Hygieneanforderungen im Alltag in Schule und Beruf war Thema einer Veranstaltung im „Schloss Rahden“

„Hackbällchen mit Dillsoße“ gut dokumentiert

Inge Hodde (mitte) informierte rund 60 Frauen und einen Mann darüber, wie die Hygienerichtlinien in einer Einrichtung wie das „Schloss Rahden“ umgesetzt werden.

Rahden - (km) · Im Alltag ist Hygiene ein unkomplizierter Vorgang: Waschen, Zähne putzen – das reicht durchweg. Oder abwaschen, wenn Geschirr schmutzig ist, abwischen, wenn die Arbeitsplatte schmutzig ist, Staub wischen, den Boden saugen und gelegentlich feucht wischen.

Lebensmittel kommen nach dem Einkauf in den Kühlschrank, wenn sie gegessen werden, kommen sie wieder raus. Reste werden am nächsten Tag verputzt oder – wenn sie etwas grünlich aussehen sollten – entsorgt.

Das ist bei Einrichtungen, die mit Menschen und auch mit Lebensmitteln zu tun haben, völlig anders. Da muss alles dokumentiert werden. Übertrieben ausgedrückt: Beim Fleisch von der Zeugung bis zum Ausscheiden nach dem Verzehr. Aber ganz so übertrieben ist es nun auch wieder nicht, wie das im Rahmen einer Zusammenkunft von Ausbildungsbetrieben und Prüfungsausschussmitgliedern im Ausbildungsberuf Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschaftshelfern am Mittwoch im Senioren-Ruhesitz „Schloss Rahden“ deutlich wurde. Dort ging es nach einer Führung durch das Haus um das Thema „Hygieneanforderungen in Schule und Betrieb“. Ziel des Nachmittags war es unter anderem, einheitlichere Standards für die praktischen Prüfungen zu erarbeiten.

Wie kompliziert es ist, alle Bedingungen an die Hygiene in einem Senioren-Ruhesitz einzuhalten, machte dessen Hygienebeauftragte Inge Hodde den rund 60 Teilnehmerinnen und einem Mann deutlich. Hier sind die Anforderungen nämlich besonders hoch, erläuterte Inge Hodde. Von Gefahrenanalyse und kritischen Kontrollpunkten war in ihrem Beitrag die Rede. Dazu zeigte sie ihre eigenen Ausarbeitungen, die den komplexen Ablauf nachzeichneten. Unter anderem ging es um Fragen und Antworten zu: Sind Räume für Lebensmittel geeignet? Welche Geräte werden eingesetzt? Wie werden Speisereste entsorgt? Wie muss was richtig gelagert werden? Was tun, wenn wirklich was passiert? Am Beispiel von „Hackbällchen in Dillsoße“ beschrieb sie, was von der Herkunft des Fleisches bis zur Resteentsorgung alles dokumentiert werden muss. Schließlich will der Betrieb auf der sicheren Seite sein, wenn wirklich mal was passiert. So ein Konzept, sagte sie, müsse auch gelebt werden. Allerdings, auch das machte sie deutlich, sei ihr Konzept nicht auf andere übertragbar.

Das zeigte sich, als zwei Lehrerinnen des Berufskollegs aus der Arbeit im Schüler-Bistro berichteten. Auch wenn dort ebenfalls dokumentiert wird, wie Hygienerichtlinien umgesetzt werden, ist deren Dokumention nicht annähernd so umfangreich. Ihre Feststellung: „Wir könnten auch nicht leisten, was Inge Hodde leisten muss.“

Mehr erfuhren die Teilnehmerinnen und der Teilnehmer dann von Dr. Heidrun Strauss-Ellermann von der Lebensmittelüberwachung des Kreises. Insbesondere musste sie sich mit der Frage auseinandersetzen, das interessierte in der Runde brennend, ob nun Essig oder ein spezielles Desinfektionsmittel eingesetzt werden müssten. „Essig reicht nicht“, sagte die Fachfrau. Aber mindestens 82 Grad heißes Wasser sei in Ordnung. Das töte alle Keime ab. Grundsätzlich merkte sie an, dass die Umsetzung der Hygienerichtlinien unterschiedlich gehandhabt werde, nicht jeder Mitarbeiter sie einsehe. Arbeitskräfte müssten dafür sensibilisiert werden, sagte sie.

Zum Abschluss informierten Angela Lücke über Aktuelles vom Berufskolleg und Ute Heinbach vom Landkreis über Aktuelles aus der Ausbildungsberatung.

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