Krankenhaus Rahden: Geplante Arbeiten am Bettenhaus bereiten Probleme

Lärm plättet Abrissplan

„Warum ist uns damals etwas erzählt worden, was nicht den Tatsachen entspricht?“, fragte Cornelia Schmelzer (Grüne). Über die im Nebel liegende Zukunft des Bettenhauses will jetzt der Verwaltungsrat entscheiden. ·
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„Warum ist uns damals etwas erzählt worden, was nicht den Tatsachen entspricht?“, fragte Cornelia Schmelzer (Grüne). Über die im Nebel liegende Zukunft des Bettenhauses will jetzt der Verwaltungsrat entscheiden. ·

Rahden - Von Carsten Korfesmeyer, Anja Schubert und Kai PröpperRAHDEN · Landrat Dr. Ralf Niermann sprach zu Beginn von einer „wesentlichen Veränderung“. Was dann am Montag im Kreisausschuss in Minden vorgestellt wurde, dürfte für eine Kostenexplosion beim Umbau des Rahdener Krankenhauses sorgen.

Das „Problemkind“ ist das fünfstöckige Bettenhaus, das im Zuge der Baumaßnahme eigentlich seine drei oberen Stockwerke verlieren sollte. Bislang hieß es seitens des Kreises und der Mühlenkreiskliniken, dass die Abrissbagger bei laufendem Krankenhaus-Betrieb ihr Werk verrichten könnten. Das ist nun vom Tisch. Eine Abbruch-Simulation hat belegt, dass es in den unteren beiden Etagen viel zu laut sein würde. Somit muss eine Alternative her – und das in möglichst kurzer Zeit. Über das „Wie“ wurde am Montag im Sitzungssaal vier des Kreishauses teilweise heftig debattiert.

Einige Politiker dürften sich durch das neue Gutachten bestätigt fühlen. Hatten sie doch seinerzeit schon große Zweifel an der Vorstellung, dass die drei Stockwerke abgerissen werden können, ohne dass die Patienten in ihren 32 Betten belästigt werden. „Warum ist uns damals etwas erzählt worden, was nicht den Tatsachen entspricht?“, fragte Cornelia Schmelzer (Bündnis 90/Die Grünen). Besonders Baudezernent Jürgen Striet wurde in der Sitzung mit entsprechenden Vorwürfen konfrontiert. Er machte jedoch deutlich, dass der Architekt mit dem Ergebnis der Simulation nicht rechnen konnte. „Rein technisch wäre so ein Abriss überhaupt kein Problem.“

Friedrich Klanke (CDU) ließ diese Argumentation nicht gelten. „Ich wundere mich, dass das nicht alles vorher abgestimmt werden konnte.“ Jetzt habe man urplötzlich ein Problem – und das koste Geld und Zeit. Als Alternative schlägt Klankes Fraktion vor, dass Bettenhaus nicht um drei Stockwerke abzureißen („Vielleicht gibt es eine andere Nutzung“), die weiteren Umbaumaßnahmen am Rahdener Krankenhaus aber fortzuführen.

Dr. Niermann (SPD), zugleich auch Vorsitzender des Verwaltungsrates der Mühlenkreiskliniken (MKK), favorisiert eine andere Lösung. Für die Dauer der Arbeiten (Striet: „Ich gehe von 13 Wochen aus“) sollen die Patienten in die alte Orthopädie verlegt werden. Das würde mit rund 500 000 Euro zu Buche schlagen, sei aber noch die preiswerteste Variante.

Laut Gutachten müssten selbst bei einem Nicht-Abriss jährlich rund 50 000 Euro in das Bettenhaus investiert werden. „Man erwartet von uns eine Abwägung und Gesamtbetrachtung“, sagte der Landrat.

Als weitere Alternativen wurde über die Auslagerung in Pavillons (Kosten: rund 700 000 Euro) sowie über eine Verlegung der Patienten in das Lübbecker Krankenhaus – dort ist eine Station frei – gesprochen. Der Blickpunkt konzentrierte sich aber auf die Vorschläge von CDU und SPD, die sich zeitweise wortgewaltig in Position brachten. Dr. Rald Niermann rechnet mit einer Lösung im Dezember. „Das führt nicht zu unzumutbaren Verzögerungen.“

Für Klanke steckt in der Geschichte ein fader Beigeschmack, und auch Schmelzer mochte den plötzlichen Sinneswandel nicht nachvollziehen. Friedrich Schrewe (CDU) ärgert sich über die plötzlichen Mehrkosten, für die die Bürger nach seinen Worten zurecht kein Verständnis haben dürften. „Ich fürchte, dass es nicht bei dieser einen Überraschung bleiben wird.“

„Jetzt heißt es abwarten“

Ziemlich überrascht war gestern Rahdens stellvertretender Bürgermeister Wilhelm Kopmann, als er von den Schwierigkeiten beim Krankenhaus-Umbau erfuhr. „Ich bin froh, dass der

Umbau so weit fertig gestellt ist wie er sich beim Tag der offenen Tür präsentiert hat. Jetzt heißt es abwarten, wie die Entscheidung ausfällt.“ Eine Hoffnung hegt er: „Vielleicht besteht ja eine Möglichkeit, dass die Geschosse erhalten bleiben und trotzdem modernisiert wird. Ich hoffe, dass sich dann für die oberen Räume eine neue Nutzungsmöglichkeit finden lässt.“

„Uns soll‘s recht sein“

„Ursprünglich bestand beim Freundeskreis der Wunsch, die oberen Etagen des Bettenhauses bestehen zu lassen“, äußerte sich gestern Dr. Werner Kreft, Vorsitzender des rund 600 Mitglieder starken Krankenhaus-Freundeskreises, zu den Entwicklungen beim Krankenhaus-Umbau. Der Kreis Minden-Lübbecke habe von Anfang an zu verstehen gegeben, dass dies nicht zu finanzieren sei. „Jetzt sieht es so aus, als würden die Stockwerke doch erstmal weiter bestehen. Uns soll‘s recht sein.“

Ideen, wie man die Etagen des Bettenhauses nutzen könnte, hatte Dr. Kreft gestern nicht. „Wir können sie von uns aus nicht instandhalten.“ Es hätte aber klar sein müssen, dass „bei Bauarbeiten Krach entsteht“, betonte Kreft abschließend und harrt nun gespannt der Dinge, die da kommen.

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