Obsthof Aping in Westrup feiert sein hundertjähriges Bestehen / Angefangen mit gängigen Tafel- und Wirtschaftsäpfeln

Im Jahre 1910 die ersten Obstbäume gepflanzt

„100 Jahre Familie Aping“: Gern blättert der 62-jährige Wilhelm Aping in der Familienchronik mit alten Fotos und Dokumenten aus früheren Jahren.

Rahden - WESTRUP (ges) · „Schon Generationen vor uns haben gewusst, dass auf dem Boden am Stemweder Berg gutes Obst gedeiht, sagt Wilhelm Aping. Zum einen sei es die exponierte Lage am Südhang des Höhenzuges, zum anderen die Bodenbeschaffenheit, „die auch in trockenen Sommern das Wasser hält und genügend Feuchtigkeit an die Wurzeln der Bäume abgibt“.

Der 62-jährige Obstbauer aus Westrup blickt stolz auf ein Datum: „Es ist genau hundert Jahre her, dass mein Großvater in Reih und Glied die ersten Obstbäume auf unserem Grundstück gepflanzt hat. Damit feiert der weithin bekannte Obsthof Aping, der inzwischen in vierter Generation betrieben wird, in diesem Jahr ein seltenes Jubiläum.

Gepflanzt und geerntet wurden in den ersten Jahren die früher gängigen Tafel- und Wirtschaftsäpfel Boskoop und Berlepsch. Bei Birnen setzte sich insbesondere die Sorte „Köstliche von Charneu“ durch. Die Vermarktung des Obstes war damals noch ausgesprochen mühsam. Den Hauptabsatz hatten die Vorfahren der heutigen Betreiber auf dem Wochenmarkt in Osnabrück. Der Versand erfolgte in Weidenkörben meistens per Bahn bis ins Ruhrgebiet. Zudem wurde das geerntete Obst beim Hofverkauf an Händler und private Kunden weiter gegeben.

Noch heute säumen die ersten Bäume, die der Großvater des heutigen Betriebsinhabers vor hundert Jahren gepflanzt hat, die Einfahrt zu dem alten Fachwerkgebäude an der Stemwederberg-Straße. Sie stehen aber nicht mehr allein, wie in den Anfangsjahren, sondern sind Bestandteil einer großen Spalierobst-Anlage. Großen Anteil am Auf- und Ausbau des Betriebes hatten auch Heinrich und Edith Aping, die Eltern des heute 62-jährigen Wilhelm Aping.

In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als der damals junge Wilhelm Aping und seine Frau Marie-Luise den Betrieb übernahmen, war der Hof auf mehrere wirtschaftliche Standbeine gestellt: Landwirtschaft mit Herdbuchzucht, Schweinemast, Milchviehhaltung und 50 Hektar Acker- und Weidenflächen zur Bewirtschaftung. Zu der Zeit kümmerten sich die Eltern von Wilhelm Aping um den Obstbau.

1985 konzentrierte sich die Familie Aping auf das, was schon der Betriebsgründer 1910 begonnen hatte: auf die Obsterzeugung am sonnigen Südhang des Stemweder Berges und die Vermarktung in Eigenregie. Spargel, Erdbeeren und Kirschen, insbesondere aber mehr als 20 Apfelsorten sowie Birnen und Pflaumen ermöglichten es der Familie Aping, jedes Jahr über einen längeren Zeitraum frisches Obst auf den Markt zu bringen. In zwei Kühlhäusern wurde das Obst bis zum Frühjahr des Folgejahres frisch gehalten.

Vermarktet werden die Produkte heute im Hofladen, der sich im denkmalgeschützten Fachwerkhaus aus dem Jahre 1811 befindet sowie auf Wochenmärkten in der Region. Zudem fahren Apings zwei Mal in der Woche zum Großmarkt nach Bremen, um Abnehmer für ihre Erzeugnisse zu finden. „Im Moment nehmen wir Zwetschgen mit in die Hansestadt und kommen meist mit Feldgemüse zurück“, beschreibt der 62-Jährige den Betrieb auf dem Hof.

Natürlich informiert Aping seine Kunden über die Herkunft der zugekauften Produkte, „weil uns Aufklärung sehr am Herzen liegt“. Das gilt auch für Ehefrau Marie-Luise und den Hofnachfolger, den 37-jährigen Michael Aping.

Von den hochstämmigen Obstbäumen in Hofnähe hat sich Wilhelm Aping bis heute nicht getrennt. „Die werden ehrenhalber erhalten, auch in Erinnerung an Opa Wilhelm.“ Aber auch deswegen, weil die alten Bäume mit ihren mächtigen Stämmen immer noch reichlich Früchte tragen und der Vogel- und Insektenwelt ein Heim bieten. Nach dem Tode von Vater Heinrich hat Wilhelm Aping dessen Imkerei übernommen.

Viel Zeit für Hobbys bleibt dem 62-Jährigen daher nicht, insbesondere in den vergangenen Wochen und Tagen, als der morgige . Apfeltag vorbereitet werden musste. Aping beschränkt seine Freizeitaktivitäten auf eine Mitgliedschaft im Rotary Club, „und wenn es mal passt, dann gehe ich auf die Jagd“.

▪ Anfangs mühsame

▪ Vermarktung

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