IG Metall Minden erhebt schwere Vorwürfe gegen Kolbus-Geschäftsführung

„Gewaltiger Unfug“

Geld nur bei Kündigung ? „Ein solches Angebot hat es nicht gegeben“, sagt Kai Büntemeyer, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Kolbus. · Archivfoto: Russ
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Geld nur bei Kündigung ? „Ein solches Angebot hat es nicht gegeben“, sagt Kai Büntemeyer, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Kolbus. · Archivfoto: Russ

Rahden - Von Kai Pröpper. Beim Buchbindereimaschinenhersteller Kolbus geht es wirtschaftlich wieder bergauf. Die Zeit der Kurzarbeit ist vorbei, seit Februar gibt es wieder Aufträge.

Der geschäftsführende Kolbus-Gesellschafter Kai Büntemeyer hofft, dass es diesmal auf lange Sicht so weitergeht. Doch am Buchbinderhimmel ziehen schon wieder neue dunkle Wolken auf: Schwere Vorwürfe gegen Büntemeyer erhebt jetzt die IG Metall Minden.

Auf einem Flugblatt, das IG-Metall-Vertreter am Mittwoch an den Parkplätzen des Rahdener Kolbus-Werkes an die Beschäftigten verteilten, werfen sie Büntemeyer einen vermeintlichen Meinungswandel vor. Es geht um die Zahlung von Urlaubszuschüssen.

„Beim Arbeitsgericht Minden bestritt die Geschäftsleitung den Rechtsanspruch eines Mitarbeiters auf Urlaubszuschuss. Nur unter der Voraussetzung, dass der Mitarbeiter selbst sein Arbeitsverhältnis kündigt, zeigte man sich bereit, den Urlaubszuschuss zu bezahlen“, heißt es auf dem Flugblatt.

Dass es der Firma besser gehe, sei ihr und den Mitarbeitern gegönnt, schreibt die IG Metall Minden dazu auf ihrer Homepage. Die Beschäftigten hätten jedoch in Bezug auf die Urlaubszuschüsse eine „zeitnahe und ehrliche Antwort verdient“. Ziel sei es jetzt, Kai Büntemeyer zu Gesprächen zu bewegen, sagte gestern auf Nachfrage Lutz Schäffer, erster Bevollmächtigter der IG Metall Minden.

Drei Jahre in Folge seien die Kolbus--Mitarbeiter vertröstet worden, aber immer habe es geheißen, das Geld – eine Sonderzahlung – werde gezahlt, sagte Schäffer. „Jetzt hat es eine Kehrtwende gegeben.“ Die Geschäftsführung habe das erste Mal ausgesprochen, dass es keinen Anspruch auf diesen Urlaubszuschuss gebe.

Von „Stimmungsmache“ und „gewaltigem Unfug“ sprach hingegen gestern Abend Kai Büntemeyer. Es stimme, dass vor dem Arbeitsgericht ein Kolbus-Mitarbeiter versucht habe, den ausgebliebenen Urlaubszuschuss einzuklagen. 2010 hätte Kolbus diesen nur zu 50 Prozent gezahlt, 2011 und 2012 sei er laut Büntemeyer wegen der schlechten Wirtschaftslage ganz weggefallen.

Vor Gericht hätten die beratende IG Metall und der Klagende feststellen müssen, dass dieser Zuschuss eine freiwillige Leistung des Unternehmens sei und kein Rechtsanspruch bestehe. „Einklagbar ist es nicht“, so Büntemeyer. Das habe er auch nie so kommuniziert. Die IG Metall aber schon, und die habe sich seiner Ansicht nach vor Gericht „ein bisschen blamiert“ und mache deshalb jetzt Stimmung. Der Mitarbeiter, der noch im Unternehmen tätig sei, sei von der Gewerkschaft schlicht falsch beraten worden. Irrelevant seien diese Vorgänge für alle anderen Kolbus-Beschäftigten.

Geld nur bei Kündigung ? „Ein solches Angebot hat es nicht gegeben“, betont der geschäftsführende Gesellschafter. In den vergangenen Jahren habe Kolbus manchen Mitarbeitern, das Unternehmen aus den unterschiedlichsten Gründen verließen, Zahlungen zukommen lassen. Wenn Mitarbeiter „im Bösen“ gegangen seien, sei laut Kai Büntemeyer auch schon mal Geld geflossen, „um reinen Tisch zu machen“.

„Wenn die Wirtschafslage es zulässt, werden wir den Zuschuss wieder bezahlen“, hält der Kobus-Chef an alten Zusagen fest. An Mitarbeiter, die sich in der Leidenszeit der Firma solidarisch gezeigt hätten, werde bei Gewinnen gedacht, versicherte er. Jahrzehntelang habe die Firma den Urlaubszuschuss gezahlt. Besondere Leistungen für Angestellte hätten in Rahden gar Tradition. Und statt in der jüngsten Krise Personal abzubauen, habe die Kolbus-Gruppe 400 Arbeitsplätze gerettet.

Ab kommender Woche könnten Mitarbeiter die Zuschuss-Zusage auch als vertragliche Regelung schriftlich haben, versicherte Kai Büntemeyer gestern. Im Falle einer Gewinnerzielung hätten sie dann auch einen Rechtsanspruch auf eine Beteiligung.

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