Erste Öffnung am „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher an / Magdalene Kottenbrink: „Spannendes Haus“

Kantorenhaus stiehlt Kirchturm die Schau

„Ein spannendes Haus“: Magdalene Kottenbrink (r.) legte ihrem Vortrag über das Kantorenhaus an der Langen Straße 17 Fakten, Wahrnehmungen und Vermutungen zugrunde. ·

Rahden - Das vergleichsweise kleine Kantorenhaus an der Langen Straße in Rahden stahl dem mächtigen Kirchturm der St.-Johannis-Kirche am Sonntag die Schau. Zum ersten Mal öffnete die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Rahdens am deutschlandweiten „Tag des offenen Denkmals“ die Türen und Fensterläden des sanierungsbedürftigen Fachwerkhauses und ließ Besucher herein – und die kamen in Scharen, während in der Kirche trotz Turmführungen nicht so viel los war.

„Ich staune über die Besucherzahl. Da hätte ich nicht mit gerechnet“, war Angelika Hassfeld vom Vorstand der Rahdener Landfrauen hellauf begeistert. Sie und ihre Mitstreiterinnen hatten auf der Deele des Hauses ein Kuchenbüfett aufgebaut, an dem man sich gegen eine kleine Spende bedienen konnte, und boten ihr Backbuch „Erprobte Back-Rezepte der Rahdener Landfrauen“ an. Ein paar Exemplare waren schon weg.

Die Besucher schlenderten durch die vom CVJM Rahden illuminierten Räume und sahen sich um. Manche warteten mit dem Gucken auf Magdalene Kottenbrink, die sich bereit erklärt hatte, zwei Führungen anzubieten.

„Mit welchen Gefühlen verlassen Sie das Haus ?“, stand auf einem Zettel, den die Presbyterinnen Maike Griepenstroh und Brunhilde Meier an der Pforte aufgehängt hatten. Sie sammelten Eindrücke, die sie zur weiteren Verwendung ins Presbyterium tragen wollten, denn bislang weiß die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde laut Pfarrer Stefan Thünemann nicht, was mal aus dem Zweiständerhaus werden soll. Den Zustand des Gebäudes beschrieben die Kommentare „Erhalten, aber das will ich nicht geschenkt haben“, „Teurer Spaß“ und Herausforderung, viel Arbeit“ schon ganz treffend. „Total zufrieden“ waren Meier und Griepenstroh mit der Zahl der Besucher, die mit Regenschirmen bewaffnet bis vors Haus standen, um Magdalene Kottenbrink sprechen zu hören.

„Es ist wirklich ein spannendes Haus“, begann diese ihre Ausführungen und erklärte, was das 1810 gebaute Zweiständerhaus zu einem Ackerbürgerhaus machte. „Hinter dem Haus befand sich ein Acker zur eigenen Verpflegung“, sagte die ehemalige Museumshof-Leiterin, die ihrem Vortrag „Fakten, Wahrnehmungen und Vermutungen“ zugrunde legte. Zum Haus hätte mal das Grundstück des Kindergartens sowie das des Pfarrhauses gehört, informierte sie.

„Wir wissen, dass hier ein von der Kirche angestellter Lehrer gewohnt hat, der auch Organist war“, so die Expertin, die sich auf die „Chronik der Gemeinde Rahden 1818-1888“ von Werner Kirchhoff bezog. Besonders beeindruckend fand Kottenbrink den an die Deele angeschlossenen „Original-Ziegenstall“. Eine weitere Besonderheit des Hauses sei, dass es zu zwei Dritteln unterkellert sei. „Aber Herr Thünemann wollte nicht mit mir in den Keller gehen“, brachte Magdalene Kottenbrink ihre aufmerksamen Zuhörer zum Lachen. · kap

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