„The New Foggy Few“ letztmalig im Hotel Bohne

Folk-Finale mit großem Publikum

Zuhören und Mitmachen: Gastmusiker Olli Plöger aus Vlotho ging in den irischen Popsongs voll und ganz auf.

Rahden - (Art) „My heart’s tonight in Ireland“ war einer der Songs, mit denen die Formation „The New Foggy Few” am Donnerstagabend die Besucher auf die Grüne Insel entführte. Doch das Herz vieler Stammgäste war an diesem Abend auch ein Stück weit beim Hotel Bohne, welches Ende des Monats seine Pforten schließt. Denn die beliebte Irish-Folk-Session verliert damit ihr liebgewordenes Zuhause, wo alles begann.

        Es waren viele, die gekommen waren, um das traditionelle Irish-Folk-Feeling ein letztes Mal zu erleben, ungewis für alle, ob man in neuen Räumen in absehbarer Zeit wieder zusammenkommt.

Wehmütig, aber kein bisschen leise ließen die vier Musiker von Anfang an die Besucher in die Welt irischer „Traditionals“ und modernen Irish Pops eintauchen. „Mit Wehmut werden wir an unser Hotel Bohne zurückdenken.“ Mit diesen Worten eröffnete Arndt Hoppe, Gründer der Formation das Folk-Finale in dem Ambiente, wo vor neun Jahren alles Begann. „Um der alten Zeiten zu Gedenken, fangen wir an wie immer.“ Was dann folgte war ein Feuerwerk des typisch irischen Sounds, traditionell und modern, melancholisch und voll mitreißender Lebendigkeit. Arndt Hoppe, Jos van Assema, Thomas Koch und Silvia Meier fiel es, unterstützt von Gastmusiker „Midsch“ Thiele, eigens aus Hamburg angereist, wahrlich nicht schwer, die Gäste zum Mitmachen zu animieren. Bereits nach wenigen Stücken wurden an den Tischen die Gitarren ausgepackt, das Gefühl im gesamten Saal zu verbreiten. Alte bekannte wie Olli und Inez erwiesen der Final-Session mit beeindruckenden Songs und Interpretationen ihre letzte Ehre. Der Abend, geprägt von spontanen Songdarbietungen, ließ mit Ohrwürmern wie Milows „Mayo-Technologie“, Cindy Laupers „True Colors“ und dem Song „I still haven’t found what I’m looking for“ der Irischen Cult-Band „U2“ ebenso die Herzen der Irland-Fans höher schlagen wie „St. Patrick’s day“, „My heart’s tonight in Ireland“ und das „Drachenlied“ – traditionelle irische Folk-Songs, voll Gefühl und Intensität von den Bandmitgliedern interpretiert. Gewohnt vielfältig und auf den Punkt eingesetzt – das breite Spektrum typisch irischer Instrumente: Bordrhan (irische Rahmentrommel), Cajon, Whistles, begleiteten die gesangliche Performance ebenso wie Mandoline, Gitarren und Flöten. Nicht nur die instrumentalisierten Gäste machten mit, der Gesang an allen Tischen durchzog den Saal und die laue Sommerluft auf der Terrasse.

Für all diejenigen, die mit der Sehnsucht nach Irland auch das typische Getränk der grünen Insel verbinden, gab es „Guiness for all - for free“ als Dank für die fast ein Jahrzehnt währende Treue.

Es war eine perfekte Sommernacht, ganz wie es Olli Plöger bei der Interpretation des Songs „The one I love“ von David Gray beschrieb. Wenn nicht die Frage im Raum gestanden hätte, wo die Freunde irischer Musik und Mentalität zukünftig eine neue Bleibe finden. „Es ist schade, dass mit der Schließung auch eine musikalische Tradition zu Ende geht“, gestand auch Heike Buschmann aus Wehe ein wenig betrübt, war die Session bereits seit einigen Jahren für sie und ihren Mann Dietrich eine Abwechslung, die zum Träumen verleitete.

Bis weit nach nach Mitternacht waren die Klänge zu hören, am Ende wurde auch die von allen Seiten drängende Frage von den Musikern klar beantwortet. „Wir werden unser neues Domizil ab kommendem Monat in der Marktschänke aufschlagen“, gab Arndt Hoppe erleichtert bekannt. Gemäß der alten Tradition dürfen sich die Irland-Fans auch weiterhin jeden ersten Donnertagabend im Monat freihalten.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Impeachment-Ermittlungen: Weitere Zeugenaussage gegen Trump

Impeachment-Ermittlungen: Weitere Zeugenaussage gegen Trump

Unterwegs im Unesco-Welterbe Augsburg

Unterwegs im Unesco-Welterbe Augsburg

Razzia gegen "Hawala-Banking"

Razzia gegen "Hawala-Banking"

Nienburg: Dach für Eisbahn steht schon 

Nienburg: Dach für Eisbahn steht schon 

Kommentare