Friedhofslinde an der Oppenweher Klus ist rund 360 Jahre alt

Imposantes Naturdenkmal

Baum mit Symbolkraft: Eine sprichwörtlich „tausendjährige“ Linde ist der stattliche Laubbaum in Oppenwehe nicht, trotzdem ist die Friedhofslinde mit ihrer ausladenden Krone nicht weniger beeindruckend. ·
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Baum mit Symbolkraft: Eine sprichwörtlich „tausendjährige“ Linde ist der stattliche Laubbaum in Oppenwehe nicht, trotzdem ist die Friedhofslinde mit ihrer ausladenden Krone nicht weniger beeindruckend. ·

Oppenwehe - Von Sonja RohlfingSchattenspender, CO2-Speicher, Lebensraum für Vögel und Insekten, Ort des Friedens und vielleicht des ersten Kusses – Bäume spielen eine wichtige Rolle in unserer Kulturgeschichte. Rund 30 Einzelbäume oder Baumgruppen in Stemwede sind aufgrund ihrer besonderen Bedeutung in der Liste der Naturdenkmäler des Kreises Minden-Lübbecke eingetragen. Als einzige Linde gehört die auf dem alten Friedhof in Oppenwehe dazu. Sie hat schon viele, viele Jahre auf dem hölzernen Buckel.

Eine sprichwörtlich „tausendjährige“ Linde ist der stattliche Laubbaum in Oppenwehe nicht, trotzdem ist sie nicht minder beeindruckend. Der Verein Oppenweher Klus hat vor einigen Jahren das Alter ermitteln lassen. Danach ist der Baum mehr als 360 Jahre alt und wurde ungefähr 1649 gepflanzt. „Natürlich wollen wir uns nicht exakt auf diese Jahreszahl festlegen, das wäre unseriös“, erläutert Ortsheimatpfleger Peter Kokemor. Dennoch mache dieses Datum historisch durchaus Sinn.

Belegt ist, dass 1648 nach Ende des Dreißigjährigen Krieges an dieser Stelle eine neue Kapelle errichtet wurde. Nachvollziehbar sei es, dass man zeitgleich neben der Kapelle auch gleich einen jungen Kirchbaum gepflanzt habe.

„Bodenqualität und klimatische Verhältnisse beeinflussen das Wachstum“, weiß Kokemor. Auf dem kargen Sandboden wachsen Linden deutlich langsamer als im Bundesdurchschnitt. Als Vergleichsmaßstab konnten die Oppenweher glücklicherweise die Lindenallee auf dem Markplatz heranziehen. Sie ist nachweislich 1893 angepflanzt worden.

Mit dem Zustand der alten Friedhofslinde ist Peter Kokemor zufrieden. „Der Linde geht es gut“, sagt er. Einige Stahlringe seien angebracht worden, damit der Baum das Gewicht der Äste besser tragen könne.

Linden haben für den Menschen seit jeher einen besonderen Stellenwert. Schon die Germanen weihten den in ganz Europa vorkommenden Laubbaum mit dem süßen Blütenduft und der ausladenden Krone ihrer höchsten Göttin Freya. Die Linde gilt als ein Symbol für Gerechtigkeit, Liebe, Frieden und Heimat sowie als Platz der Gemeinschaft. Heute gibt es in Städten und Gemeinden Bürgerhäuser, früher gab es Dorflinden. In ihrem Schatten spielte sich das gesellschaftliche Leben ab. Dort wurden Nachrichten ausgetauscht, getanzt, gefeiert, geheiratet, aber auch Gericht gehalten.

Der beliebte Allee- und Parkbaum gab vielen Städten und Dörfern den Namen und ging als Symbol für Tapferkeit und Sieg in Wappen ein. Wie tief die Linde im Volksleben verwurzelt ist, zeigt auch eine große Zahl von Gedichten, Liedern („Am Brunnen vor dem Tore“), Sagen und Legenden (Nibelungensage).

Aus der Lindenblüte bereiteten schon unsere Großmütter ihren Haustee, der bei grippalen Infekten durch seine schweißtreibende Wirkung für Linderung sorgt.

Der internationale Tag des Baumes am 25. April rückt jedes Jahr alle Bäume in den Mittelpunkt. Durch unterschiedliche Aktionen soll die hohe Bedeutung der Bäume nähergebracht und im Bewusstsein gehalten werden.

Verschiedenste Organisationen rufen die Menschen dazu auf, einen Baum zu verschenken, zu pflanzen, zu begießen, zu schützen oder einfach den Lieblingsbaum zu besuchen.

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