Peter Sodann begeisterte mit seiner Autobiografie

Halbe Sachen sind nicht sein Ding

Kreiszeitung Syke

Wehdem - (hm) · Wer kennt ihn nicht? Den beliebten Film- und Theaterschauspieler Peter Sodann, deutschlandweit bekannt geworden, wenn er sonntagabends als kauziger Kommissar Bruno Ehrlicher im „Tatort“ durch die Wohnzimmer flimmerte und auf Verbrecherjagd ging.

Nun wagte er einen Blick auf sein bisheriges Leben in seinem Buch „Keine halben Sachen“ und stellte dies am Donnerstagabend im Wehdemer „Life House“ auf Einladung des JFK vor.

Die Rolle des kantigen, streitbaren, vielleicht etwas trotteligen, dabei trotzdem sympathisch und aufrichtig bleibenden Zeitgenossen, verkörpert Sodann nicht nur als Krimidarsteller, sondern auch im richtigen Leben. „Das hat mir das Leben nicht leicht, aber spannend gemacht“, gesteht der Schauspieler, immer zäh und eigenwillig sein Ziel verfolgend. Seine Autobiographie sieht er als ein authentisches Stück deutsch-deutscher Zeitgeschichte mit den Erinnerungen eines Mannes, der immer dem deutschen Osten verbunden geblieben ist.

In „Keine halben Sachen“ gab Sodann bereitwillig Auskunft, sprach über Höhen und Tiefen in seinem bewegten Leben und bescherte seinem Publikum einen tiefen Einblick in seine eigene Denk- und Lebenswelt.

Doch wer von Sodanns Auftritt im Life House die seriöse Vorstellung seines Werkes erwartete, wurde positiv überrascht. Peter Sodann entpuppte sich als Geschichten und Witze erzählender Kabarettist. Seine locker vorgetragenen Erzählungen waren das, was die Leser in seinem Buch erwartet. „Ihr sollt es ja auch kaufen“, betonte Sodann.

„Ich sah auch als Jugendlicher noch lange aus wie ein Kind. Nach der achten Klasse maß ich kümmerliche 1,42 Meter. Zu wenig um Mädchen ins Auge zu fallen“, sagte Sodann, der nach der Schule eine Lehre als Werkzeugmacher begonnen hatte. Später holte er sein Abitur nach und studierte zunächst Jura, bevor er zur Schauspielerei wechselte. Noch während seiner Schauspielausbildung habe er für neun Monate im Gefängnis gesessen, wegen „angeblich staatsfeindlicher Texte“. Nach seiner Haftentlassung machte Sodann eine Ausbildung zum Spitzendreher und setzte dann sein Schauspielstudium fort. Sein erstes Engagement bekam er bei dem von Berthold Brecht und dessen Frau Helene Weigel geleiteten „Berliner Ensemble“. In den 70er Jahren begann Sodanns umfangreiche Arbeit für Film und Fernsehen.

Als Bruno Ehrlicher wurde Peter Sodann 2007, unter großen Fanprotesten, in den Ruhestand geschickt. Auch er hätte gern weiter gemacht. „Das Wort Ruhestand klingt bedrohlich“ gestand der 74-jährige Sachse, „so, als wäre die Welt fertig mit einem. Doch ich bin noch nicht fertig mit der Welt!“ Doch dann hätte ihm die Linkspartei kurz danach eine neue Rolle angeboten, die er bereitwillig übernahm: die Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten, die sich als Flop herausstellte, obwohl „ich kann alles, was ein Bundespräsident können muss“, bekannte Sodann, nämlich die Wahrheit zu sagen, seine eigene natürlich. Er hätte sowieso lieber „ein politischer Schauspieler als ein schauspielernder Politiker“ sein wollen.

Dem Namen seiner Figur „Ehrlicher“ hat Sodann stets Ehre gemacht. Er war ein ehrlicher Kommissar und ein ebensolcher Zeitgenosse im wahren Leben, der offen sagt, was er denkt. So auch am Donnerstag auf der Life- House-Bühne.

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