Storchenpaar nistet sich bei der Familie Summann im Oppenweher Moor ein

Gekommen, um zu bleiben

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Herr „DEW 7X415“ und Frau „DER AF 542“ richten sich in Oppenwehe häuslich ein. Seit zwei Wochen baut das Storchenpaar an seinem Nest. ·

Oppenwehe - Von Kai Pröpper. Herr „DEW 7X415“ und Frau „DER AF 542“ sind gekommen, um zu bleiben. Das jedenfalls hofft die Oppenweher Familie Summann, deren Hof weit im Moor des Spargeldorfes liegt. Seit rund zwei Wochen hat sie zwei neue „Mitbewohner“:

Ein Storchenpaar hat sich auf einem der ältesten Horste des Altkreises Lübbecke niedergelassen und baut fleißig an seinem Nest. Die kruden Bezeichnungen stehen auf den Bein-Ringen der Tiere.

Seit 1979 hat laut Aufzeichnungen des Aktionskomitees „Rettet die Weißstörche“ im Kreis Minden-Lübbecke kein Storchenpaar mehr das Nest besetzt – nur Gelegenheitsbesuche wurden verzeichnet. „1982, beim ersten Zeltlager des FC Oppenwehe, waren aber noch welche da“, sind sich Robert und Daniela Summann einig. Auch in den vergangenen Jahren seien immer wieder Störche in den Moorwiesen aufgetaucht. Summanns und ihre Kinder Jenny (11) und Rainer (9) beobachten das Nest genau. „So wie die beiden am Bauen sind, haben die was vor“, sagt der Hausherr lächelnd und auf Nachwuchs hoffend. Der erste Storch flog das Nest laut Aufzeichnungen des Komitees am Samstag, 13. April, an. „Der hat eine Woche lang nur gebaut“, so Summann. Am darauf folgenden Donnerstag landete Storch Nummer zwei. In direkter Nachbarschaft steht ein weiteres Nest, in dem dieses Jahr auch schon Störche gesichtet wurden. Ob es das Summann-Paar war oder weitere Tiere, ist noch unklar.

Von Fotografen oder Treckern lässt sich das langschnabelige Pärchen nicht aus der Ruhe bringen. Warum auch, setzte es sich doch in diesem Jahr schon gegen störrische Nilgänse durch, die das Domizil für sich beanspruchten. „Die waren auch so zutraulich – die meckerten nur mehr“, sagt der Oppenweher, der sich schon nicht mehr über langsam am Haus vorbeifahrende Autos wundert. Für ihn, so sagt er, seien die tierischen Untermieter „eigentlich nichts Besonderes“. Seit 1967 gibt es ein Pfahlnest bei Summanns. Von 1968 bis 1978 fand sich dort jährlich ein Horstpaar ein, das aber nur in sechs Jahren erfolgreich brütete.

„Oppenwehe ist ein Storchenerwartungsgebiet“, weiß Ernst-Günter Bulk vom Aktionskomitee. Seit 50 Jahren hat der Lübbecker die Population der Weißstörche im Altkreis Lübbecke im Blick. Seit rund zehn Jahren tut es ihm sein Sohn Stefan gleich.

Nach der Flurbereinigung seien viele Tiere dem Nordkreis fern geblieben, sagt Bulk. „Jetzt wird wieder vernässt“, weißt er auf die erforderlichen Lebensbedigungen für die großen Tiere hin. Was helfe, um den Storch wieder anzusiedeln, sei unter anderem eine abschnittsweise Mahd und artenreiche Wiesen. Große Hoffnungen setzt Bulk auf die Umsetzung der von der EU angeordneten Wasserrahmenrichtlinie und hier besonders auf die Wirkung der Renaturierung des Großen Diekflusses. Kleine Zuflüsse, in denen Fische laichen könnten, müssten in die Maßnahmen mit einbezogen werden, sagt Bulk. Aus dem Osten kämen viele Tiere zurück in heimische Gefilde, weil dort mittlerweile zu viel industrielle Landwirtschaft betrieben würde, erklärt der Experte. „Die Störche versuchen, die ältesten Standorte wieder aufzusuchen.“ Die Nester in Levern und Dielingen seien verlassen worden, nachdem Tiere in Hochspannungsleitungen verendet seien.

Bei einer Stippvisite in Rahden hat Bulk jüngst in der Nähe der Borsigstraße einen Storch gesehen, und auch in Pr. Ströhen sichtete er in der Nähe des Warkentin-Nestes ein Tier. Woher die beiden Oppenweher Tiere kommen, vermochte Bulk gestern nicht zu sagen.

Lange Zeit sei der Nordkreis kein Lebensraum für Störche gewesen. „Man muss einen langen Atem haben“, weiß der Fachmann. 27 Jahre lang habe beispielsweise kein Paar das Nest in Gehlenbeck genutzt – und jetzt baue ein Duo dort auf dem alten „Gerippe“ des Horstes.

Laut dem Aktionskomitee ist der Horst in Oppenwehe nicht der einzige in Stemwede, auf dem in diesem Jahr Störche gesichtet wurden. Vor rund zehn Tagen flogen zwei Tiere das Nest in der Niederheide in Levern an. Ob sie bleiben, ist wie in Oppenwehe noch unklar. Anwohner wollen aber schon den Paarungsakt beobachtet haben. Vereinzelte Kurzbesuche verzeichnete das Komitee an einem Nest in Destel. Auch im Rahdener Raum lassen sich die Vögel wieder blicken. Stippvisiten einzelner Vögel gab es 2013 neben den genannten Stellen auch schon in Wehe an der Bockwindmühle.

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