In Stemwede leben 649 Menschen weniger als noch vor vier Jahren

Geburten und Sterbefälle: „Krasses Missverhältnis“

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Während die Zahl der Verstorbenen in der Gemeinde Stemwede seit Jahren relativ konstant liegt, geht die der Geburten stark zurück. Unser Foto zeigt den Friedhof in Wehdem, im Hintergrund das Heimathaus. ·

Levern - Von Kai PröpperAlle Jahre wieder erschreckt die sinkende Einwohnerzahl in Stemwede die heimische Politik: Zum Stichtag 31. Dezember 2013 lebten 13 980 Menschen in den 13 Ortschaften und damit 649 weniger als noch vor vier Jahren und 125 weniger als 2012. Nach der Vorstellung der Zahlen in der Sitzung des Jugend-, Senioren- und Sozialausschusses am Mittwoch fanden dessen Mitglieder aber vor allem positive Worte.

Verwaltungsmitarbeiter Hartmut Schmidt berichtete von dem aufkeimenden Trend, dass wegen bezahlbaren Wohnraums wieder mehr Menschen von der Stadt aufs Land zögen. „Die Menschen suchen sich Quartiere in den ländlichen Regionen – dazu zählt auch Stemwede“.

Ein „krasses Missverhältnis“ sieht er zwischen den Geburten (73) und den Sterbefällen (185) im vergangenen Jahr. 483 Zuzüge hatte es gegeben, 496 Wegzüge. Der größte prozentuale Einwohnerverlust im Vierjahresvergleich traf Drohne mit 7,7 Prozent. Hier leben heute 506 Menschen. 2009 waren es noch 548. Ähnlich sieht es in Sundern und Westrup aus. In Sundern lebten vor fünf Jahren noch 302 Menschen. Heute sind es 279. Das bedeutet ein Minus von 7,6 Prozent. Westrup schrumpfte von 602 auf 557 Einwohner (minus 7,5 Prozent). Kaum Verluste muss Dielingen hinnehmen (minus 0,1 bei 2092 Einwohnern).

„Bürgermeister, was

ist denn da los?“

Am meisten besorgt Schmidt der Rückgang der Geburten: Kamen 2004 in Stemwede 141 Jungen und Mädchen zur Welt, waren es vergangenes Jahr gerade mal 73 (2012: 92). Die Zahl der Verstorbenen liegt mit 185 recht konstant zu den Vorjahren. Der Trend setze sich auch 2014 fort, sagte Schmidt: Im Januar sei ein Kind in Stemwede geboren worden, im Februar acht. Zum Vergleich: In dieser Zeit starben in Stemwede 31 Frauen und Männer.

Kein einziges Kind kam 2013 in Oppendorf zur Welt. Gerade einmal drei waren es nach geburtenreichen Jahrgängen in Haldem. „Bürgermeister, was ist denn da los?“, fragte Andreas Weingärtner (CDU) scherzhaft. Der in Haldem wohnende Verwaltungschef Gerd Rybak kündigte augenzwinkernd an, das beim nächsten Dorfgespräch zu thematisieren. „In Westrup läuft das“, lachte Weingartner mit Blick auf sieben Geburten in Wehdems Nachbarort. Humorvoll räumte er ein, dass die Straßenbeleuchtung in Westrup auch nicht so lange an sei und der Schnee nicht geräumt würde, wonach Ausschuss-Vorsitzender Dietmar Meier die Versammlung zu mehr Ernsthaftigkeit ermahnte.

Auf 1000 Einwohner gerechnet kamen in Stemwede vergangenes Jahr 5,41 Kinder zur Welt. Damit liegt die Gemeinde weit unter dem Durchschnitt von Bund (8,2) und Land (8,1). Zum Vergleich: Rahden liegt mit knapp 16 000 Einwohnern bei 6,95 Kindern (110 Geburten). Bohmte mit seinen 300 Einwohnern weniger als Stemwede sogar bei 7,61 (100 Geburten).

Wilhelm Riesmeier (SPD) hatte die Verstorbenen im Blick: 185 Menschen starben vergangenes Jahr in Stemwede, 31 von ihnen wurden zuvor von außerhalb in den Heimen der Gemeinde aufgenommen. Stemwede hat mit 13,71 Personen auf je 1000 Einwohner gerechnet fast die höchste Sterberate in der Region. Nur in Rahden starben anteilig mehr Menschen (14,34). Der Landesdurchschnitt lag 2013 bei 10,80 Personen. Ziehe man diejenigen ab, die von außerhalb der Gemeinde gekommen und hier gestorben seien, liege Stemwede nicht höher als der Landesdurchschnitt, meinte Riesmeier. „So schlecht sind wir gar nicht.“ Außerdem gebe es einen positiven Saldo bei den Zuzügen von Kindern. Ob das an dem Familienprogramm der Gemeinde liege, gelte es zu prüfen.

Wenn sich das bewahrheite, sagte Ausschuss-Vorsitzender Dietmar Meier (CDU), „sind wir auf einem guten Weg.“ Schulamtsleiter Jörg Bartel lobte daraufhin die Betreuungsquote. Zukünftig werde es mehr Geburten in Stemwede geben, prognostizierte er. Hinzu käme der Trend, dass wieder mehr Menschen aus der Stadt aufs Land zögen.

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