Sophie Schwettmann vollendet heute ihr 90. Lebensjahr

„Kreuzworträtsel gut für den Kopf“

Beim Handarbeiten rundum glücklich und zufrieden: Sophie Schwettmann geborene Schwettmann vollendet heute in Varl ihr 90. Lebensjahr.

Rahden - VARL (ges) · Sophie Schwettmann aus Varl ist ein großer Fan des Fußballbundesligisten Borussia Dortmund und sieht liebend gern spannende Boxkämpfe via Bildschirm. Nichts Besonderes? O doch: „Rossmüllers Sophie“, wie sie von den älteren Varlern auch genannt wird, zählt nämlich längst nicht mehr zur Gilde junger Sportbegeisterter, sie vollendet heute ihr 90. Lebensjahr.

        Und ist dennoch jung geblieben – körperlich wie geistig. Sie verfügt über ein Gedächtnis, das manch junger Mensch gern hätte. Sie weiß, was früher in und um Varl losgewesen ist, und auch zu Fragen aus dem Tagesgeschehen hat sie immer eine Antwort parat. Aktuelle Informationen holt sie sich in Gesprächen, beim Zeitung lesen und aus den täglichen Fernsehnachrichten. Das Wissen aus vergangenen Tagen besitzt sie, weil sie früher immer mittendrin war.

„Ich löse noch gern Kreuzworträtsel, das ist gut für den Kopf“, begründet sie ihre erstaunliche geistige Frische. „Und häkeln, stricken und sticken hält die Gelenke fit“, ergänzt sie. Überall in der Wohnung gibt es Beweise für das kreative Wirken der Hochbetagten. An den Wänden hängen Gobelinbilder und auf den Tischen liegen kunstvoll gefertigte Häkeldeckchen. „Und meine selbst gestrickten Strümpfe sind bis heute in der Familie und bei Verwandten heiß begehrt“, gesteht sie.

Kurz: Sophie Schwettmann ist rundum zufrieden. „Die vergangenen neun Jahrzehnte waren eine schöne Zeit“, blickt sie dankbar zurück. „Auch deswegen, weil es in unserer Familie immer ruhig und friedlich zugegangen ist.“

Zum heutigen Ehrentage hat sich die Jubilarin eine ganze Reihe Gäste ins Gasthaus F.A. Wagenfeld eingeladen: Verwandte und Freunde und die Nachbarn sowieso. Ortsvorsteher Werner Rohlfing und Pfarrerin Gisela Kortenbruck gratulieren in offizieller Mission. Der eine für die Stadt Rahden und die Ortschaft Varl, die andere für die Kirchengemeinde.

Dass die Jubilarin auch vor der Hochzeit mit Wilhelm Schwettmann schon Schwettmann hieß, „ist eine zufällige Namensgleichheit“. Sie hatte ihren Ehemann, mit dem sie 1938 vor den Traualtar trat, schon als Kind gekannt. „Näher gekommen sind wir uns dann auf den heißen Findlingen, die früher ganz in der Nähe unseres Hauses lagen. Dort haben sich die jungen Mädchen aus Varl immer mit den Jungs getroffen.“ Nach der Hochzeit zog die damals junge Braut auf den Hof des Ehemannes, heute An den Riehen 2, früher Varl Nr. 61, den sie mit vereinten Kräften bewirtschafteten.

Eine schwere Zeit hatte die Jubilarin, als ihr Mann 1940 in den Zweiten Weltkrieg eingezogen wurde. Er war in Emden stationiert und überwiegend als Fahrer eingesetzt. Im Juni 1945 kehrte er zu Fuß aus Schleswig-Holstein nach Hause zurück. Fortan galt das Streben des Ehepaares wieder der Bewirtschaftung des Hofes.

Die Wiege von Sophie Schwettmann stand ganz in der Nähe des heutigen Wohnhauses. Sie wuchs mit ihrer Zwillingsschwester Minna auf, die vor knapp fünf Jahren verstorben ist. Zudem hatte sie aus der zweiten Ehe ihres Vaters noch eine Halbschwester. Die Jubilarin besuchte die Schule in Varl und unterstützte danach die Eltern in der Land- und Hauswirtschaft. Bis sie der Liebe wegen aus dem Haus ging.

Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Tochter Renate verstarb bereits im zarten Alter von wenigen Wochen. Mit Sohn Ingo und Schwiegertochter Marianne lebt die rüstige Jubilarin in einer Hausgemeinschaft zusammen, und gleich neben-an wohnen Enkelin Malin und ihr Freund Florian sowie die zweijährige Urenkelin Liv. Tochter Dietlind ist mit Hans-Rudolf Galla, dem Bruder von Schwiegertochter Marianne verheiratet. „So ist die Verwandtschaft nicht so groß“, schmunzelt das Geburtstagskind beim Erzählen ihrer Lebensgeschichte. Insgesamt zählen vier Enkelkinder und fünf Urenkel zu den weiteren Nachkommen.

Tipps für das Altwerden hat    Sophie    Schwettmann übrigens nicht: „Das ergibt sich von selbst. Wenn man jung ist, denkt man nicht daran, und plötzlich ist man schon so alt.“

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