Duo wegen Körperverletzung vor Gericht

„Das hört sich ja kriminell an“

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Mediengruppe Kreiszeitung

Espelkamp - Brutales Ende einer Partynacht: Zwei junge Männer, 20 und 21 Jahre alt, sollen in Espelkamp laut der Staatsanwaltschaft einen 44 Jahre alten Mann grundlos geschlagen und getreten haben. Die Tatverdächtigen bestreiten das. Sie behaupten, es hätte lediglich eine Rangelei gegeben. Was wirklich in der Tatnacht passiert ist, konnte beim ersten Verhandlungstermin vor dem Amtsgericht Rahden nicht geklärt werden.

Fest steht, dass der 44-Jährige nach dieser Nacht zwei Wochen lang krankgeschrieben war. Laut Staatsanwaltschaft kam es dazu, weil sich der 21-Jährige in eine Auseinandersetzung mit dem späteren Opfer verwickelt haben soll. Sein Freund, der zweite Angeklagte, habe sich eingemischt. Später hätten die beiden jungen Männer mit Fäusten auf das Opfer eingeschlagen und es getreten.

„Das mit den Tritten, das stimmt überhaupt nicht“, sagte der 21-jährige Angeklagte. Er habe, nachdem er von einer Party nach Hause gekommen sei, noch mit Gästen seiner Mutter zusammengesessen. Unter den Gästen war auch das spätere Opfer. „Ich war auch betrunken, das möchte ich nicht abstreiten“, erinnerte sich der 21-Jährige.

Der Auslöser der Auseinandersetzung sei gewesen, dass der 44-Jährige seine Mutter beleidigt habe. Die Situation habe sich zu einer Rangelei hochgeschaukelt. „Ich war vielleicht ein bisschen hochtourig“, sagte er. Sein Freund, der zuvor auf der selben Party wie er gewesen sei, sei gekommen und habe ihn beruhigt – die beiden Angeklagten sind Nachbarn. Von dem Vorwurf der „gefährlichen Körperverletzung“ distanzierte sich der Angeklagte. „Das hört sich ja kriminell an“, stellte er fest.

„Das ist Blödsinn“, sagte das mutmaßliche Opfer zu dem Vorwurf, dass er die Mutter des 21-jährigen Tatverdächtigen beleidigt haben soll. Er erklärte, dass er nach einem gemütlichen Abend gerade in ein Taxi steigen wollte. Dann sei der 21-Jährige auf ihn zugekommen, habe ihn beleidigt, geschlagen und getreten. Vorher habe es keinen Stress gegeben, meinte er.

Auch der Freund des 21-Jährigen schilderte seine Version der Geschichte. Er sei bereits zu Hause gewesen, als er Geschrei gehört habe. Er sei wieder rausgegangen und habe die Rangelei gesehen. Daraufhin habe er auf seinen Freund eingeredet. Die Mutter des 21-Jährigen habe geweint und die beiden Streitenden gebeten, aufzuhören, erinnerte er sich. Laut dem 20-Jährigen hat es auch Schläge gegeben: Er habe den 44-Jährigen geschubst und daraufhin einen Schlag ins Gesicht bekommen. Anschließend habe er dem Mann einen seitlichen Tritt verpasst.

Eine weitere Zeugin war eine Freundin der Mutter, die an dem Abend ebenfalls zu Gast war. Sie habe mit dem 44-Jährigen auf ein Taxi gewartet. Dann sei der 21-Jährige von hinten gekommen und plötzlich habe der 44-Jährige auf dem Boden gelegen. Wer wen wann und wie geschlagen hat, wusste sie nicht mehr. Ein weiterer geladener Zeuge kam nicht zur Verhandlung. Da Richter Schebitz und der Staatsanwalt nicht auf dessen Aussage verzichten wollen, haben sie einen Fortsetzungstermin anberaumt. Der nicht erschienene Zeuge muss ein Ordnungsgeld zahlen.

ks

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