32 Schüler bei Projekt „Helfen lernen“

Jugendliche „stemmen Stemwede“

Wir bauen Knusperhäuschen: Marco Hohmeier (2.v.l.) und Erzieherin Olga Gordok unterstützen Justin, Julius, Jule, Hannah und Marilen im DRK-Kindergarten „Krümelkiste“ in Dielingen beim Weihnachtsbasteln.

Stemwede - (ges) · „Man merkt, dass die Jungs das gerne machen, und das wiederum spüren die Kinder“, stellt Bianca Nobbe-Suhrbier fest. Die stellvertretende Einrichtungsleiterin lässt die Blicke über die Basteltische schweifen, an denen drei Siebtklässler der Stemwederberg-Schule in der DRK-Tagesstätte für Kinder in Dielingen mit Mädchen und Jungen mit großem Eifer Knusperhäuschen herstellen.

        Die drei Jungs sind der 13-jährige Alessandro Dentice sowie die ein Jahr jüngeren David Gomes Pereira und Marco Hohmeier. Das Trio besucht die Realschulklasse 7 b der Wehdemer Verbundschule und beteiligt sich am Projekt „Helfen lernen – wir stemmen Stemwede“, das von der Gemeindehjugendpflegerin Dorit Bültermann mitinitiiert und -organisiert wird. Seit dem Spätsommer beteiligen sich insgesamt 32 junge Menschen an der Aktion und stellen sich einmal wöchentlich in ihrer Freizeit für gut anderthalb Stunden in den Dienst am Nächsten – in Kindergärten, Sportvereinen, Schulen, Seniorenheimen und Behinderteneinrichtungen im Bereich der Gemeinde Stemwede.

Zehn Mal waren David, Marco und Alessandro inzwischen bei den Mädchen und Jungen im DRK-Kindergarten „Krümelkiste“ in Dielingen. „Wir hatten Glück und haben unseren Wunsch-Platz bekommen“, berichtet Alessandro mit leuchtenden Augen. Man merkt ihm an, dass ihm der freiwillige Dienst mit den Kindern Freude bereitet. „Es macht Spaß, mit den Kindern zu lesen, klettern, basteln oder einfach nur herumzutoben“, sagt er und wendet sich gleich wieder den Kindern zu, mit denen er gerade beim Basteln zusammensitzt.

„Wir verbringen die meiste Zeit in den Gruppenräumen“, zieht David ein erstes Resümee, „wenn es das Wetter zulässt, sind wir mit den Kindern aber auch draußen, um Fußball, Verstecken oder Kriegen zu spielen.“ Besonders stolz ist er darauf, „dass ich einmal im Maxi-Club Pizza backen durfte“. Marco ergänzt, „dass wir den Kindern auch beim Anziehen der Jacken und Stiefel helfen“ und freut sich, „dass sich in den zurückliegenden Wochen schon Freundschaften mit den Kindern entwickelt haben“.

Als David, Marco und Allessandro jünger waren, haben sie selbst den Kindergarten in Dielingen besucht. Deswegen waren und sind ihnen die Räumlichkeiten nicht unbekannt. Ihre Beteiligung am Projekt „Helfen lernen“ sehen alle drei als schöne Abwechslung. Beruflich haben sie allerdings andere Vorstellungen: Marco möchte eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker absolvieren, Alessandro strebt nach der Entlassung aus der Realschule das Abitur und ein späteres Studium an, und David könnte sich derzeit gut vorstellen, mal als Koch zu arbeiten.

Ortswechsel: Kegeln, Gesellschaftsspiele, Waffeln und Kekse backen und gemeinsam spazieren gehen. Auch die 14-jährige Saskia Bollmann verzichtet an einem Nachmittag in der Woche auf einen Teil ihrer Freizeit und hilft regelmäßig im Seniorenheim Stiftsort Levern. „Das mache ich gern“, strahlt die junge Niedermehnerin und blickt insgesamt dankbar für die bisher gemachten Erfahrungen auf die zurückliegenden Wochen zurück. Die 14-Jährige wechselt sich bei ihrem freiwilligen Dienst in der Senioreneinrichtung mit der ein Jahr jüngeren Larissa Charleen Redeker ab.

