Dr. Dr. Bense referierte über Störche

Informatives und Deftiges vom Büfett

Heinz Wiegmann (rechts) und Friedrich Schepsmeier (links) mit Dr. Dr. Alfons Bense, der beim Kulturfrühstück im Weher Müllerhaus einen interessanten und informativen Vortrag über Störche hielt.

Rahden - WEHE (ges) · Dr. Dr. Alfons Bense hat bei seinem Vortrag im Müllerhaus des Weher Bockwindmühlen-Ensembles eindrucksvoll bewiesen, warum er weithin als „Storchenvater“ bekannt ist: Mit einer geschickten Mischung aus wissenschaftlichen Aspekten, Bildern mit lokalem Bezug und anekdotischen Einwürfen gelang es ihm mit Leichtigkeit, alte wie jüngere Zuhörer in seinen Bann zu ziehen.

        Kulturfrühstück nannte sich die Veranstaltung, mit der die Mühlenfreunde des Heimatvereins Wehe in die neue Saison starteten. Während im vergangenen Jahr mit den „Quesenköppen“ musikalische Beiträge im Vordergrund standen, galten diesmal das gesprochene Wort und Lichtbilder – anderthalb Stunden lang, immer interessant, informativ und kurzweilig.

Zum Auftakt war von „Mühlenvater“ Heinz Wiegmann und seinem Helferteam erst einmal Organisationstalent gefragt, denn die Zahl der Besucher überschritt die Zahl der Anmeldungen deutlich. „Wir schicken natürlich niemanden wieder nach Hause“, betonte Wiegmann und stellte im Müllerhaus zusätzliche Stühle auf. Auch das im Vorraum aufgebaute Frühstücksbüfett reichte für alle, „weil wir vorsichtshalber sehr großzügig geplant haben“. Brötchen und Vollkornbrot gab es, dazu Butter, Wurst, Schinken, Käse und Marmelade.

Friedrich Schepsmeier, als dritter Vorsitzender im Heimatverein verantwortlich für den kulturellen Bereich, begrüßte besonders den Referenten des Vormittags und stellte mit Blick auf das Thema fest, dass der Storch ein besonderer Bewohner unserer Kulturlandschaft sei, um den sich viele Geschichten rankten. „Der Storch bringt die Kinder, und der Storch beißt ins Bein“, nannte er nur zwei der Besonderheiten, die Meister Adebar nachgesagt werden. „Storchenvater“ Dr. Dr. Bense stellte Schepsmeier als Mann vor, „der immer den Störchen hinterher steigt“ und zitierte kurz aus dessen Buch „Altes Storchenland an Weser, Bastau und Dümmer“.

Dr. Dr. Bense eröffnete seinen Vortrag mit der Feststellung, dass der Großvogel aus dem Mittelmeerraum zu uns gekommen sei. „In einer Zeit, in der der Mensch für Ackerbau und Viehzucht größere Freiflächen ohne Baumbestand geschaffen hat.“ In den Geest-Lagen sei das etwa im Jahre 850, in den Flussniederungen gut 250 Jahre später gewesen. „Im Mühlenkreis treffen sich ‚Westzieher‘, die über Spanien nach Westafrika ziehen und jedes Jahr schon früh zurückkehren. ‚Ostzieher‘, die über den Balkan, die Türkei, Arabien und Ostafrika bis ins 10 000 Kilometer entfernte Südafrika fliegen, kehren wegen des langen Weges erst Ende März oder Anfang April zurück.“ Während von den Jungstörchen nur etwa jeder vierte den Weg heil zurückschaffe, bewältigten erfahrene Vögel den weiten Weg in der Regel unbeschadet. Für eine stabile Population seien etwa zwei ausgeflogene Junge pro Jahr und Brutpaar erforderlich. Bei den 30 Brutpaaren und 60 Jungstörchen im vergangenen Jahr sei diese Relation im Mühlenkreis derzeit gewahrt.

Rückblickend informierte Dr. Dr. Bense, dass 1990 nur noch drei Storchenpaare im Kreisgebiet gebrütet hätten. 20 Jahre später seien es schon wieder 30 Paare gewesen, mit steigender Tendenz. „Auch Wehe hat gute Chancen zur Ansiedlung von Störchen, wenn eine ausreichend hohe und gut platzierte Nisthilfe angeboten wird.“

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