Am 17. Februar öffnet Tafel-Ausgabestelle in Wehdem

„Für eine gute Sache engagieren“

Ehrenamtliche Mitstreiter gesucht: Gertrud Köhne, Ulrike und Reinhold Gralla vom DRK-Ortsverein Stemwede (von links) freuen sich ebenso wie Werner Bahnemann, dass es am 17. Februar mit der Ausgabestelle der Tafel losgeht.

Wehdem - (Art) · „Mein lange Jahre gehegter Wunsch war es, in Wehdem eine Tafel ins Leben zu rufen.“ Jetzt wird mit ihrem Einsatz endlich wahr, was sich Ulrike Gralla für die Region Stemwede erhofft hat. Am 17. Februar eröffnet die Tafel Lübbecker Land neben dem Rot-Kreuz-Haus in Wehdem am Steinkamp 18 ihre sechste Ausgabestelle.

        Erste ehrenamtliche Helfer haben sich bereits gefunden, doch für die Versorgung bedürftiger Menschen mit Nahrungsmitteln sind viele weitere helfende Hände jederzeit willkommen.

Mit der Eröffnung der fünften Ausgabestelle in Rahden im Juni 2009 hat sich das flächendeckende Versorgungsnetz im Altkreis weiter ausgebreitet. Lediglich über eine Versorgung des Stemweder Raumes wurde noch nachgedacht, denn die Rahdener und Espelkamper Filialen lagen für Stemwede zu weit entfernt.

Das Bemühen von Ulrike und Reinhold Gralla, die Tafel nach Wehdem zu holen, fand nicht nur bei Karlheinz Schlüter, dem Vorsitzenden der Lübbecker Land Tafel, Gehör. „Wenn sich bürgerliches Engagement für einen sozialen Zweck so beharrlich äußert, sollte dies unterstützt werden, wo es nur geht“, setzte sich auch Werner Bahnemann von der Gemeinde Stemwede für die Eröffnung einer Tafelausgabe in Wehdem ein. Stemwede solle nicht die einzige Kommune im Altkreis ohne Tafel bleiben, daher war eine gute Grundlage geschaffen, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. „Erste Überlegungen, die Ausgabestelle im Wehdemer Gemeindehaus zu unterzubringen, wurden aus organisatorischen Gründen verworfen. Eine Ansiedlung im Rot-Kreuz-Haus unter den Fittichen von Kleiderkammerleiterin Ulrike Gralla erschien da sinnvoller. „Auch hier hätten wir jedoch zur Ausgabe jede Woche die Kleiderkammer räumen müssen.“

Bahnemann, zuständig für den Fachbereich Ordnung und Soziales, hatte die Lösung parat, mit der er auch die Unterstützung durch die Gemeinde signalisierte. Der leer stehende Teil des ehemaligen Asylbewerberheimes, das seit Ende 2008 nicht mehr als solches genutzt wird und zur Hälfte bereits das Jugendrotkreuz beherbergt, entpuppte sich als richtiger Ort. „Die Räumlichkeiten sind ideal“, äußerte sich auch Karlheinz Schlüter, Vorsitzender der Tafel Lübbecker Land, begeistert. Denn sie beinhalten eine funktionsfähige Küche, in der in absehbarer Zeit nach der Eröffnung auch eine warme Mahlzeit ausgegeben werden soll.

„Doch bis wir uns auf warmes Essen einschießen können, müssen wir uns in den Anfangswochen zunächst einen Überblick verschaffen, wie viele Kunden das Angebot regelmäßig nutzen“, ergänzt Ulrike Gralla. Aufgrund der Randlage des Gebäudes im Ort bleibe eine gewisse Anonymität gewahrt. Eine zeitgleiche Öffnung der DRK-Kleiderkammer werde derzeit ebenfalls überlegt. Für die mit der Ausgabe verbundenen Aufgaben kann die Zahl der ehrenamtlichen Helfer, die in Schichten einmal die Woche tätig sein werden, derzeit gar nicht groß genug sein: Kundenregistrierung, das Auslegen und Wegsortieren sowie die eigentliche Ausgabe der Ware, Kaffeeausschank sowie Zeit für einen kleinen Plausch mit den Bedürftigen finden, für die die Tafel ein bisschen Licht in ihren doch recht düsteren Alltag bringt.

„Wir versuchen bei der Ausgabe immer auch ein bisschen menschliche Wärme mitzugeben“, erläutert Karlheinz Schlüter den Grundgedanken der Tafel, während sie versucht, die Not der Menschen am Rande der Gesellschaft und insbesondere der Kinder zu lindern. Viel Arbeit, viele Aufgaben – und doch sind die Initiatoren optimistisch, viele Ehrenamtliche für diese Aufgabe begeistern zu können. „Die Ehrenamtlichenflut bei der Tafel in Rahden ist ein Zeichen, dass es Solidarisierung mit den sozial Schwachen in der Bevölkerung heute noch gibt“, äußerten Bahnemann und das Ehepaar Gralla anerkennend ihren Respekt vor der Hilfsbereitschaft, die sich durch die Auestadt zieht.

„Auch bei uns gibt es den Willen, sich für eine gute Sache zu engagieren.“ Für die Tafel gewinnen wollen Grallas und Bahnemann zudem die Betriebe und den Einzelhandel in und um Stemwede. Das Ziel: noch mehr Förderer zu finden, als die bereits rund 35 Supermärkte im Altkreis, die von der Tafel jede Woche zwecks Abholung ausrangierter Lebensmittel angefahren werden oder anderweitig der gemeinnützigen Einrichtung unter die Arme greifen können. „Ohne Unterstützung heimischer Unternehmen hätten wir heute weder das Espelkamper Zentrallager noch unsere Kühlfahrzeuge, mit denen wir die Lebensmittel transportieren“, so Schlüter.

Für Karlheinz Schlüter, der vor mehr als fünf Jahren die Tafel mit ins Leben rief, ist der Erfolg nach einem halben Jahrzehnt überwältigend. „Wir haben bei der Eröffnung der ersten Ausgabestelle nicht ansatzweise daran gedacht, dass sich daraus solch ein Versorgungsnetz entwickeln könnte.“ Beeindruckt zeigt sich das „Tafel-Urgestein“ über den Einsatz der Gemeinde Stemwede. „Ein solch starkes Engagement einer Kommune haben wir bei einer Filialgründung noch nicht erlebt.“

Wenn am 17. Februar im ehemaligen Asylbewerberheim die sechste Ausgabestelle ihre Pforten öffnet, ist für den Förderverein erst einmal die Grenze erreicht. „Wir müssen sehen, dass wir das, was wir in den letzten Jahren auf die Beine gestellt haben, auch langfristig organisatorisch und logistisch bewältigen.“

Bis dahin hoffen die Initiatoren, dass sich noch viele hilfsbereite Hände dafür entscheiden, künftig die farbenfrohen Tafel-Schürzen überzustreifen, um mit anzupacken. Interessenten können sich mit Ulrike Gralla unter Telefon 05474/6315 in Verbindung setzen.

nUlrike Gralla

nwartet auf Anrufe

nLicht in den

ndüsteren Alltag

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