Sanitäts- und Auslandsdienst (SAD) zieht positive Bilanz / Den Ärmsten in Osteuropa weiterhin unter die Arme greifen

„Hilfsbereitschaft ist überwältigend“

Fast 40 000 Kilometer haben die Helfer in diesem Jahr allein an Transportweg in die Empfängerländer zurückgelegt, wo die Spenden sehnsüchtig erwartet wurden. Fotos (2): Schubert

Rahden - TIELGE (Art) · „Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist überwältigend.“ Diese erfreuliche Bilanz zog jetzt Wolfgang Thieme vom Sanitäts- und Auslandsdienst (SAD) in Tielge, der sich ehrenamtlich der Unterstützung der Ärmsten der Armen in Osteuropa verschrieben hat.

Vom Kuschelteddy bis zum Kinderzimmer, von der Couchgarnitur bis zum Wäschetrockner bringen Menschen, die sich für Bedürftige engagieren wollen, ausgediente, aber gut erhaltene Güter zur Sammelstelle an der Tielger Allee.

„Es spricht sich unter den Leuten herum, dass wir auch mit großvolumigen Hilfsgütern wie Schränken und Betten humanitäre Hilfe leisten“, so Thieme erfreut. Hinzu kommen immer wieder ganze Paletten voller Lebensmittel und weiterer Waren namhafter Ketten – meist MHD-Ware und Produkte, die wegen eines Sortimentswechsels nicht mehr verkaufsfähig sind. „Von Mayonnaise über Sauerkraut bis hin zu hochwertigen Tapeten ist alles dabei.“ Erst kürzlich konnte Thieme, der mit seinem Unternehmen auch Krankenfahrten im Dialyse-Bereich übernimmt, zehn ausgediente Krankenhausbetten und fünf Dialysestühle mit nach Rumänien nehmen. „Für die dortigen Krankenhäuser war das wie ein Sechser im Lotto.“

Mit einer kleinen Bilanz möchte er den Spendern einen Einblick in den Verbleib der Spenden geben. Insgesamt 16 Transporte haben er, Sohn David und weitere Ehrenamtliche in diesem Jahr 38 860 Transportkilometer quasi „mal eben“ neben dem eigentlichen Job gefahren – die Abholung bei den Großfirmen wie beispielsweise in Hessen nicht eingerechnet.

Insgesamt sind Hilfsgüterlieferungen in Höhe von 126,75 Tonnen nach Osteuropa bewegt worden. „Lebensmittel, neue Kleidung und medizinische Ausrüstung haben einen geschätzten Wert von mehr als 165  000 Euro, ausrangierte Möbel und so weiter nicht eingerechnet.“ Sechs Mal sind Thieme und seine Helfer zu Fahrten nach Rumänien, acht Mal nach Polen und Estland sowie zweimal nach Kaliningrad aufgebrochen – und schon wieder ist das Lager rappelvoll.

„Noch vor Weihnachten, am 22. Dezember, wird ein Kinderheim in Polen mit dem Nötigsten versorgt“, erklärt Thieme, der froh ist, in den armen Ländern mit der Caritas und der Unterstützung der Regierung gute Partner gefunden zu haben. „Wir können den Spendern nicht genug danken“, so Thieme, der bedauert, dass die hilfsbereiten Menschen den Funken Glück in den Augen der Menschen in den Empfängerländern nicht selbst erleben können.

„Wir versuchen sie auf diese Art und Weise ein wenig daran teilhaben zu lassen.“ Und auch 2011 soll sich daran beim SAD nichts ändern. „Denn wir setzen auf eine kontinuierliche, projektorientierte Hilfeleistung in den Armen- und Elendsgebieten und freuen uns über jegliche Unterstützung.“ Rein ehrenamtlich und durch Spenden aus der Bevölkerung finanziert.

„Im Gegensatz zu anderen Institutionen erhalten wir keine öffentlichen Zuschüsse“, macht Wolfgang Thieme deutlich. „Unsere Arbeit ist nur möglich durch die Einnahmen aus Sanitätsdiensten, Ausbildungsgebühren, Kocheinsätzen, den Beiträgen sowie den Geld- und Sachspenden.“

„In der Bevölkerung wird im Zuge von Entrümpelungen und Wohnungsauflösungen vieles auf den Sperrmüll gebracht, was eigentlich noch gut ist. Bei uns kann es einem guten Zweck zugeführt werden.“ Weitere Infos zu den Hilfsprojekten sowie zum Spenden- und Hilfsgüterbedarf erhalten Interessierte bei Wolfgang Thieme unter Telefon 05776/961554. „Ein kurzer Anruf genügt und wir stehen für die Annahme bereit.“

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