Schüler der Realschule lernten die Formel für Sicherheit im Straßenverkehr: Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg

Kreischende Reifen schon bei 30 km/h

Die Mädchen und Jungen der 5b der Realschule haben schnell die Aufgabe „Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg“ verstanden.

Rahden - (km) · Richtiges Verhalten im Straßenverkehr ist immens wichtig. Und man kann es lernen, vor allem, wenn Zusammenhänge verstanden werden. Darum ging es gestern im Rahmen des Unterrichts Verkehrserziehung „Achtung Auto“ für die gut 70 Mädchen und Jungen der fünften Klasse an der Freiherr-vom-Stein-Realschule in Rahden.

Auf dem abgesperrten Bushalteplatz Am Brullfeld führte Volker Schmitz vom ADAC – ganz ehrenamtlich, denn Schmitz ist eigentlich Rentner und war früher bei der Berufsfeuerwehr – die Kinder in das Thema ein: theoretisch und praktisch.

Doch auch der einleitende theoretische Teil war beispielsweise für die Kinder der 5 b mit Klassenlehrerin Daniela Niedringhaus kein Selbstläufer. Schmitz wollte schon, dass die Mädchen und Jungen ihr „grauen Zellen“ in Schwung brachten und so quasi selbst die Lösungen auf offene Fragen fanden. Die Frage, mit wie viel Fläche ein Pkw auf der Straße steht, war schon eine echte Herausforderung. Allerdings von den „30 Zentimetern“ oder den „sechs Quadratmetern“ verabschiedete Schmitz die Schüler schnell. Das eine sei ja keine Flächenangabe, die andere Antwort stimmte auch nicht, denn dann dürfte der Wagen keine Räder haben und läge auf. Doch nach und nach tasteten sich die Schüler an die richtige Antwort: Die vier Räder stehen zusammengerechnet auf einer Fläche von der Größe eines DIN-A-4-Blattes.

Die erste Übung: Laufen und an einer Linie bremsen, um dann zu sehen, wie lange jeder ausläuft, ehe er wirklich steht. Schon da wunderten sich einige Kinder, dass sie nicht wirklich sofort stehen bleiben können. Noch komplizierter wurde es, als Schmitz einen Wimpel senkte, die Kinder also vorher nicht wussten, wann sie stoppen sollten.

Allerdings wunderte sich Schmitz nicht schlecht, wie gut diese Mädchen und Jungen „addieren“ konnten. In besonderer Schnelligkeit war ihnen klar, dass erst Reaktionsweg und Bremsweg zusammen den Anhalteweg ausmachen.

Doch was mit Laufen harmlos aussieht und durchweg auch ist, wird schon ganz anders, wenn ein Fahrzeug eine Rolle spielt. Den Wagen für die Verkehrserziehung hatte Opel gesponsert, die Reifen Michelin. Und gute Reifen sind nicht „ohne“, muss doch der Wagen einige rabiate Bremstests bestehen. Mit kleinen Pylonen hatten die Kinder die Stelle zu markieren, an der sie glaubten, dass der Wagen stehen bleiben würde.

Volker Schmitz stoppt nach der Anfahrt mit 30 km/h mit kreischenden Reifen an der gezeichneten Linie und hätte jetzt alle von den Kindern aufgestellte Pylone überfahren, würden sie auf der Fahrbahn stehen und nicht am Rand. „Jetzt hab ich die ganze Klasse ausgelöscht“, sagt Schmitz. Viel zu kurz hatten die Mädchen und Jungen den Bremsweg eingeschätzt. Als er dann mit 50 Sachen angerauscht kam, stellten die Kinder schon erheblich vorsichtiger die Pylone auf. Schmitz: „Beim zweiten Versuch habe ich fünf Kinder erwischt.“

Mit drastischen Worten beschrieb der Verkehrserziehungsexperte, der ständig in dieser „Mission“ unterwegs ist, was passiert, wenn ein Kind nicht gegen die Scheibe prallt und sich schwerste Verletzungen am Kopf zuzieht. Zunächst werde der Mensch, der unter den Wagen gerate, unnatürlich „zusammengefaltet“, weil es unter dem Pkw so eng ist: „Das Auto presst euch zusammen.“ Und dann, so Schmitz, kommt der heiße Auspuff mit dem noch heißeren Katalysator. Zum Überleben bleiben, bis die Feuerwehr kommt und das unter dem Fahrzeug liegende Opfer befreit, keine Chancen. Sein Fazit aus der Kombination von Reaktionsweg und Bremsweg zum Anhalteweg: „Lasst die Fahrzeuge erst vorbei, bevor ihr über die Straße geht. Egal, wie schnell sie sind.“

Und um alles Gesagte auch „bremsfest“ zu untermauern, durfte dann jedes Kind – gut angeschnallt (von Schmitz sorgfältig überprüft) und im Kindersitz – erleben, was so ein hartes Bremsmanöver für Beifahrer im Auto bedeutet.

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