Westfälisches Tourneetheater Remscheid sorgte im Neuen Theater Espelkamp für kleine Froschfans

Der Froschkönig begeistert

Der Schreck saß tief, als Prinzessin Friedericke dem Froschkönig das erste Mal an seinem Brunnen begegnete.

Rahden - ESPELKAMP (Art) · Ein kleiner ekliger grüner Frosch schafft es auch heute noch, große Theatersäle zu füllen. So geschehn am gestrigen Tage im Neuen Theater Espelkamp, wo mehr als 1200 Grundschüler und Kindergartenkinder im Vorschulalter das Märchen vom Froschkönig neu erlebten. Und auch heute sind lediglich für die Nachmittagsvorstellung um 15 Uhr noch wenige Karten zu haben.

Das aufregende Gewusel der ersten rund 650 Schüler am Morgen machte die Spannung auf das, was sie gleich erleben würden spürbar. Großer Jubel, als das Licht endlich aus- und der Vorhang aufging. Ein einfaches, bezauberndes Bühnenbild, pfiffig konzipiert, zog die Jungen und Mädchen gleich in seinen Bann.

Die Geschichte ist bekannt: Ein verzogenes Gör namens Prinzessin Friederike schmeißt achtlos ihre goldene Kugel in den Brunnen, die ihr der Frosch wiederbeschaffen soll. Verzaubert wurde dieser von einer Hexe namens Winnifried, weil er so schrecklich schief und penetrant gesungen hat. Und Thomas Ritzinger tat zum großen Vergnügen des Publikums alles dafür, dass man dies schnell als weisen Entschluss empfand.

Als Tisch- und Bettgenosse hatte die Amphibie zunächst keine Chance bei dem adligen Fräulein, dessen intensive Abscheu die goldgelockte Verena Sander ganz bezaubernd zur Schau stellte. Kein Wunder: Der Frosch machte zur hellen Freude der Kinder all das, was Kinder bei Tisch eben nie dürfen: schmatzen, die Zunge rausstrecken und sich auch ansonsten daneben benehmen. Und auch der Angriffe des rachsüchtigen Hexenweibes musste er sich erwehren – wer wollte sich da nicht unter das Seidenlaken der Prinzessin flüchten.

Thomas Ritzinger als verzauberter Frosch, Verena Sander als sehr blonde und sehr zickige Prinzessin, Pascale Viviane Flückiger als grandios böse Hexe und Björn Lenz als zerstreuter König schafften es im Handumdrehen, sich in die Herzen der jungen Zuschauer zu spielen. Sie litten mit Prinzessin Friedericke, als diese sich ihren goldenen Becher mit dem ekligen Frosch, der eigentlich gar nicht so eklig war, teilen musste. Ein lautes „Iiihhhh“, ging immer wieder durch die Reihen.

Aber natürlich kriegten sich beide doch. Ein Wurf gegen die Wand, und schon wurde mit viel Getöse und Lichtgeblitze aus dem Frosch wieder ein Prinz. Den fanden die vielen kleinen Prinzessinnen im Publikum mindestens so allerliebst wie den Frosch. Und dass am Ende auch noch die Hexe Winnifried als Fröschin über die Bühne hüpfte, geschah ihr ganz recht.

Die Kinder und ihre Erzieherinnen erlebten ein Kindertheater, wie man es sich besser für die Kleinen nicht wünschen kann. Frisch, bunt, ausdrucksstark und fröhlich sorgte das Tourneetheater Remscheid mit dem Märchen in der Fassung von Raphael Protiwensky für Kurzweil und genügend ironischen Spitzen, dass auch die Erwachsenen ihren Spaß hatten. Wer von den Kleinen davon nicht genug bekommen kann oder jetzt erst neugierig geworden ist, der kann in der heutigen Nachmittagsvorstellung noch einmal mit der Prinzessin leiden und gespannt das Happy End erwarten.

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