„Lysistrate“ begeisterte im Espelkamper Theater

Famoser Abschluss der Saison

Mit dem Theaterstück „Lysistrate“ begeisterte das Tourneetheater „Der Grüne Wagen“ aus Wien das Publikum im Neuen Theater in Espelkamp.

Rahden - ESPELKAMP · Mit einem stets aktuellen Klassiker verabschiedete sich die Abo-Reihe zwei des Espelkamper Volksbildungswerkes. „Lysistrate“, eine der ersten Komödien der Theatergeschichte von Aristophanes, welches 411 vor Christus uraufgeführt wurde, zeigt deutliche Parallelen zur heutigen Welt. Krieg, Bedrohung und menschliche Schwächen lauten die Themen.

Eine aktuelle Version brachte jetzt das Tourneetheater „Der Grüne Wagen“ aus Wien auf die Bühne des Espelkamper Neuen Theaters. Bearbeitung und Regie hatte Theaterleiter Thomas Stroux übernommen, der auch die Rolle des Präsidenten von Athen spielte. Die Neufassung des klassischen Stückes schrieb Susanne Wolf. In der weiblichen Hauptrolle überzeugte als Lysistrate Johanna Liebeneiner, die zu den bekanntesten TV- und Theaterdarstellerinnen im deutschsprachigen Raum gehört. Sophie Berger spielte Kalonike, Petra Liederer war die Myrrhine und Sylvia Reisinger die Lampito. Das weibliche Quartett brachte auf witzige Art und Weise die Männer um den Verstand. Letztlich führte ihr Bestreben zum Erfolg. Kalonike war die weibliche frische, etwas Naive, Myrrhine sah Marilyn Monroe zum Verwechseln ähnlich und Lampito war die burschikose österreichische Wanderin mit Nordic-Walking-Ausrüstung.

Zum Inhalt: Nach 20 Jahren Krieg zwischen Athen und Sparta will Lysistrate – eine kämpferische, allein stehende Athenerin – ihre Geschlechtsgenossinnen dazu überreden, in den Ehestreik zu treten, bis die Männer ihren unsinnigen Krieg beenden. Nach teils ernster, teils vergnüglicher Diskussion einigen sich die Frauen darauf, ihre Männer bis zum äußersten erotisch aufzustacheln, dann aber links liegen zu lassen, um ihr Friedensziel durchzusetzen.

Nachdem sich die Frauen mit der Kriegskasse auf der Akropolis – hier der griechischen Nationalbank – verschanzt haben, beginnen die Männer bald unter ihrer sexuellen Not zu leiden. Im Stück durften Anspielungen auf die jetzige Griechenland-Pleite nicht fehlen. Bringen Frauen an der Macht mehr Stabilität und Sicherheit? Im Angesicht der weltweiten Krisen kann man es glauben. „Schwerter zu Kochgeschirr?“ und „Krieg dem Kriege!“ – die Frauen brachten es auf den Punkt.

Zu jeder Situation hatte Bela Fischer live an Keyboard und Piano die passende Musik – von „Ein bisschen Frieden“ über „Give peace a chance“ bis hin zu „Weiße Rosen aus Athen“ war alles dabei. Für Gelächter sorgten die eigenwillig umformulierten Texte der Lieder. Das Publikum mußte stets mit Überraschungen rechen: Mal war es das Volk, mal die Krieger, dann musste eine Dame aus der ersten Reihe „mal eben das Kind halten“. Einkalkulierte Versprecher, eindeutig zweideutige Anspielungen, alles passte. Ein Beispiel: „Fusselt die Ferien – äh ich meine, fesselt die Furien!“, entglitt dem Präsidenten. Die Männer waren Waschlappen: Kinesias (Gerhard Karzel), der Wachoberste (Philipp Proszowski) und die zweite Wache (Bela Fischer jun.) waren die Trottel von der ersten Bank. Athener und Spartaner plagte schließlich der Mangel am weiblichen Geschlecht so sehr, dass es bald zum Friedensschluss kam. Der Applaus zeigte, dass das Volksbildungswerk wieder ein kulturelles Highlight gezündet hatte.

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