Freie Wählergemeinschaft Stemwede für zentrale Verwaltung in Wehdem

„Existenzielle Entscheidung“

Kein Vorbeikommen: Interesse an der Verwaltungsstelle in Dielingen hegt ein namhaftes heimisches Unternehmen. Die Stemweder Politik muss jetzt entscheiden, ob die Verwaltung aus dem Gebäude abrücken soll oder nicht. ·
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Kein Vorbeikommen: Interesse an der Verwaltungsstelle in Dielingen hegt ein namhaftes heimisches Unternehmen. Die Stemweder Politik muss jetzt entscheiden, ob die Verwaltung aus dem Gebäude abrücken soll oder nicht. ·

Stemwede - Ein heimisches Unternehmen hat Interesse an der Dielinger Verwaltungsstelle. Gefragt ist deshalb jetzt die Stemweder Politik. „Das Problem ist, dass alle Entscheidungen nicht für Stemwede getroffen werden, sondern für die jeweilige Ortschaft“, klagt Paul Dingemann von der Freien Wählergemeinschaft Stemwede (FWG) an.

Deren Fraktionsvorsitzenden Jürgen Lückermann stört zudem, dass keine zukunftsgerichteten und parteipolitisch unabhängigen Entscheidungen getroffen würden. „Wir müssen doch entscheiden, was für die langfristige Entwicklung Stemwedes richtig ist“, sind sich er, Martin Schmidt und Paul Dingemann einig. Sie sind für einen Gemeindeentwicklungsplan – als Leitlinie für künftige Entscheidungen der Politik.

Laut dem ehemaligen Kämmerer Reinhard Grewe und dessen Nachfolger Dieter Lange kann die Gemeinde bei der Infrastruktur sparen. Beide hatten nachhaltige Entscheidungen der Politik mehrmals angemahnt. Die FWG klagt, dass die Mehrheit diese bislang nicht getroffen habe. In den vergangenen Jahren seien Entscheidungen getroffen worden, „die nicht mehr zu revidieren sind“, sagt Ratsherr Jürgen Lückermann. Als Beispiele nennt er den Ausbau der Grundschule Westrup und die „großzügige“ Sanierung der Oppenweher Grundschule. Nun scheine man Geld für die Sanierung der Bahnüberführung „In den Wiesen“ in Drohne ausgeben zu wollen – trotz der geringen Nutzung.

Lückermann: „Wir haben ein zerfleddertes Gemeindegebiet und keinerlei Zentrum.“ Den beiden großen Parteien CDU und SPD attestiert er eine Zerstrittenheit. „Und jetzt steht eine wichtige Entscheidung an“, so der FWG-Ratsherr, der auf einen Beschluss zur Neuausrichtung der Verwaltung verweist. Der Entschluss, das Dielinger Verwaltungsgebäude anderweitig zu nutzen, wäre aus Sicht Dingemanns eine „existenzielle Entscheidung“. „Käme es so, dass das Unternehmen den Zuschlag für Dielingen erhielte, dann bricht bei den anderen Parteien Hauen und Stechen aus“, spekuliert Lückermann, weil sie dann „eine ganz langfristige Entscheidung“ treffen müssten.

Dabei stellt sich für die drei Freien Wähler eine Frage: Braucht die Verwaltung die jetzigen rund 50 Arbeitsplätze oder könnten es durch andere Strukturen auch weniger sein? Solle die Gemeinde Stemwede mindestens in den nächsten 25 bis 30 Jahren Bestand haben, dann müsse man ein Zentrum schaffen, ist sich die FWG sicher.

„Stemwede stärker in den Mittelpunkt stellen“

Andernfalls, so wollen es die FWG-Mitglieder nicht ganz ausschließen, könnte sich das Land mit Blick auf die Lage der Kommune Gedanken über eine Gebietsreform machen – in der Richtung, die Gemeinde aufzuteilen zwischen den Nachbarkommunen Rahden, Espelkamp und Pr. Oldendorf. Dabei kommt aus Sicht der FWG Stemwede die Verwaltungsfrage wieder ins Gespräch. Die geteilte Verwaltung sieht sie als möglichen Angriffspunkt, die Kommune aufzuteilen. „Stemwede sollte man stärker in den Mittelpunkt stellen“, sagen sie und plädieren für eine zentrale Verwaltung.

Diese könnte ihrer Ansicht nach wegen der zentralen Lage in der Gemeinde in Wehdem entstehen. Der Schulbusverkehr nach Wehdem könnte auch von den Bürgern genutzt werden. Weitere Argumente sind die Begegnungsstätte und das Schulzentrum.

Angesichts der zu erwartenden rückläufigen Schülerzahlen geht Jürgen Lückermann davon aus, dass in den kommenden Jahren die eigenständigen Grundschulen Oppenwehe und Levern Geschichte sein werden. Dann werde sich zwangsläufig eine zentrale Grundschule entwickeln müssen. Nur wegen der Möglichkeit, dass auch eine Grundschule den zentralen Verwaltungstrakt der Stemweder-Berg-Schule in Wehdem nutzen könnte, habe die FWG dem zentralen Verwaltungstrakt zugestimmt, so Jürgen Lückermann.

Um weitere zentrale Strukturen herauszubilden, bringt die FWG mit Blick auf die Altersstruktur vieler Stemweder Mediziner und den drohenden Ärztemangel auf dem Land ein Ärztehaus eventuell sogar mit Apotheke in Wehdem ins Gespräch. Das könnte die Gemeinde bauen und vermieten. Langfristige Entscheidungen fordert die FWG zudem in anderen Bereichen ein, etwa den Friedhöfen und der Feuerwehr. · DK

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