Jägerheim in Hollwede war zum 13. Mal „Lernort Natur“ der Jägerschaft

Kinder auf den Spuren von Dachs, Fuchs, Reh und Hase

Dr. Marcel Holy (rechts) und Fritz Dannhus von der Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz informierten die Kinder über den Eulenbestand rund um den Stemweder Berg. ·

Rahden - HOLLWEDE · „Ein Dachs“, riefen die Kinder aufgeregt durcheinander. Auf Anhieb hatten sie das Tierpräparat erkannt, das ihnen Bent Müller entgegenstreckte. Die Kindergruppe zählte zu den mehr als 130 Vorschülern der Stemweder Kindergärten, die das idyllisch gelegene Jägerheim der Familie Piel für einen Nachmittag in einen „Lernort Natur“ verwandelten. Bent Müller war einer der Jagdexperten, die die sechsjährigen Mädchen und Jungen für Flora und Fauna sensibilisieren wollten.

Um es vorweg zu nehmen: Die insgesamt neun beteiligten Weidmänner und -frauen der Jägerschaft Lübbecker Hegeringe haben ihr Ziel erreicht. Und in den Gesichtern der Kinder war zum Abschluss zu lesen, dass sie einen mehr als interessanten und spannenden Nachmittag miterlebt hatten. „Unsere Veranstaltung ist für die Vorschülerinnen und Vorschüler immer ein Höhepunkt des letzten Kindergartenjahres“, betonte Wolfgang Babina als Sprecher der Jägerschaft. „Und weil das so ist, wird es nach dem 13. Aktionstag in den nächsten Jahren wohl auch eine 14., 15. und 16. Auflage geben“, kündigte er an.

Babina blickte auch kurz auf die Anfänge zurück. „Gestartet sind wir 1999 mit zwei Kindergärten“, erinnert er sich. „Im Jahr darauf haben schon vier Einrichtungen Interesse bekundet, und dann wurden es von Mal zu Mal mehr. Daher haben wir entschieden, nur noch die Vorschüler der Kindergärten einzuladen. Das hat sich bewährt, denn die Sechsjährigen können das Gesehene und Gehörte besser verarbeiten. Zudem sind sie gut vorbereitet“, ergänzte er.

„Ihr müsst immer schön zuhören, was der sagt, der euch in den Wald geführt hat“, mahnte Jörg Ehrenfried die Gruppe von „Waldentdeckern“, nachdem er sie mit Westen, Lupen und „Insektensaugern“ ausgestattet hatte. Gleich daneben kleidete der Imker Thomas Pund Kinder mit Schutzanzügen ein und lud sie zu Kurz-Exkursionen zu den am Rande des Waldes stehenden Bienen-Kästen ein. Anschließend zeigte er ihnen mit seiner Honigschleuder, wie der Honig aus der Wabe ins Glas gelangt. „Von der Blüte bis aufs Brot“ stand über dem Beitrag Punds.

Bent Müller hatte im Jägerheim die Exponate aus der „Rollenden Waldschule“ der Jägerschaft aufgebaut: Tierpräparate, Felle und Gehörne. Bei ihm erfuhren die Kinder alles Wissenswerte über das heimische Feder- und Haarwild.

Mädchen wie Jungen nutzten auch gern ein Bastelangebot. Heidrun Wlecke-Hellmich und Birgit Babina stellten im Vorraum des Jägerheims mit interessierten Kindern „den kleinsten Wald der Welt“ her. Dazu wurden Schuhkartons mit Utensilien aus dem Wald – Blätter, Zweige, Zapfen und Gräser – gefüllt, in den Deckel ein Loch geschnitten, mit transparentem farbigen Papier beklebt und „der kleine Wald“ so ins rechte Licht gerückt.

Kreativ ging es auch bei Horst Kathenbrink und Thomas Hellmich zu. Die beiden Jäger drückten mit Läufen vom Reh oder Hirsch Abdrücke in frischen Ton und überraschten die Kinder mit „versteinerten Fährten“ für das eigene Zimmer. Zum Mitnehmen waren auch kleine Bäumchen, für die die Vorschüler inzwischen sicher einen Platz im Garten gefunden haben.

Alles über heimische Eulen erfuhren die Kinder in der Ausstellung der AG Biotop- und Eulenschutz Stemweder Berg. Dr. Marcel Holy und Fritz Dannhus beantworteten viele Fragen zum Verhalten, Lebensraum, Stimme, Flug, Jagd und Beute, zur Fortpflanzung und zu Schutzmaßnahmen. Dazu zählt beispielsweise das Aufhängen von Nisthilfen. · ges

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