Volksbildungswerk stellt Spielsaison des Theaters Espelkamp vor

Stücke mit aktuellem Bezug statt Verstaubtem

Die Vorstandsmitglieder des Volksbildungswerkes freuen sich auf die neue Spielsaison im Neuen Theater Espelkamp: (v.l.) Gabi Kopp, Horst Halstenberg, Bärbel Brandt, Ernst Becker, Sabine Berges, Angela Lülling, Ute van Assema und Inge Sussiek. - Foto: Bokelmann

Espelkamp - Von Anika Bokelmann. „Nichts Verstaubtes, sondern Situationen mitten aus dem Leben“, verspricht Ernst Becker den Besuchern des Neuen Theaters Espelkamp. Der Vorsitzende des Volksbildungswerks macht deutlich, dass „Theaterstücke nicht vor 200 Jahren geschrieben und dann in Vergessenheit geraten sind, sondern nach wie vor einen aktuellen Bezug haben“. Jetzt stellte Becker mit den weiteren Vorstandsmitgliedern das Programm für die kommende Saison vor, das mit Musik und Theater sowohl heitere als auch ernste und nachdenklich stimmende Stücke bereithält.

Für die Spielzeit 2016/17 hat das Volksbildungswerk ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das sich an aktuellen Themen orientiert. So werden Stücke zum Lutherjahr aufgeführt und der Begriff Toleranz bei den Sonderveranstaltungen am 20. und 21. November in den Fokus gerückt. Dann gastiert das Berliner Ensemble in Espelkamp und zeigt Lessings „Nathan der Weise“ in einer Inszenierung von Claus Peymann. Da der Vorverkauf für diese Vorstellung bereits gestartet ist, macht Becker darauf aufmerksam, dass es nur noch 39 Karten gibt.

Von den 29 Aufführungen, die von Oktober bis Mai auf die Bühne gebracht werden, richtet sich etwa ein Drittel an Kinder und Jugendliche. „Durch Konzerte und Theater erreichen wir das junge Publikum und sichern damit den Nachwuchs“, so Becker. Im Kindertheater werden „Aladin und die Wunderlampe“ und „Felix und der Eierdieb“ gezeigt. Zudem gibt es Konzerte für Kinder.

Die Theatergäste haben die Wahl – der Besuch von Einzelvorstellungen ist ebenso möglich wie eines von drei Abonnements. Eine weitere Option ist „Theater à la Carte“, bei dem sich die Gäste vier Veranstaltungen zusammenstellen und einen Rabatt auf den Eintritt erhalten.

Publikum entscheidet bei „Terror“ über Ende

Die erste Aboreihe startet am Sonntag, 2. Oktober, mit der Komödie „Krach im Hause Gott“ von Felix Mitterer. Dem kritischen Wortwitz in der Religionssatire werden unter anderem Schauspieler Bernhard Bettermann mit Sohn Tim Bettermann und Mimi Fiedler Leben einhauchen. Beim Gerichtsdrama „Terror“ von Ferdinand von Schirach, das am 12. November gezeigt wird, wird das Publikum Teil der Geschichte, verrät Bärbel Brandt. Die zweite Vorsitzende des Volksbildungswerks erklärt: „Die Gäste stimmen über Schuld und Verantwortung ab.“

Ebenfalls zur Aboreihe I gehören die Aufführungen der Operette „Die Fledermaus“ am 15. Januar – laut Brandt „eine bombastische Aufführung mit einem 150-köpfigen Ensemble“ –, eine temporeiche Reise durch Goethes Leben am 18. Februar sowie ein Schauspiel über die Reformation mit „Martin Luther und Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung“ am 22. April.

Die zweite Aboreihe beginnt am 30. Oktober mit einer Komödie. In „In alter Frische“ stellen bekannte Schauspieler wie Walter Plathe und Joanna Semmelrogge das Leben in einer Altersresidenz nach und zeigen das Aufeinandertreffen zweier Generationen. Dabei räumen sie spielerisch mit eingefahrenen Vorurteilen auf, so Bärbel Brandt zu dem Stück.

Nach der Aufführung „Die Päpstin“ am 3. Dezember kommt die Familie Flöz aus Berlin mit ihrem Maskentheater nach Espelkamp. Das „Teatro Delusio“ ist laut Gabi Kopp, Volksbildungswerk-Geschäftsführerin, ein sehr poetisches Stück, das den Bogen zwischen Spannung und Komödie spannt. Das Maskentheater lebt von der Gestik, denn es handelt sich um eine Pantomime. Erstmalig wird dieses am 12. Februar im Neuen Theater angeboten.

Diese Aboreihe schließt am 6. Mai mit dem „Theater total“ des jungen Theaters Bochum. In der letzten Aboreihe steht zu Beginn eine Reise in die Vergangenheit an. In „Backbeat“ erzählt das Altonaer Theater am 9. Oktober von den Anfängen der Beatles. Besonderes Highlight: Schauspieler Philip Spreen (Paul McCartney) kommt gebürtig aus Rahden.

Auch in diesem Paket stehen bekannte Persönlichkeiten auf der Bühne, wie beispielsweise am 6. Januar Katharina Thalbach in „Der Raub der Sabinerinnen“. Zum Schluss bietet das Volksbildungswerk am 1. April das historische Ritterschauspiel „Das Käthen von Heilbronn“ nach Heinrich von Kleist.

Gute Zukunft fürs Theater

Die Theatererlebnisse werden durch die Unterstützung heimischer Firmen sowie der Stadt Espelkamp, dem Kulturbüro sowie der Sparkasse Minden-Lübbecke und der Volksbank Lübbecker Land ermöglicht, macht das Volksbildungswerk deutlich. Dafür bedankt sich Ernst Becker und ist der Überzeugung, dass „wir bei den zuverlässigen Sponsoren keine Probleme haben, das Theater in Zukunft aufrecht zu erhalten“.

Das komplette Programm, zu dem auch das Kulturfoyer als Experimentierkasten des Volksbildungswerks zählt, liegt im Kulturbüro aus und ist über das Internet einsehbar. Die Abo-Buchungen beginnen am 13. Juni, das „Theater à la Carte“ ab dem 5. September und der freie Verkauf allgemein am 7. September. Die Tickets sind erhältlich im Kulturbüro im Bürgerhaus in Espelkamp.

www.theater-espelkamp.de

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