Marode Anlage in der Grundschule Oppenwehe wird aus Kostengründen nicht durch Holzhackschnitzelheizung ersetzt

Jetzt Gasheizung mit Brennwerttechnik

Michael Kapke (Mitte) vom Ingenieurbüro Reich + Hölscher aus Bielefeld erläuterte den Mitgliedern des Betriebsausschusses für Zentrales Gebäudemanagement die Mängel an der Heizunganlage der Oppenweher Grundschule.

Oppenwehe - (ges) · Der Betriebsausschuss für Zentrales Gebäudemanagement (ZGM) in der Gemeinde Stemwede hat den Beschluss gekippt, die marode Schwerkraftheizung mit Ölfeuerung in der Grundschule Oppenwehe durch eine Holzhackschnitzelanlage zu ersetzen. Aus Kostengründen soll es jetzt eine Gasheizung mit Brennwerttechnik werden.

        Der Betriebsausschuss sprach sich in seiner Sitzung am Dienstagabend in der Aula der Grundschule im Obergeschoss des Gebäudes einmütig für den Einbau einer Heizungsanlage aus, die allen energetischen Ansprüchen gerecht wird. Nach Aussage von Michael Kapke vom Ingenieurbüro Reich + Hölscher aus Bielefeld können die Energiekosten durch den Einbau der neuen Anlage um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. In den vergangenen drei Jahren lag der Heizölverbrauch für die derzeit noch zwei Heizungsanlagen in der Grundschule und im Turnhallenbereich im Durchschnitt bei 52 000 Litern jährlich.

Zudem soll bei der Ausschreibung der Arbeiten bei den Anbietern alternativ angefragt werden, ob die Möglichkeit besteht, die Turnhalle mit Flächenheizstrahlern in den Wänden oder Heizbändern im Dachbereich auszurüsten und die Gesamtanlage für eine solarthermische Nutzung vorzubereiten, um damit eine weitere Kosteneinsparung zu erzielen.

Weil von der ebenfalls maroden Dachkonstruktion derzeit noch keine akute Gefahr ausgeht, wird die Maßnahme zunächst zurück gestellt. Wenn eine entsprechende Ausschreibung erfolgt und über Einsparungen beraten worden ist, werden sich die Mitglieder des Betriebsausschusses erneut mit der Angelegenheit Turnhallendachsanierung befassen.

Der Betriebsausschuss hatte die Grundschule Oppenwehe als Tagungsort gewählt, weil es dort neben der maroden Heizunganlage noch weitere grenzwertige Ausstattungsdefizite gibt. Bei einem Rundgang durch die Klassenräume machte Schulleiter Ansgar Matern beispielsweise deutlich, dass die Linoleumbeläge auf dem Boden dringend erneuert werden müssen. „Unser Wunsch wäre, dass der vermutlich noch aus dem Jahre 1957 stammende Linoleumbelag in allen Klassenräumen durch Nadelfilz ersetzt wird. Der jetzige Fußbodenbelag hat nur so lange gehalten, weil er immer gut gepflegt worden ist.“

Nach der Besichtigung ging es um Fakten: Das Fachingenieurbüro Reich + Hölscher hat ermittelt, dass die Gasheizung mit Brennwerttechnik gegenüber der ursprünglich geplanten Holzhackschnitzelanlage 241 700 Euro günstiger sein wird. Damit stünden der Gemeinde noch Konjunkturmittel in Höhe von gut 151 000 Euro zur Verfügung, mit denen das Dach der Turnhalle saniert werden könnte. Da sich die Gesamtkosten für die Maßnahme aber auf insgesamt 260 500 Euro belaufen würden, müsste die Differenz durch Kreditmittel in Höhe von 109 000 Euro finanziert werden. Für die zusätzlich angepeilte solarthermische Nutzung kämen noch einmal 19 000 Euro hinzu. „Im Gesamtpaket sind das etwa 128 000 Euro vom Kreditmarkt“, fasste Ausschussvorsitzender Jörg Tielbürger die Kostenaufstellung zusammen.

Auf Grund der angespannten Finanzlage wartet der Betriebsausschuss jetzt ab, was die Ausschreibungsergebnisse bringen. „Wir haben im Herbst die Kosten ermittelt, die Preise dürften bei einer neuen Ausschreibung zu halten sein“, hatte Michael Kapke zuvor mitgeteilt. Einsparungen könnten bestenfalls bei der Auswahl des Kessels und der Schornsteinanlage möglich sein, deutete er an, „weil es verschiedene Hersteller mit ähnlich guter Qualität gibt“.

Während der Diskussion erinnerte Friedrich Lange (FDP) an den Grundsatzbeschluss des Rates, nicht mehr in die Technik des zur Turnhalle gehörenden Lehrschwimmbeckens zu investieren. Er sah in dem Bereich Einsparmöglichkeiten, „weil die Heizungsanlage kleiner dimensioniert werden kann“. Dem entgegnete Monika Lösche (CDU), dass es bei dem früheren Ratsbeschluss ausschließlich um die Erneuerung der Schwimmbadtechnik gegangen sei. „Erst wenn die Technik mal streikt, dann müssen wir über eine Schließung nachdenken.“

Der Experte des Bielefelder Ingenieurbüros teilte dazu mit, dass die Heizungsanlage gerade so groß ausgelegt sei, dass bei starken Minusgraden die Schule noch beheizt werden könne, nicht jedoch das Schwimmbad. „Ohne das Lehrschwimmbecken wird die Heizung nicht kleiner.“

Vor dem Hintergrund weiterer Einsparpotenziale durch energetische Maßnahmen im Bereich von Grundschule und Turnhalle wurde auch über eine Fassadendämmung gesprochen. Die Firma K + L hatte bei einer Untersuchung von insgesamt 39 Gebäuden ermittelt, dass bei einem finanziellen Einsatz von 114 000 Euro für eine Fassadendämmung jährlich mehr als 10 000 eingespart werden könnten. Die Gutachter wären zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Kosten bereits nach zehn Jahren amortisieren würden. Über die Maßnahme wird ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt gesprochen.

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