Einrichtungsleiter Carsten Langer hat Respekt vor den Jugendlichen. Gerade vor Altenheimen würden bei jungen Leuten doch eher Berührungsängste bestehen, hatte er bisher immer gedacht. „Die beiden Mädchen, die wir jetzt hier haben, sind herrlich unvoreingenommen und beleben den Alltag für die Einrichtung und ihre Bewohner“, betont er.

„Ein mulmiges Gefühl hatte ich am Anfang schon“, gibt Saskia heute unumwunden zu, „weil nur wenige Kinder wissen, wie alte Menschen leben“. Alle Vorbehalte der Anfangszeit seien inzwischen aber längst ausgeräumt. „Jetzt macht es Spaß und gute Laune. Ich freue mich, wenn sich die Senioren freuen“, gibt die 14-Jährige zu.

Saskia Bollmann würde gern im nächsten (Schul-)Jahr weitermachen. Nicht zuletzt deswegen hofft Gemeindejugendpflegerin Dorit Bültermann auch, dass das Projekt 2010/2011 weitergeführt und eventuell sogar fest im Schulprogramm installiert wird.

Frederica und Charlotte Klußmann (13) haben sich, wie noch zwei weitere Mitschüler, bei der Vergabe der Plätze für das „Haus Buschgarten“, eine Einrichtung für Behinderte in Wehdem, entschieden. „Der wöchentliche Umgang mit den Behinderten macht uns Spaß“, sagen die beiden Mädchen. Die Zwillinge wissen schon heute, dass sie sich wieder für das „Haus Buschgarten“ entscheiden würden, wenn das Projekt im kommenden Schuljahr weiterläuft. Die beiden 13-Jährigen erhalten für ihr Engagement viel Lob aus berufenem Munde: „Das Projekt an sich ist eine ganz tolle Idee“, sagt Frau Attrot, bei der Lebenshilfe Lübbecke verantwortlich für den Betrieb des Hauses Buschgarten, Frederica und Charlotte engagieren sich mit vollem Einsatz in unserer Einrichtung, die Bewohner mögen sie sehr und haben großes Vertrauen zu den Mädchen“.

Auch Dorit Bültermann legt eine Zwischenbilanz vor: „Das Projekt läuft gut und ist beständig. Alle sind super zufrieden und von der Resonanz sind wir überwältigt“, blickt die Gemeindejugendpflegerin sehr zufrieden auf die ersten drei Projektmonate zurück. Die Arbeitsfelder in den 40 sozialen Einrichtungen in Stemwede seien zwar nicht ganz einfach, würden von den Jugendlichen alles in allem aber hervorragend gemeistert. „Ich bin beeindruckt, dass sich die Jugendlichen darauf eingelassen haben“, gibt Dorit Bültermann zu und bescheinigt allen Siebtklässlern, „dass sie sich motiviert und zuverlässig an einem Nachmittag in der Woche Zeit nehmen, um anderen Menschen zu helfen“. „Die Zwölf- bis 14-Jährigen werden anschließend viel aufmerksamer durch ihren Alltag gehen“, weiß die Gemeindejugendpflegerin schon heute.

nWaffeln und

nKekse backen

nAufmerksamer

ndurch den Alltag

nSaskia möchte

nweitermachen

nWunschplatz

nbekommen

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

24. Auflage Oldtimer- und Teilemarkt

24. Auflage Oldtimer- und Teilemarkt

Millionen-Protest gegen Peking in Hongkong

Millionen-Protest gegen Peking in Hongkong

„Gegen einen Dieter-Bohlen-Fluch ist kein Kraut gewachsen!“ - Netzreaktionen zu #SVWF95

„Gegen einen Dieter-Bohlen-Fluch ist kein Kraut gewachsen!“ - Netzreaktionen zu #SVWF95

Jubiläum des Theaters Metronom

Jubiläum des Theaters Metronom

Kommentare