

http://www.kunsttroll.de

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