Bäckerei Kölling in Pr. Ströhen feiert 75-jähriges Bestehen / Wolfram Kölling 25 Jahre Firmenleiter in dritter Generation

Aus kleinen Anfängen zum Filialbetrieb

Die Familie Kölling mit Senior Wilfried (sitzend), Wolfram und Heike, Sohn Thorsten und Tochter Stefanie feierte dieser Tage mit der 30-köpfigen Belegschaft gleich mehrere Jubiläen. Fotos (2): Schubert

Pr. Ströhen - (Art) · Gleich drei Jubiläen wurden in der Bäckerei Kölling in Pr. Ströhen gefeiert: Das 75-jährige Bestehen der Bäckerei, 25 Jahre Kölling’scher Backbetrieb unter Führung von Wolfram Kölling in der dritten Generation und die 25-jährige Firmenzugehörigkeit des Gesellen Manfred Czanetta.

       75 Jahre ist es her, dass Heinrich Brune die Bäckerei an der Pr. Ströher Allee eröffnete. „Damals wurde im alten Steinbackofen gebacken“, erinnert sich Wilfried Kölling, Neffe des Firmengründers, der die Bäckerei 1975 von seinem Onkel übernahm. Schon wenige Jahre nach der Eröffnung musste Brune die Bäckerei vorübergehend schließen, da auch er im Zweiten Weltkrieg an die Front beordert wurde. „Doch nach dem Krieg und als mein Onkel aus der Kriegsgefangenschaft zurückkam, ging es weiter, die Bäckerei wurde um 1945/46 wieder aufgemacht“, erinnert sich der heute 76-jährige.

Da die Ehe seines Onkels kinderlos blieb, absolvierte Wilfried Kölling Ende der 40er Jahre in Hüllhorst seine Lehre zum Bäckergesellen, unterstützte ab 1951 seinen Onkel in Pr. Ströhen und legte seine Meisterprüfung ab. „Damals wurde auch noch mit dem Brotwagen umhergefahren“, weiß der Senior.

1975 nahm Wilfried Kölling mit der Firmenübernahme das Ruder komplett in die Hand. „Zum guten alten Steinbackofen für das Brot kam dann auch ein Elektro-ofen für die Feinbackwaren wie Brötchen und Kuchen hinzu.“ Sohn Wolfram trat mit der Bäckerlehre und bestandener Meisterprüfung in die Fußstapfen seines Vaters. Als dieser 1978 durch einen Autounfall erwerbsunfähig wurde, musste Wolfram Kölling bereits mit 18 Jahren die Geschicke des Unternehmens in die Hand nehmen. „Mit einem Gesellen und einem Lehrling ging es dann weiter“, erinnert sich auch Heike Kölling, die gemeinsam mit ihrem Mann seit 1986 den Betrieb in dritter Generation führt. Geselle Manfred Czanetta ist dem Unternehmen über all die Jahre treu geblieben und wurde im Rahmen einer kleinen Betriebsfeier in Ludewigs Landhaus in Wehe für seine 25-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt.

Vieles hat sich im letzten Vierteljahrhundert in der Bäckerei verändert. Die alten Öfen sind modernen Backgeräten gewichen und die ehemals kleine Backstube hat sich zu einem Filialbetrieb und Zulieferer für Wiederverkäufer gemausert. Der 2008 im Pr. Ströher Aue-Markt eröffnete Backshop ist die jüngste von vier Filialen, zusätzlich zum Hauptgeschäft, in denen es nicht nur Backwaren, sondern auch Kaffee gibt. Zudem werden täglich Schulen, Gaststätten und Kantinen beliefert. 30 Mitarbeiter, davon drei Auszubildende, sind heute im Betrieb beschäftigt.

„Früher haben wir noch früh morgens Brötchen an Privathaushalte ausgefahren“, erinnert sich Heike Kölling. „In die Filialen wurden die Brötchen und weitere Backwaren wie Kuchen und Torten in getrennten Touren geliefert.“ Beides ist heute nicht mehr möglich. „Jetzt muss morgens um sieben Uhr in den Filialen die komplette Angebotspalette bereit stehen. Das erwarten die Kunden einfach.“

Sorge um die Nachfolge müssen sich Heike und Wolfram Kölling nicht machen. Während Tochter Stefanie außerhalb des Unternehmens arbeitet, steht mit Sohn Thorsten schon die nächste Generation für die Weiterführung des Unternehmens bereit. „Thorsten absolviert derzeit nach seiner Bäckerlehre eine Konditorenausbildung in Bielefeld“, so Wolfram Kölling. Denn nur ein von der Pike auf gelerntes Handwerk gewährleiste herausragende Qualität. „Und die steht für uns ganz oben“, so der 51-jährige, der seine Produkte oft Vergleichstests mit den Produkten anderer Bäckereien unterziehen lässt. Beim Stollentest beispielsweise, der alljährlich in der Vorweihnachtszeit von der Innung ausgeschrieben ist, hat Kölling schon mehrfach vordere Platzierungen erzielt. „Für mich ein wichtiger Qualitätstest.“

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