Rahdener Bauausschuss ebnet neuem Verein den planungsrechtlichen Weg / Gemeindezentrum soll auf Gaststätten-Gelände im Varler Ortskern entstehen

Freie Evangelische Gemeinde will kein „Geschwür im Ort“ werden

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Die ehemalige Gaststätte im Varler Ortskern soll einem Gemeindezentrum weichen. ·

Rahden - RAHDEN/VARL · Wolle der Verein Freie Evangelische Gemeinde Rahden (FEG) in Varl Fuß fassen, dürfe er sich nicht isolieren, erklärte am Mittwochabend in der Rahdener Bauausschuss-Sitzung Torsten Kuhlmann. Sonst, so der SPD-Mann, drohe der Gemeinde möglicherweise die Gefahr, als „Geschwür im Ort“ gesehen zu werden.

Wie bereits berichtet, plant der Verein, die ehemalige Gaststätte Hanau/Helms im Ortskern abzureißen und an gleicher Stelle ein Gemeindezentrum (Betsaal, Nebengebäude und Parkplätze) zu errichten. Der Bauausschuss empfahl dem Rat bei einer Enthaltung, den Bebauungsplan zu ändern und ebnete dem Vorhaben damit dem Weg. Das letzte Wort hat am Donnerstag, 8. November, der Stadtrat, der um 17 Uhr bei F.A. Wagenfeld in Varl tagt.

Vor Kuhlmanns Ausspruch hatte Artur Pfeif, Vorsitzender des FEG, schon gesagt, das sein Verein den Kontakt zu den Varlern pflegen und nur in den Ort ziehen wolle, wenn er erwünscht sei. Überrascht zeigte sich Kuhlmann von der Tatsache, dass der 2012 gegründete Verein, der aktuell 48 Mitglieder zählt, solch ein Projekt finanziell angehen will. Das verdiene Respekt. „Wie machen Sie das?“, fragte der Pr. Ströher Pfeif. Das werde alles geplant, sagte der Espelkamper. Die Finanzierung sehe der Verein als realisierbar an.

Dass ein „prägnantes Gebäude mit historischem Wert“ abgerissen werden solle, fand Winrich Dodenhöft (Grüne) schade. Bei der Abstimmung enthielt er sich. Stören könnte seiner Ansicht nach die große Dachfläche des geplanten Betsaals. Auf die schaue man immer, wenn man von Stemwede aus nach Varl hinein fahre. Das wirke wie ein „Hallenanbau“, sagte der Rahdener und fragte, ob man das nicht anders gestalten könne. Richte man den Betsaal nach Süden aus, habe man zudem einen geeigneten Platz für eine Photovoltaik-Anlage. Derzeit gebe es nur vorläufige Entwürfe, beruhigte ihn Pfeif. Den Einwand könne man berücksichtigen.

Auf Nachfrage von Carsten Zimmermann (FWG) erklärte der junge Vorsitzende in Absprache mit seinen Mitstreitern, dass die Arbeiten in zwei Jahren abgeschlossen sein und 2013 beginnen sollten. Zunächst müsse man sich über die Finanzierung Gedanken machen.

Kopmann befürchtet „herben Einschnitt“

Wilhelm Kopmann (CDU) erinnerte an die traditionsreiche Geschichte des Varler Gasthauses. Dort seien Vereine gegründet worden. Der Abriss könne einen „herben Einschnitt“ zur Folge haben, das kenne er aus Sielhorst. Doch heiße es ja auch, die Zeit heile Wunden, so Kopmann. Mit der Christus-Gemeinde Rahden sei man lediglich bekannt, antwortete Pfeif auf eine Frage Kopmanns zur Verbindung zwischen den Gruppen. Es gehe ja jetzt um Varl. Wo denn an diesem Abend die Vertreter des Vereins „Varl kreativ“ seien, wo Günter Meyer bei der letzten Hauptausschuss-Sitzung „so aktiv“ gewesen wäre, fragte Kopmann. „Jetzt ist er nicht da.“

„Varl kreativ“ habe sich mit dem Thema beschäftigt, erklärte Winrich Dodenhöft. Damals sei aber noch kein Neubau, sondern eine Sanierung Thema gewesen. Man wolle sich demnächst wieder mit den FEG-Mitgliedern treffen. Konfliktpotenzial sieht der Grünen-Fraktionsvorsitzende in der Nähe zum Sportplatz. „Da gibt es ja schon manchmal Lärm.“ Ob das mit der FEG vereinbar ist? Mit dem Vorsitzenden von Union Varl habe man sich schon zusammengesetzt, erklärte Gemeinde-Vertreter Heinrich Block. Gerne wolle man sich bei Spielen „am Platz sehen lassen“. Einige Gemeindemitglieder seien bereits im Verein, weitere könnten eintreten. „Ehrenswert“ fand es Zimmermann, dass der Verein den Sportlern den Parkplatz zur Verfügung stellen wolle. „Das zeigt, dass man miteinander gesprochen haben muss.“ · kap

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