„The Gregorian Voices“ lassen die Leverner Stiftskirche erbeben

Gewaltige Stimmen unter Mönchskutten

+
Kraftvoll interpretierten einzelne Sänger Solopassagen der liturgischen Mönchsgesänge.

Levern - Von Heidrun MühlkeAls die letzten kraftvollen Töne der „Gregorian Voices“ verklingen, erschüttern tosender Beifall und Fußgetrampel eines Publikums die historischen Mauern der Stiftkirche in Levern, das restlos begeistert ist. Vor mehr als 300 Zuschauern beeindruckte das bulgarische Vokalensemble „The Gregorian Voices“ am Sonntagabend mit eindringlichen Chorälen.

Schlichten, schmucklosen Mönchskutten nachempfundene Gewänder kleiden die sieben Sänger, die Gesichter unter riesigen Kapuzen verborgen, als sie im Halbkreis Stellung nehmen. Obwohl die Kirchenbänke mit erwartungsfrohen Besuchern gut gefüllt sind, ist es mucksmäuschenstill.

In der Luft liegt mystische Stimmung, der Altarraum ist in pinkfarbenes Licht gehüllt, an den Säulen tanzen die Schatten von Ästen der Bäume, die vor dem ins Scheinwerferlicht gerückten Gotteshauses stehen. Im Altarraum stehen sieben bulgarische Sänger, um voller Inbrunst Lieder aus längst vergangenen Zeiten zu präsentieren. Die Kulisse erinnert an ein mittelalterliches Kloster, wo die Mönche einst mit ihrem gregorianischen Gesang inmitten aller Enthaltsamkeit nicht nur geistige Erbauung, sondern auch sphärisch anmutenden Seelenflug in eine andere Welt fanden.

Als der Chor zu singen beginnt und die Stimmen kraftvoll und gewaltig ein „Kyrie-Gloria“ erklingen lassen, verursacht er bei manch einem der Zuhörer eine Gänsehaut. Tiefgang und Präzision klassischer Stimmbildung prägen ihren Auftritt. Die gregorianischen Gesänge bringen im traditionellen Wechsel solistischer und chorischer Passagen die feierliche Andacht ruhevoller Klöster in das Gotteshaus.

Geprägt durch die tiefe Spiritualität und den makellosen Gesang zeigt der Chor, dass die klassische Gregorianik bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat. Der atemberaubende Gesang wird durch die außergewöhnliche Akustik in der Leverner Stiftskirche ausgezeichnet hervorgehoben. Die ganz besondere Verbindung von Eigenkompositionen, die das Klassische mit dem Modernen verknüpfen, entführen das Publikum auf eine spirituelle Reise.

Nach der Pause gelingt den Sängern ein meisterlicher Brückenschlag vom Mittelalter in die Gegenwart. Sie verbinden die meditativen liturgischen Gesänge des Mittelalters mit mehrstimmigen Popklassikern wie „Sound of silence“ von Simon and Garfunkel, authentisch in ihrer Muttersprache gesungen, dem Beatles-Oldie „Michelle“ und dem legendären „Wind of Change“ der hannoverschen Band Scorpions. Die Ballade „I am sailing“ von Rocklegende Rod Stewart fließt, dezent vom Chor unterlegt, zart durch das historische Kirchenschiff und avanciert zum bewegenden Hörgenuss. Doch nicht nur mit den Klassikern der Popmusik bieten die schönen Stimmen Streicheleinheiten für die Seele.

Mit wirkungsvoller Dynamik bringt der Chor ein bewegendes „Ameno“ zu Gehör, und die schlichte Interpretation von Johannes Brahms Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht“ rührt manch eine der weiblichen Zuhörer zu Tränen, bevor „The Gregorian Voices“ das eineinhalbstündige Konzert mit mehreren Zugaben klangvoll beenden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Parteigremien beraten Wahl-Ergebnisse von Europa und Bremen

Parteigremien beraten Wahl-Ergebnisse von Europa und Bremen

Wie werde ich Gebäudereiniger/in?

Wie werde ich Gebäudereiniger/in?

Höheres Interesse an Europawahl in Deutschland

Höheres Interesse an Europawahl in Deutschland

Hoeneß' Treueschwur für Kovac - Note "1 minus" für Double

Hoeneß' Treueschwur für Kovac - Note "1 minus" für Double

Kommentare