Beim Multi-Kulti-Kochen steht das gesellige Miteinander der Kulturen im Vordergrund / Initiative der Landfrauen

„Kennenlernen ist das Wichtigste!“

Meltem Sendurur (rechts) holt sich nicht nur bei Landfrau Margret Kröger Anregungen für eine neue Lübbecker Gruppe.

Rahden - (Art) · Die Zwiebel ist mit 5 000 Jahren das älteste Gemüse und in den Küchen der ganzen Welt zu Hause – auch in Deutschland. Deswegen stand der jüngste Kochnachmittag der Multi-Kulti-Gruppe in der Rahdener Hauptschulküche auch unter dem dem Motto „Alles rund um die Zwiebel“.

       Eine Veranstaltung, bei der gekocht, gegessen und geklönt wird, hinter der jedoch viel mehr steckt, als einfach nur neue Gerichte aus anderen Kulturen kennen zu lernen.

„Über Integration reden viele, aktiv handeln nur wenige.“ Das sagten sich auch Helga Filbert und Monika Schlottmann, Vorsitzende der Kleinendorfer Landfrauen, vor gut drei Jahren. Die beiden Frauen dachten gemeinsam mit weiteren Landfrauen darüber nach, wie man die unterschiedlichen Kulturen in Rahden zusammenbringen und gerade Frauen ausländischer Herkunft, die allein schon aufgrund sprachlicher Barriere wenig Sozialkontakte zu den Einheimischen haben, aus der Reserve locken kann.

„Wir fanden es schade, dass die Erfolge der Integrationskurse, die die Frauen an der Volkshochschule durchlaufen, einfach so verpuffen“, so Landfrau Margret Kröger. „Denn gerade Frauen anderer Kulturen sind weniger oder gar nicht beruflich tätig und leben oft zurückgezogen im Kreise ihrer Familie ohne Teilnahme am sozialen Leben“, so Helga Filbert, die sich auch im Präventionsrat engagiert.

„Trotz vieler Unterschiede in den einzelnen Kulturen gibt es auch zahlreiche Gemeinsamkeiten. Vieles, das uns verbindet, vieles, woraus sich Gespräche ergeben.“ Schnell war eine Beschäftigung gefunden, die mit praktischer Tätigkeit und ungezwungenen Gesprächen eine Annäherung möglich machte: „Das Kochen ist etwas, das Frauen aller Kulturen gleichermaßen interessiert und bei dem wir alle voneinander etwas lernen können. Deshalb riefen wir, mit Unterstützung der VHS-Dozentin des Kurses ‚Mama lernt Deutsch‘ sowie der Gleichstellungsbeauftragten Angelika Otte das Multi-Kulti-Kochen ins Leben“, so Helga Filbert, die sich angesichts der Vielzahl an Teilnehmerinnen begeistert umblickt.

Landestypisch gekocht wird abwechselnd mal Deutsch, mal Russisch, mal Türkisch. Viele ausländische Mitbürgerinnen aller Altersgruppen, die vorwiegend aus diesen Ländern stammen, sind von Anfang an bei den Kochnachmittagen dabei, und immer wieder kommen neue dazu. Da am Extratisch für Kinderbeschäftigung gesorgt ist, vom Malen bis zum Mitkochen, können auch Mütter samt ihrem Nachwuchs stressfrei daran teilnehmen.

Für die junge Türkin Ayse, die seit 16 Jahren in Deutschland lebt und kurz vor der Niederkunft steht, ist das Multi-Kulti-Kochen zu einer solch bedeutsamen Zusammenkunft geworden, dass sie um Terminverlegung bat, um vor der Entbindung noch an der neuen Veranstaltung teilnehmen zu können. „Diesen Wunsch haben wir gern erfüllt“, so Margret Kröger.

Zwischen der Zubereitung vieler leckerer Gaumenfreuden – von Zwiebelkrüstchen, Zwiebelquiche über „Zwiebellust“ mit angebratenem Hähnchenfleisch, gefüllten Zwiebeln, und Zwiebelbaguette bis hin zu aus der tränentreibenden Knolle selbst hergestelltem Hustensaft – war für persönliche Gespräche immer mal wieder Zeit. „Auch wenn die Spanne zwischen zwei Veranstaltungsblöcken manchmal lang ist, trifft man sich doch immer mal wieder auf der Straße und geht nicht wortlos aneinander vorbei“, freut sich Helga Filbert. „Die ersten türkischen Frauen besuchen sogar schon mit uns unseren Wassergymnastikkursus.“ Und auch bei öffentlichen Veranstaltungen beeindruckt die Multi-Kulti-Gruppe mit ihren internationalen Gaumenfreuden die Besucher.

Ein Beispiel, das Schule machen könnte. Denn mit der Türkin Meltem Sendurur und der aus dem Kosovo stammenden Lahije Shalar nahmen zum zweiten Mal zwei Frauen der Lübbecker Migrantenorganisation „Verständigung und Integration“ an dem Kochnachmittag teil, die Ähnliches im Mehrgenerationenhaus der Diakonie planen. Wer aus dem Lübbecker Raum an solch einer Veranstaltung Interesse hat, kann sich bereits jetzt bei Karl-Heinz Holt unter 05741/2358079 anmelden.

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