Auszeichnung an Alex Langemann aus Hille für eine dramatische Rettungsaktion auf der Weser

Großes Lob für bescheidenen Retter

Der Lebensretter freute sich trotz aller Bescheidenheit über die Urkunde und das große Lob von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (links): Alex Langemann mit seiner Frau Tatjana und der kleinen Joane.

Rahden - HILLE · Den 19. Juli 2008 wird Alex Langemann wohl nie vergessen: An diesem Tag rettete er in einer dramatischen Aktion vier Kinder vor dem Ertrinken. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl überreichte dem Lebensretter dafür in der Bezirksregierung Detmold die Belobigungs-Urkunde mit Unterschrift des Ministerpräsidenten, Dr. Jürgen Rüttgers.

„Ich bin froh, dass es Menschen wie sie gibt. Sie sind ein Vorbild für uns alle“, lobte Thomann-Stahl den Kfz-Mechaniker im Beisein von dessen Ehefrau Tatjana und der jetzt einjährigen Tochter Joane im Rahmen einer kleinen Feierstunde.

Eine Paddeltour im Rahmen einer Ferienaktion am im Juli 2008 drohte in einer Katastrophe zu enden. Am frühen Nachmittag dieses Tages starteten eine Gruppe von Schülern und deren erwachsene Begleiter mit sieben Kanus und Kanadiern zu einer Fahrt auf der Weser von Schlüsselburg bei Petershagen nach Stolzenau.

Die Einstiegsstelle liegt in der Nähe eines Stauwehrs. In dem Boot, das als zweites ablegte, waren außer dem erwachsenen Bootsführer vier Kinder zwischen sechs und 14 Jahren. Wenige Minuten nach dem Start ereignete sich das Unglück. Durch eine Windböe wurde das Boot gegen den Ausleger eines Aalfängers gedrückt, das inmitten der Weser ankerte. Es kenterte in Sekundenschnelle. Während sich der Bootsführer an eine Auslegerstange des Aalfängerschiffes festhielt, verfingen sich die Kinder im ausgelegten Fischernetz. Dem Bootsführer gelang es nicht, eines der Kinder zu ergreifen.

Der Angler Alex Langemann stand am Ufer, als er die Hilfeschreie der Kinder hörte. Der 31-Jährige reagierte sofort, zog eine Schwimmweste über und stürzte sich ohne zu zögern in die Weser. Nach etwa 20 Metern erreichte er die Kinder. Nacheinander befreite er drei ältere Kinder aus dem Netz. Andere Teilnehmer der Paddeltour hatten zwischenzeitlich die Unglücksstelle erreicht und brachten die drei aus dem Netz befreiten Kinder an sichere Ufer.

Erst jetzt bemerkte Alex Langemann, dass sich noch ein sechsjähriges Kind im Netz verfangen hatte, das durch die Strömung unter Wasser gedrückt wurde und zu ertrinken drohte.

In einer dramatischen Rettungsaktion hangelte sich Alex Langemann zu dem Kind hin, zog es unter dem Netz hervor und drehte dessen Gesicht nach oben. Mit letzter Kraft schwamm er mit dem Jungen, dessen Gesicht bereits blau angelaufen war, zum Ufer. Der inzwischen eingetroffene Rettungsdienst brachte den Jungen ins Krankenhaus, wo er eine Nacht auf der Intensivstation behandelt und letztlich ohne bleibende Schäden entlassen werden konnte.

Der Lebensretter zeigte sich bei der Urkundenübergabe äußerst bescheiden, freute sich aber dennoch über das große Lob der Regierungspräsidentin und die Urkunde des Ministerpräsidenten. „Ich freue mich, dass ich helfen konnte und die Kinder wohlbehalten zu ihren Familien zurückkehren konnten“.

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