Kein Platz, nicht barrierefrei und brandgefährdet / Organisatorische Neuordnung ab 2012

Das ganze Rathaus steckt voller Mängel

Nicht mehr heiratstauglich: Im Trauzimmer im Rathaus laufen die Arbeiten. ·
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Nicht mehr heiratstauglich: Im Trauzimmer im Rathaus laufen die Arbeiten. ·

Rahden - Mit dem Beginn des neuen Jahres gehen im Rahdener Rathaus organisatorische Neuordnungen einher. Es gelte, zwischen dem Ordnungs- und dem Hauptamt „Überschneidungen“ der Aufgabenbereiche zu vermeiden, erklärte Bürgermeister Bernd Hachmann zu Beginn der jüngsten Hauptausschusssitzung.

Die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (Aufgabenbereiche: Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen, Tageseinrichtungen für Kinder und Kinderspielplätze) sowie die Sportförderung (Allgemeine Sportförderung, Sportplätz) werden ab dem 1. Januar 2012 dem Hauptamt zugeordnet. Das Ordnungsamt wird mit dem Personenstandswesen betraut.

Doch nicht nur in der Arbeit der Verwaltung, sondern auch in und an ihrem Hauptquartier sind Veränderungen geplant. Bauamtsmitarbeiter Michael Cording hatte die baulichen und sonstigen Mängel des Rathauses aufgelistet, wobei er die Raumknappheit als das „vordergründigste Problem“ bezeichnete. Unter anderem fehle ein Besprechungszimmer, im Bauamt säßen drei Personen in einem 20-Quadratmeter-Büro und es gebe keine Raum-Reserven für zusätzliche Arbeiten.

„Wenn das Büro, in das man möchte, nicht im Erdgeschoss liegt, hat man als Rollstuhlfahrer ein Problem“, kam er auf die fehlende Barrierefreiheit zu sprechen. Zudem gebe es keine sanitären Anlagen für Rollstuhlfahrer. Die Barrierefreiheit monierte auch Bürgermeister Bernd Hachmann. Man habe Rollstuhlfahrer schon die Treppe hin auf in den Sitzungssaal getragen, was für die getragene Person „ziemlich unwürdig“ sei.

Weitere Mängel weist das Rathaus laut Cording im Brandschutz auf. So gäbe es keine Rauchabschnitte, die offene Treppe sei problematisch und das Treppenhaus am Seiteneingang besitze keine Rauchschutztüren. Mitarbeitern, die im Aufenthaltsraum im Keller eine Pause einlegten, fehle ein zweiter Fluchtweg, und das Bauamt sei durch den EDV-Verteilerschrank im Flur, den Kopierer und die zahlreichen Akten und Pläne aus Papier brandgefährdet. Zu den weiteren Mängeln zählte er die langen Wege, fehlende Besucherplätze im Sitzungssaal, den schlechten Zustand der wenigen sanitären Einrichtungen, die nutzerunfreundliche Orientierung (keine offene Auskunft), die Parkplatzsituation und die Energiebilanz. Im Erweiterungsbau gebe es beispielsweise Stellen, an denen die Wände dünner seien als 15 Zentimeter, und die Dämmung auf dem Dachboden sei mangelhaft, erklärte Cording.

„Es gibt einiges zu tun“, fasste er zusammen und kam auf die Erneuerung des Standesamtes zu sprechen. Dort hätten bislang zwei Mitarbeiter in einem Raum gesessen. „Es ist für ein Traugespräch nicht besonders gut, wenn der Kollege am Nebentisch sitzt“, fand Michael Cording.

Deshalb werde das ehemalige Trauzimmer zum Büro für Inga Steinmeier. Auch Angelika Otte und Ordnungsamtsleiter Uwe Trentelmann bekämen neue Räume. „Die Bauarbeiten laufen“, so Cording. „Wo ist das Trauzimmer?“, fragte Wilhelm Kopmann (CDU). Es werde künftig ausschließlich Trauungen im Bahnhof geben, erklärte Trentelmann (wir berichteten). · kap

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