Konzert bei Kerzenschein: Zum dritten Mal „Swinging Christmas“ in der Espelkamper Thomaskirche

Frohe Botschaft in groovigem Sound

Ein eindrucksvolles Programm zeigten der Chor „Vokal Fatal“ und die „Christmas Band“ in der Thomaskirche.

Rahden - Von Christine ScheeleESPELKAMP · Die Espelkamper Thomaskirche platzte aus allen Nähten. Trotz Empore und Seitenschiff mussten noch Stühle geholt werden, um den vielen Konzertbesuchern einen Sitzplatz zu verschaffen. Zum dritten Mal fand das nachweihnachtliche Konzert „Swinging Christmas“ statt.

„Thomaskantor“ Roger Bretthauer begeisterte auch in diesem Jahr wieder mit seinem Chor „Vokal Fatal“ und der von Matthias Westerkamp geleiteten „Christmas Band“ das Espelkamper Publikum. „Die Frohe Botschaft von der Geburt Jesu klingt einfach gut im groovenden Sound“, so Roger Bretthauer. Einleitenden Worten ließ er gleich musikalische Taten folgen. Die fast 50 Sängerinnen und Sänger nahmen das Publikum von Anfang an mit. Sanfte und weiche Passagen voller stiller Eindringlichkeit wechselten sich ab mit rasanten Rhythmen, Lautes und Leises fügten sich natürlich zu einem Ganzen zusammen.

Ob bei Everybodys boppin’ Leichtigkeit durch das Kircheschiff strömte oder beim ‚Ich möchte Gott nahe sein’, bei dem der Rhythmus die Zuhörenden in Wallung brachte, es waren ganz eigene musikalische Berührungen, die mal den Pulsschlag erhöhten, mal zu Tränen rührten. Mehr als nur gute Laune wurde spürbar. Das Lied ‚Friede auf Erde’ zeugte von politischer Wachheit, in dem aktuelle Bedrängnisse wie der Afghanistankrieg und das Erdbeben in Haiti aufgenommen werden konnten. Die einzelnen Stimmen wechselten sich ab „Du kannst die Taube des Friedens nicht in Kasernen züchten, nicht von der Rampe aus Stahl die Engelschar entsenden“, hieß es darin. So wurden die Hörer in eine heilige Erschütterung mitgenommen, ohne von ihr dumm und handlungsunfähig gemacht zu werden.

Im „Afro blue“ führte die Band Schlag auf Schlag aus. Die Reduktion auf das Wesentliche verstörte einen Moment. Im bekannten „In dulci jubilo“, das im Arrangement von Bretthauer und Westerkamp ganz neu zu hören war, konnte man sich der Freude nicht entziehen. Immer wieder überzeugten die Sängerinnen und Sänger, die mit der Präzision eines Uhrwerks ihre Stimmen sangen. Besonders eindrücklich war das Lied ‚Marias Wohnungen’, in der weiche Sanftheit und schroffe Härte einander gegenüberstanden und sich trotzdem nicht widersprachen. Hier wurde die Sehnsucht nach Gottes Welt in Frieden besonders spürbar. „Heut wohnst Du Maria, in Dschungel und Krieg, wo Bomben brüllen, die Kindheitsmusik. Heut wohnst du Maria am stinkenden Fluss, dort wo dein Kinde ersticken muss.“ Bilder aus Haiti durften auftauchen, erschienen aber nur als Teil eines Ganzen.

„Tochter Zion“, das traditionell in jedes Adventskonzert gehört, fehlte auch in Espelkamp nicht. Chormitglied Martin Burek schuf zur Melodie von Georg Friedrich Händel einen Satz bis zu acht Stimmen und verband Tradition und Moderne. Bis zum Schluss war in aller Tiefe und Professionalität die Fröhlichkeit des Musizierens spürbar.

Das Publikum bedankte sich mit Standing-Ovation für dieses fröhliche Weihnachtsgewitter. Ein besonderes Lob verdienten neben den Sängerinnen und Sängern Matthias Westerkamp mit seinen wunderbaren Arrangements, aber auch den Jugendlichen Jakob Helling an Trompete und Flügelhorn, Tobias Kleffmann am Schlagzeug, Christian Kramer Percussion und Niels Walter an der Posaune. Unter der Leitung von Roger Bretthauer wurde - fast wie gewohnt- , die ganz besondere Espelkamper Kirchenmusik zu Gehör gebracht.

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